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Krebsdiäten und Ernährungsmythen

Warum Krebsdiäten gefährlich sein können

Mit der richtigen Ernährung Krebs heilen? Diese Vorstellung klingt verlockend – und für manch einen sogar naheliegend. Schließlich spielt die Ernährung bei der Prävention und Behandlung vieler Zivilisationskrankheiten eine wichtige Rolle. Deshalb setzen viele Menschen, die an einer Krebserkrankung leiden, sowie ihre Angehörigen ihre Hoffnung auf sogenannte Krebsdiäten oder Nahrungsmittel mit vermeintlich heilender Wirkung. Dafür gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Belege.

Eines vorneweg: Mit der Ernährungsweise allein lässt sich Krebs nicht heilen. Im Licht der Wissenschaft betrachtet entpuppen sich sogenannte Krebsdiäten nicht nur als unwirksam, sie können für viele Betroffene sogar zur Gefahr werden.1

Trotzdem begegnen jedem, der danach sucht, zahlreiche Krebsdiäten – sei es in den Medien, im Internet oder auf den Instagram- und Facebook-Präsenzen vieler Blogger: Wer hat noch nicht von der Ketogenen Diät gehört? Auch die Krebsdiät nach Budwig oder Coy, Gerson-Diät oder die „Krebskur total“ nach Breuß zählen zu den populärsten Krebsdiäten. Häufig werden sie jedoch von nicht-qualifizierten Personen und Einrichtungen mit wirtschaftlichen Interessen entwickelt.2

"Man sollte Patienten die Illusion nehmen, dass Krebs allein durch die Ernährung geheilt werden kann."
Dr. Camilla Leithold

Was steckt hinter dem Begriff „Krebsdiät“?

Unter einer Diät versteht man ursprünglich die Lebensweise. Heute bezieht sich der Begriff vor allem auf die eingeschränkte Aufnahme von Nahrungsmitteln.3 Krebsdiäten nehmen für sich in Anspruch, die Entstehung und das Wachstum von Krebs durch die Ernährung hemmen oder zur Heilung führen zu können.

Sind alle Krebsdiäten gleich?

Krebsdiäten lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: Eine Gruppe macht als Grund für eine Krebserkrankung ein Zuviel oder einen Mangel an Nahrungsbestandteilen verantwortlich. Daraus entspringen Krebsdiäten, die darauf abzielen, den Körper zu entgiften oder verstärkt mit bestimmten Nährstoffen zu versorgen. Die andere Gruppe versucht, den Krebs auszuhungern. Idee ist es, den Stoffwechsel der Tumorzellen durch die Ernährung zu beeinflussen. Grundlage ist die Annahme, dass der Stoffwechsel von Krebszellen zur Energiegewinnung viele Kohlenhydrate, insbesondere Zucker (Glukose), benötigt. Leider zeigen Experimente mit Krebszellen, dass sich deren Stoffwechsel beim Zuckerentzug ändert. Er passt sich sogar an die neue Situation an (Adaption) und gewinnt aus den Abbauprodukten von Fett (Keton- und Lactatkörper) Energie, wodurch es zu einem vermehrten Wachstum von Tumorzellen kommen kann.4

„Der Patient darf selber was tun, soll auch selber was tun, aber er sollte sich nicht in die Irre führen lassen, dass man damit die Heilung erzielt.“
Dr. Camilla Leithold

Warum können Krebsdiäten ein Risiko sein?

Viele Krebsdiäten beruhen auf einseitigen Ernährungsempfehlungen und strikten Verboten. Denn was passiert, wenn wir uns beispielsweise 42 Tage ausschließlich von Saft ernähren und Kohlenhydrate von unserem Speiseplan verbannen? Wir nehmen ab. Damit steigt gleichzeitig auch die Gefahr einer Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen. Für Krebspatienten bedeutet dies ein hohes Risiko: So kann sich ein starker Gewichtsverlust negativ auf die Behandlungsaussichten, die Lebensqualität und letztendlich auf die Lebenserwartung auswirken.5

„In der Regel gibt es keine Krebsdiät, die wirklich das hält, was sie verspricht und wirklich positiv zu sehen ist. Bevor man beginnt, sich nach einer bestimmten Art und Weise zu ernähren, sollte man sich ein paar Fragen stellen: 1. Kann ich durch diese Ernährung meinen Nährstoffbedarf decken? 2. Gibt es wissenschaftlich-fundierte Untersuchungen, dass die Ernährung hält, was sie verspricht? 3. Schaffe ich es, die Maßgaben umzusetzen und kann ich den Anforderungen gerecht werden?“
Dr. Camilla Leithold

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Häufig empfohlene Krebsdiäten auf dem Prüfstand

Krebsdiäten auf dem Prüfstand

Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die häufigsten Krebsdiäten – insbesondere darüber, welche Besonderheiten in der Ernährung damit einhergehen. Manche Empfehlungen klingen einleuchtend einfach. Hinterfragen Sie jedoch die empfohlenen Maßnahmen und behalten Sie immer die damit verbundenen Auswirkungen auf den Körper im Blick.

"Krebskur total" nach Breuß

Grundlage für diese Krebsdiät ist folgende Annahme: Krebszellen können sich ausschließlich von fester Nahrung ernähren. Menschen jedoch genüge auch nur flüssige Nahrung. Deshalb empfiehlt Rudolf Breuß in seiner „Krebskur total“, 42 Tage lang anstelle von fester Nahrung, Gemüsesäfte und Tees zu sich zu nehmen. Bei diesem strengen Fasten, denn nichts anderes ist diese Diät, verzichtet man auf wichtige Nährstoffe wie Eiweiß oder Fett. Mangelernährung droht. Da Breuß dazu rät, während des Fastens auch auf medizinische Behandlungen zu verzichten, birgt die „Krebskur total“ ein weiteres Risiko: Die Therapie wird möglicherweise zu spät begonnen oder unterbrochen.6

Budwig-Diät

Die Ernährungsempfehlungen von Dr. Johanna Budwig fußen auf folgender Theorie: Mehrfach ungesättigte Fettsäuren wirken krebshemmend, da sie die Zellatmung von Krebszellen aktivieren. So tragen die Fettsäuren angeblich dazu bei, dass Krebszellen absterben. Diese Annahme lässt sich jedoch nicht wissenschaftlich belegen.

Um einen Mangel an mehrfach ungesättigen Fettsäuren (Alpha-Linolensäure und Linolsäure) auszugleichen, steht Leinöl im Fokus der Budwig-Diät. Es enthält einen hohen Anteil an Alpha-Linolensäure. Daneben nimmt Quark einen wichtigen Stellenwert ein. Es soll den Körper mit Eiweiß versorgen, während Fleisch und Fisch nicht auf dem Speiseplan stehen. Frisches Obst und Gemüse gehören ebenfalls zu den empfohlenen Nahrungsmitteln, die optimalerweise naturbelassen und saisonal sein sollen. Auf Genussmittel wie Kaffee, Zucker oder Alkohol sowie Weißmehl und stark verarbeitete Getreideprodukte gilt es ebenfalls zu verzichten. Positiv bei dieser Ernährungsweise ist: Sie enthält keine Fertigprodukte und Transfettsäuren, verbietet allerdings einige Lebensmittelgruppen. Durch die einseitige fett- und energiereiche Ernährung steigt zum einen die Gefahr für Übergewicht, zum anderen kann eine Unterversorgung mit anderen wichtigen Nährstoffen (= Mangelernährung) entstehen.7

Coy-Diät (Anti-TKTKL1-Diät)

Laut der Coy-Diät können Krebspatienten durch eine kohlenhydratarme und fettreiche Kost verhindern, dass der Tumor wächst und sich ausbreitet. Auch hier liegt die Annahme zugrunde, dass man mit dem Verzicht auf Kohlenhydrate dem Tumor die Grundlage zur Energiegewinnung nimmt.8

Neben dem Verzicht auf Kohlenhydrate empfiehlt Coy teilweise kostspielige Nahrungsergänzungsmittel wie Tocotrienol (Form von Vitamin E), sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren, mittelkettige Fettsäuren und Laktat. Durch die stark reduzierte Aufnahme von Kohlenhydraten werden dem Körper wichtige Energiequellen genommen, was eine Mangelernährung begünstigen kann. Da die Wirksamkeit dieser Ernährungsweise zudem nicht wissenschaftlich belegt ist, ist deren Anwendung nicht empfehlenswert.9

Gerson-Diät

Die Gerson-Diät zielt darauf ab, den Körper zu entgiften und die Abwehrkräfte zu stärken. Darauf beruhen auch ihre Ernährungsempfehlungen: möglichst rein pflanzliche Nahrung zu bevorzugen – besonders viel frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte, nur wenig Fett und Eiweiß sowie kein Salz zu verwenden. Zusätzlich sollen Krebspatienten frischen Kalbslebersaft trinken und lediglich natives Leinöl als Speiseöl verwenden. Darüber hinaus empfiehlt der Arzt Max Gerson, Kalium, Vitamin B12 und Jod zu sich zu nehmen. Aus Kalbsleber und Schilddrüsen gewonnene Auszüge (Extrakte) sollen den Stoffwechsel anregen.

Gerson vermutet, dass bei Krebs das Verhältnis von Natrium und Kalium gestört ist. Ein Zuviel an Natrium trägt seiner Meinung nach dazu bei, dass Krebs entsteht. Infusionen mit Kaliumglukose und Insulin sowie Kaffee-Einläufe sind deshalb ebenfalls typisch für diese Krebs-Diät: um Natrium auszuleiten und den Körper mit Kalium zu versorgen. Die Folgen sind jedoch nicht zu unterschätzen: Dazu zählen ein gestörter Elektrolythaushalt (Anteil von Kalium, Magnesium, Natrium, Kalzium, Phosphor und Chlorid im Körper), Organversagen und Sepsisanfälle. Dabei handelt es sich um eine häufig lebensbedrohliche Reaktion des Immunsystems auf eine Infektion.10

Ein Zuviel der empfohlenen Nahrungsergänzungsmittel kann schädliche Folgen haben: Bei einer erhöhten Aufnahme von Jod steigt das Risiko für eine Autoimmmun- oder eine Krebserkrankung der Schilddrüse an.11 Ein Zuviel an Vitamin B kann einen allergischen Schock auslösen, doch eine Überdosierung ist über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel kaum möglich. Lediglich bei einer Injektion mit Vitamin B12 kann eine zu hohe Dosis verabreicht werden. Diese werden beispielsweise bei einem Vitamin-B12-Mangel bei Menschen mit chronischen Magen-Darm-Erkrankungen verabreicht.12

Krebsdiät nach Moerman

Um die Oxidationsvorgänge im Körper und den Stoffwechsel positiv zu beeinflussen, rät Cornelius Moerman zu einer vegetarischen Ernährung. Zu dieser gehören auch Milchprodukte und Eier – alles in allem eine unbedenkliche Ernährungsweise. Darüber hinaus sollen sich Krebspatienten ergänzend mit den Vitaminen A, C, D, E und B sowie Zitronensäure, Jod, Schwefel und Eisen versorgen. Die Wirkung dieser Krebsdiät ist jedoch nicht belegt:13 Keines der genannten Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel konnte das Leben nachweislich verlängern. Im Gegenteil: Zwar scheidet unser Körper überschüssige Mengen oft einfach aus, manche Substanzen wie Vitamin A, E und Betacarotin können bei einer Überdosierung jedoch auch Schäden verursachen. Im schlimmsten Fall können sie sogar das Leben verkürzen anstatt es – wie beabsichtigt – zu verlängern.14 Deswegen sollten Sie die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln in jedem Fall vorher mit ihrem Arzt besprechen.

Rote-Beete-Diät

„Ein Leben lang Rote Bete“ – Dieses Motto bildet die Basis für Seegers Rote-Bete-Kur gegen Krebs. Er rät dazu, neben einer ausgewogenen Mischkost täglich frische Rote Bete zu sich zu nehmen: ein bis zwei Kilo um genau zu sein. Auch der Arzt Paul Gerhardt Seeger hat für seine Theorie eine Erklärung: Demnach soll eine gestörte Zellatmung zur Entstehung von Krebs führen. Dadurch steigt angeblich der Milchsäuregehalt in der Zelle an, was wiederum zu einer Übersäuerung führen soll. Nach Seegers lässt sich die Zellatmung durch den Saft von Roter Bete wieder anregen.

Diese Theorie gilt heute als widerlegt. Außerdem enthält Rote Bete viel Nitrat, selbst aus Bio-Anbau. Dieses wandelt der Körper in das gesundheitsschädliche Nitrit um. Der hohe Anteil an Roter Bete kann zu einer einseitigen Ernährung führen und damit zu einem Ungleichgewicht an Nährstoffen.15

Ketogene Diät

Im Fokus dieser Ernährungsweise stehen eiweiß- und fettreiche Lebensmittel. Auch die „Ketogene Diät“ beruht auf der Annahme, dem Krebs durch den Verzicht auf Kohlenhydrate und Zucker die Nährstoffe für weiteres Wachstum zu entziehen. Nach der Warburg-Hypothese können Tumorzellen ihre Energie nur aus Zuckern und Kohlenhydraten gewinnen. Mit dem Einschränken der Kohlenhydrate sei dies nicht mehr möglich. Außerdem soll sie den Effekt einer Chemo- und Strahlentherapie verstärken.

Es gibt jedoch keine fundierten Beweise für die Wirksamkeit dieser Diät. Das strikte Weglassen von Kohlenhydraten kann eine Mangelernährung begünstigen. Die ketogene Lebensweise kann jedoch das Bewusstsein fördern, dass Zucker und zuckerhaltige Produkte Genussmittel sind.16

Heilfasten

Heilfasten bedeutet, bewusst auf Nahrung zu verzichten. Je nach Diätform nimmt der Fastende nur ausgewählte Nahrungsmittel auf – beispielsweise beim Saft-, Molke-, Tee- oder Früchtefasten. Auch die „Krebskur total“ nach Breuß zählt zu den verschiedenen Formen des Fastens. Allen gemeinsam liegt folgende Idee zugrunde: Durch den Verzicht soll sich der Körper generieren und eine seelische Reinigung erfolgen.

Leider lassen sich die Wirkungen des Heilfastens nicht wissenschaftlich belegen – vor allem das häufig erwähnte Entschlacken des Körpers. Dazu kommt, dass eine Heilfastenkur auch die Wirkung von Medikamenten mindern kann. Für Krebspatienten eignet sich eine Heilfastenkur nicht, zumindest nach den Leitlinien der Ärztegesellschaft für Heilfasten & Ernährung e. V. Demnach sind Krebserkrankungen als „Risikoindikation“ einzustufen.17

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Krebsdiäten im Überblick

 

<p><img alt="Krebsdiäten im Überblick" data-entity-type="file" data-entity-uuid="6ccc000f-f38a-4347-adc6-40475d06eee8" src="/sites/www.krebsratgeber.de/files/inline-images/Tabelle_Krebsdiaeten_im_Ueberblick_kompakt%402x.jpg" /></p>  <p>Die Tabelle steht Ihnen hier auch noch einmal als <a href="/sites/www.krebsratgeber.de/files/file-links/Tabelle_Krebsdiaeten_im_Ueberblick_kompakt.pdf">PDF-Download</a> zur Verfügung.</p>  <p><strong>Besser vegetarisch?</strong></p>  <p>Auch wenn im Internet viele Gerüchte darüber kursieren: Weder eine vegetarische noch eine basische Ernährung, bei der überwiegend Obst und Gemüse zum Speiseplan gehören, haben eine krebsheilende Wirkung. „Wichtig ist, den Patienten nicht noch zusätzlich unter Druck zu setzen und Mangelernährung zu vermeiden. Viele entwickeln im Zuge der Therapie besondere Vorlieben oder Abneigungen gegenüber Nahrungsmitteln.“, betont Dr. Camilla Leithold.</p>

Die Tabelle steht Ihnen hier auch noch einmal als PDF-Download zur Verfügung.

Besser vegetarisch?

Auch wenn im Internet viele Gerüchte darüber kursieren: Weder eine vegetarische noch eine basische Ernährung, bei der überwiegend Obst und Gemüse zum Speiseplan gehören, haben eine krebsheilende Wirkung. „Wichtig ist, den Patienten nicht noch zusätzlich unter Druck zu setzen und Mangelernährung zu vermeiden. Viele entwickeln im Zuge der Therapie besondere Vorlieben oder Abneigungen gegenüber Nahrungsmitteln.“, betont Dr. Camilla Leithold.

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Können sich Lebensmittel positiv auf Krebs auswirken?

Aprikosenkerne knabbern – heilen mit Blausäure?

In der Alternativmedizin gelten Aprikosenkerne als Krebs heilend, weil sie Amygdalin enthalten. Eine andere Bezeichnung dafür lautet Vitamin B17. Ein Mangel daran löst angeblich Krebs aus. Doch dabei handelt es sich um kein echtes Vitamin.

Wenn unser Körper Amygdalin verdaut, wird unter anderem Blausäure (Cyanid) freigesetzt. Diese wirkt auf den Körper toxisch. Daraus speist sich eine weitere Theorie: Demnach kann Blausäure in Tumorzellen im Gegensatz zu gesunden nicht entgiftet und ausgeschieden werden.19

Blausäure gegen Krebs – im Ernst jetzt?

Helfen Honig & Bienenprodukte gegen Krebs?

Ob bei Hautreizungen oder zur Pflege von Wunden – Honig gilt seit der Antike als bewährtes Heilmittel. Es gibt jedoch keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Honig und andere Bienenprodukte wie Propolis (Bienenharz) und Gelee Royale (Futter der Bienenkönigin) eine heilsame Wirkung bei Krebs haben. Einige Untersuchungen an Tieren und im Reagenzglas weisen darauf hin, dass diese Krebszellen am Wachsen hindern oder zerstören können. Ungeklärt ist jedoch, ob diese Wirkung auch im menschlichen Körper möglich ist.

Bei Menschen mit Tumoren im Kopf-Hals-Bereich, die eine Chemo- oder Strahlentherapie erhalten, kommt es häufig zu Entzündungen der Mundschleimhaut. Laut einigen – nicht besonders aussagekräftigen – Studien können Honig und Co. diese Entzündungen hemmen oder Beschwerden mildern.20

Lassen Sie sich Honig schmecken, doch Achtung bei Gelee Royale und Propolis: Es kann zu allergischen Reaktionen kommen!

Kurkuma - eine Wurzel gegen Krebs?

Immer wieder kursieren Gerüchte, dass das in Kurkuma enthaltene Curcumin Krebs bekämpfen oder dem sogar vorbeugen könne. Doch was steckt dahinter? Zum einen gibt es Forschungen an Krebszellen, die belegen, dass Curcumin deren Wachstum hemmen und den Zelltod auslösen kann. Jedoch konnten bis jetzt keine Studien an Krebspatienten belegen, dass die Verabreichung von Kurkuma zusätzlich zur Therapie den Gesundheitszustand nachweislich verbessert.21

Kurkuma wird im Allgemeinen gut vertragen, es treten nur wenige Nebenwirkungen auf. Jedoch kann das Gewürz zu Wechselwirkungen mit anderen Krebstherapien führen. Deshalb sollten Betroffene auf das Gewürz lieber verzichten.22

„Manche Nahrungsmittel gelten als wahre Wundermittel – zum Beispiel Brokkoli, grünes Blattgemüse, Beeren wie Himbeeren, Knoblauch oder grüner Tee. Darin befinden sich auch gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe. Doch deren positiver Effekt sollte nicht überschätzt werden.“
Dr. Camilla Leithold

 

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Soja, Milch und rotes Fleisch - können Lebensmittel Krebs auslösen?

Können Lebensmittel Krebs auslösen?

Ein Zuviel an Zucker und Fleisch fördert Übergewicht, Karies sowie Zivilisationskrankheiten wie Diabetes oder einen erhöhten Cholesterinspiegel. Doch können bestimmte Nahrungsmittel tatsächlich die Ursache von Krebs sein? Erfahren Sie, was dahinter steckt.

Steak, Currywurst und Schinken als Krebsursache?

Darauf gibt es keine Pauschalantwort. Feststeht: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt bestimmte Fleischsorten sowie verarbeitetes Fleisch als potentielle Risikofaktoren für Krebs. Das Krebsrisiko steigt laut WHO aber nur, wenn Sie mehr als die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen 300 bis 600 Gramm Fleisch und Fleischwaren pro Woche zu sich nehmen.

Dabei unterscheidet die WHO zwischen verarbeitetem und unverarbeitetem Fleisch wie etwa Steak. In die Kategorie „verarbeitet“ fallen alle Fleischwaren, bei deren Herstellung das Fleisch durch Salzen, Fermentieren, Räuchern oder Pökeln haltbar gemacht wird. Als sicher krebserregend gelten demnach beispielsweise Wurst oder Schinken. Wer 50 Gramm davon pro Tag isst, erhöht das Risiko an Darmkrebs zu erkranken um 18 Prozent. Dagegen stuft die Organisation unverarbeitetes rotes Fleisch nur als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Dazu zählt Muskelfleisch von Rind, Schwein, Schaf oder Ziege.23

Tipp: Bevorzugen Sie unverarbeitetes Fleisch, am besten nicht zu hoch erhitzt und in den empfohlenen Mengen, und ernähren Sie sich ausgewogen mit viel Obst und Gemüse.

Gut zu wissen

Dr. Camilla Leithold empfiehlt Krebspatienten Fleisch zu essen, um sich ausreichend mit Eiweiß zu versorgen. Ob Sie Bio-Fleisch wählen oder nicht, hat keine Auswirkungen auf die Krebstherapie. Für eine gute Fleischqualität sprechen in erster Linie ethische und keine gesundheitlichen Gründe.

Das bedeutet: Wenn Ihnen das Tierwohl am Herzen liegt, bevorzugen Sie besser Fleisch in Bio-Qualität. Wer befürchtet durch konventionell erzeugtes Fleisch Hormone in gesundheitsschädigender Menge zu sich zu nehmen, kann beruhigt sein: In Deutschland ist genau geregelt, wie hoch die täglich akzeptable Aufnahmemenge (ADI-Wert) von Hormonen ist, die ein Tier im Laufe seines Lebens zu sich nehmen kann, ohne dass die Gesundheit des Verbrauchers Schaden nimmt. Darüber hinaus gibt es gesetzlich festgelegte Wartezeiten zwischen Verabreichen der Hormone und Schlachtung. Wenn diese eingehalten werden, werden die Höchstgrenzen an Hormonrückständen nicht überschritten und der Fleischverzehr ist unbedenklich.24

Milch macht Krebs - ja oder nein?

Eine weitere weitverbreitete Annahme ist, dass der Konsum von Milchprodukten Krebs hervorruft: Sei es durch die darin enthaltenen Hormone25 oder durch darin vorkommende Infektionserreger (Bovine Milk and Meat Factors = BMMF).26 Wer gerne Milch trinkt oder täglich seinen Joghurt löffelt, sei beruhigt: In üblichen Mengen genossen, was etwa 250 Gramm pro Tag entspricht, ist der Verzehr unbedenklich.27 Lediglich Säuglinge unter einem Jahr, deren Immunsystem noch nicht ausgebildet ist, sollten nicht mit Kuhmilch gefüttert werden.28

Erhöht Soja das Krebsrisiko?

Sojabohnen enthalten Isoflavone, die zu den sogenannten Phytoöstrogenen gehören. Sie ähneln dem körpereigenen Hormon Östrogen und seiner Wirkung. Deshalb geraten Sojabohnen immer wieder in Verdacht, an der Entstehung von Brustkrebs beteiligt zu sein oder sein Wiederauftreten zu begünstigen.

Generell gelten zwei Portionen sojahaltiger Nahrungsmittel täglich (Isoflavongehalt ca. 25 – 50 mg) sowohl für gesunde Frauen als auch für Brustkrebsbetroffene als unbedenklich. Selbst Nahrungsergänzungsmittel, die isolierte Soja-Isoflavone enthalten (max. 100 mg pro Tag), können gesunde Frauen für einen Zeitraum von maximal zehn Monaten einnehmen. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass der Verzehr von Soja möglicherweise vor Brustkrebs schützen kann.29

Mythos: Hormone als Krebsauslöser

In Milch und in Fleisch kommen natürlicherweise nur wenige Hormone vor, die der menschliche Körper auch schnell abbaut. Es besteht also kein Risiko, dass diese Nahrungsmittel hormonbedingte Krebsarten wie Brust- und Prostatakrebs hervorrufen.30 Ungeklärt ist die hormonähnliche Wirkung von Soja-Isoflavonen: Laut Studien können sie die Entstehung von Krebs sowohl verhindern als auch begünstigen. Frauen sollten nach einer hormonbedingten Brustkrebserkrankung keine Nahrungsergänzungsmittel mit isolierten Isoflavonen konsumieren.31

Mythos: Infektionserreger in Milch und Fleisch

Die sogenannten Bovine Milk and Meat Factors (BMMF) lösen chronische Entzündungen aus. Dadurch können sie die Entstehung von Tumoren im umliegenden Gewebe indirekt begünstigen. Dies ist vor allem bei Dickdarm-, eventuell auch bei Brust- und Prostatakrebs der Fall. Bis jetzt ist allerdings kein direkter kausaler Zusammenhang zwischen einer BMMF-Infektion und Krebs belegt.32 

Fazit: Es gibt keine Diät, die Krebs heilen oder vorbeugen kann. Jede starke Einschränkung in der Ernährung birgt große Risiken und kann Ihre Gesundheit zusätzlich gefährden. Am besten ernähren Sie sich ausgewogen.

Referenzen:
  1. https://www.krebshilfe.de/infomaterial/Blaue_Ratgeber/Ernaehrung-bei-Krebs_BlaueRatgeber_DeutscheKrebshilfe.pdf S. 31  07.11.19, 16.29 Uhr
    https://www.zentralklinik.de/unsere-medizin/zertifizierte-zentren/enets/informationen-fuer-patienten/krebs-und-ernaehrung.html Abschnitt Ernährung als Krebstherapie  07.11.19, 14.29 Uhr
  2. https://www.ernaehrung-krebs-tzm.de/ernaehrung-krebs/krebsdiaeten.html  07.11.19, 14.23 Uhr
  3. https://www.duden.de/rechtschreibung/Diaet  07.11.19, 14.25 Uhr
  4. https://www.aerzteblatt.de/archiv/174845/Alternativmedizin-von-Krebsdiaeten 07.11.19, 10.11 Uhr
  5. DOI: 10.4455/eu.2016.011. Für eine Verbesserung der Ernährungsversorgung bei Menschen mit Krebs in Deutschland  07.11.19, 17.53 Uhr
  6. https://www.komplementaermethoden.de/breuss-diaet  12.12.19, 09.40 Uhr
    https://www.ernaehrung-krebs-tzm.de/ernaehrung-krebs/krebsdiaeten.html 12.12.19, 09.52 Uhr
  7. https://www.komplementaermethoden.de/budwig-diaet  12.12.19, 9.49 Uhr
    https://www.ernaehrung-krebs-tzm.de/ernaehrung-krebs/krebsdiaeten.html  12.12.19, 09.54 Uhr
    https://www.aerzteblatt.de/archiv/174845/Alternativmedizin-von-Krebsdiaeten  12.12.19, 09.48 Uhr
  8. https://www.ernaehrung-krebs-tzm.de/ernaehrung-krebs/krebsdiaeten.html  12.12.19, 10.46 Uhr
  9. https://www.ernaehrung-krebs-tzm.de/ernaehrung-krebs/krebsdiaeten.html  12.12.19, 10.53 Uhr
    Broschüre: Wissenswertes zur Ernährung bei Krebserkrankungen, S. 22, 12.12.19, 11.33 Uhr
  10. https://www.aerzteblatt.de/archiv/174845/Alternativmedizin-von-Krebsdiaeten 12.12.19, 09.48 Uhr
    https://www.komplementaermethoden.de/gerson-diaet 12.12.19, 11.24 Uhr
  11. https://www.jod.de/zwangsjodierung/zu-viel-jod-macht-krank 24.04.20, 12.18 Uhr
  12. http://www.diabetologie-online.de:8091/dialog/a/morbus-crohn-welche-laborkontrollen-sind-wichtig-2047658 ,24.04.20, 13.12 Uhr
  13. Broschüre: Wissenswertes zur Ernährung bei Krebserkrankungen, S. 21, 12.12.19, 11.33 Uhr
  14. https://www.gesundheitsinformation.de/nahrungsergaenzungsmittel-koennen-sie-auch-schaden.2321.de.html?part=medzwei-hl-2jxa-ci4y  24.04.20, 12.17 Uhr
  15. https://www.komplementaermethoden.de/rote-bete-diaet 12.12.19, 11.39 Uhr
  16. https://www.ernaehrung-krebs-tzm.de/ernaehrung-krebs/krebsdiaeten.html 12.12.19, 11.43 Uhr
    https://www.komplementaermethoden.de/ketogene-diaet 12.12.19, 11.45 Uhr
  17. https://www.komplementaermethoden.de/heilfasten 12.12.19, 11.48 Uhr
  18. Siehe Fußnoten 6 bis 13
    https://www.krebshilfe.de/infomaterial/Blaue_Ratgeber/Ernaehrung-bei-Krebs_BlaueRatgeber_DeutscheKrebshilfe.pdf S. 32. 12.12.19, 11.53 Uhr
  19. Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft Prävention und Integrative. Onkologie (PRIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft zu Vitamin. B17 (Amygdalin)  12.11.19, 13.13 Uhr
    https://www.ernaehrungs-umschau.de/print-news/13-03-2019-aprikosenkerne-kein-mittel-gegen-krebs/  12.11.19, 12.16 Uhr
  20.  https://www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/nachrichten/2016/fk6-propolis-und-krebs.php 12.12.19, 12.09 Uhr 
  21. www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/nachrichten/2019/fk14-curcumin-kurkuma-krebs.php 12.12.19, 13.29 Uhr
  22.  www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/nachrichten/2019/fk14-curcumin-kurkuma-krebs.php 12.12.19, 13.29 Uhr
  23. https://www.iarc.fr/wp-content/uploads/2018/07/pr240_E.pdf   11.12.19, 11.52 Uhr
    https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/who-verarbeitetes-fleisch-krebserregend-12300  12.12.19, 16.21 Uhr
  24. https://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_hormonen_in_fleisch_und_milch-190401.html  28.04.20, 10.27 Uhr und 121219_16.57Uhr
  25. https://www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/2014/news43.php  12.12.19, 16.29 Uhr
  26. https://mobil.bfr.bund.de/cm/343/neuartige-erreger-in-rind-und-kuhmilchprodukten-weitere-forschung-notwendig.pdf  12.12.19, 16.26 Uhr
  27. https://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_hormonen_in_fleisch_und_milch-190401.html 12.12.19, 16.26 Uhr
  28. https://mobil.bfr.bund.de/cm/343/neuartige-erreger-in-rind-und-kuhmilchprodukten-weitere-forschung-notwendig.pdf  12.12.19, 16.26 Uhr
  29. https://www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/nachrichten/2019/fk08-soja-brustkrebs-ernaehrung-phytooestrogen.php  12.12.19, 16.45 Uhr
  30. https://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_hormonen_in_fleisch_und_milch-190401.html  12.12.19, 16.26 Uhr/16.57 Uhr
  31. https://www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/nachrichten/2019/fk08-soja-brustkrebs-ernaehrung-phytooestrogen.php  12.12.19, 16.45 Uhr
  32. https://mobil.bfr.bund.de/cm/343/neuartige-erreger-in-rind-und-kuhmilchprodukten-weitere-forschung-notwendig.pdf  11.12.19, 12.24 Uhr
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