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Eierstockkrebs

Eierstockkrebs ist eine seltene Krebserkrankung bei Frauen. Bösartige Eierstockzellen vermehren sich unkontrolliert, wodurch es zur Tumorbildung kommt.

Das Wichtigste in Kürze

Eierstockkrebs ist eine seltene Krebserkrankung bei Frauen. Wie der Name schon sagt, sind hierbei die Eierstöcke – auch Ovarien genannt – betroffen. In der Fachsprache wird diese Krebserkrankung daher als Ovarialkarzinom bezeichnet. Wie kommt es zu einem Ovarialkarzinom? Es entwickeln sich bösartige Eierstockzellen, die sich unkontrolliert vermehren und dadurch einen Tumor bilden. Der Tumor kann erst einmal in den freien Bauchraum hineinwachsen, ohne dass dabei andere Organe beeinträchtigt werden oder Schmerzen entstehen. Da die Patientinnen zu Beginn oft keine Beschwerden haben, wird der Tumor leider in vielen Fällen erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Erst wenn sich die Krebszellen in benachbarte Organe ausgebreitet haben (z. B. in Becken- und Bauchraum oder Eileiter), können erste Symptome auftreten. Das Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken, steigt mit einem höheren Lebensalter. Zur Behandlung des Eierstockkrebses stehen mehrere Therapien zur Verfügung, z. B. eine operative Entfernung des Tumors oder eine Chemotherapie. Sollten Sie betroffen sein, wird Ihr Arzt mit Ihnen zusammen die passende Behandlung auswählen. Lässt sich der Tumor in der Operation vollständig entfernen, kann auch in späteren Krankheitsstadien eine Heilung möglich sein.

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Entstehung

Die Eierstöcke sind – neben Gebärmutter, Eileiter und Scheide (Vagina) – Teil der inneren weiblichen Geschlechtsorgane. Die Gebärmutter, oder Uterus, ist ein Hohlorgan, in dem bei einer Schwangerschaft das Kind heranwächst. Die Eileiter verbinden die Gebärmutter mit den Eierstöcken, den Ovarien. Aber welche Aufgabe haben die Eierstöcke? Die Eierstöcke befinden sich jeweils seitlich an der Gebärmutter, sind ungefähr so groß wie eine Pflaume und besitzen eine ovale Form. In den Eierstöcken befinden sich die Eizellen. Daher spielen sie eine wichtige Rolle bei der Fortpflanzung. Jeden Monat reifen ein paar der Eizellen heran und gelangen über die Eileiter zur Gebärmutter, hier kann eine Befruchtung stattfinden. Aber die Eierstöcke haben noch eine weitere, wichtige Aufgabe: Die Produktion von Geschlechtshormonen. Sicherlich haben Sie auch schon einmal von dem Hormon Östrogen gehört. Dieses Hormon wird hauptsächlich in den Eierstöcken gebildet. Der Monatszyklus ist ein komplexer Mechanismus, bei dem das Gleichgewicht verschiedener Hormone eine wichtige Rolle spielt. Das Östrogen gehört. Dieses Hormon wird hauptsächlich in den Eierstöcken gebildet. Der Monatszyklus ist ein komplexer Mechanismus, bei dem das Gleichgewicht verschiedener Hormone eine wichtige Rolle spielt. Das Östrogen hilft dabei, dieses Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.

Wie kommt es zur Entstehung des Eierstockkrebses (Ovarialkarzinom)?

Die Eierstöcke oder Ovarien bestehen – wie andere Organe auch – aus unterschiedlichen Gewebearten und Zelltypen. Verändern sich Erbinformationen von Zellen in den Eierstöcken, können sich diese unkontrolliert vermehren und es entsteht eine Geschwulst. Eine Geschwulst aus mehreren Krebszellen wird als „bösartiger“ oder maligner Tumor bezeichnet. Da der Tumor beim Eierstockkrebs aus verschiedenen Zelltypen entstehen kann, gibt es folglich auch verschiedene Unterformen des Eierstockkrebses. Welche Form bei Ihnen genau vorliegt, kann Ihr Arzt mithilfe von speziellen Untersuchungen bestimmen.

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Diagnose

Welche Symptome spüren Sie als Patientin beim Eierstockkrebs?

Anfangs verspüren die Patientinnen meist keine Symptome. Grund hierfür ist, dass im Becken und in der Bauchhöhle viel Platz ist, in dem sich der Tumor ausbreiten kann. Daher bleibt der Tumor in den meisten Fällen zunächst unbemerkt. Erst in späteren Stadien können sich die Krebszellen in benachbarte Organe ausbreiten (z. B. Becken- und Bauchraum oder Eileiter) und unbestimmte Symptome verursachen, wie beispielsweise Völlegefühl, unklare Bauchschmerzen oder Verdauungsbeschwerden. Wenn Sie über 50 Jahre alt sind und öfter über die oben genannten Symptome klagen, sollten Sie sich sicherheitshalber an einen Arzt wenden, um den Grund für Ihre Beschwerden abklären zu lassen. Unter Umständen kann Eierstockkrebs die Ursache für Ihre Beschwerden sein. Es gibt noch weitere unspezifische Symptome, die beim Eierstockkrebs auftreten können. Im Folgenden sind die möglichen Symptome aufgeführt. Bitte beachten Sie: Es ist deutlich wahrscheinlicher, dass sie durch anderweitige Auslöser verursacht werden.

Mögliche Symptome des Eierstockkrebses auf einen Blick

Anfangs spüren Patientinnen meist keine Symptome. Erst in späteren Stadien kann der Krebs sich ausbreiten und verschiedene Symptome verursachen:

Mögliche Symptome des Eierstockkrebses

Wie wird Eierstockkrebs diagnostiziert?

Um genau abzuklären, ob bei Ihnen eine Erkrankung der Eierstöcke vorliegt, wird Ihr Arzt Sie zunächst zu Ihren Beschwerden und möglichen Risikofaktoren befragen, beispielsweise, ob es Krebserkrankungen in Ihrer Familie gab. Anschließend wird Ihr Arzt verschiedene Untersuchungen veranlassen.

Spiegel- und Tastuntersuchung

Im ersten Schritt erfolgt die sogenannte gynäkologische Spiegel- und Tastuntersuchung. Hierbei tastet Ihr Arzt zunächst Ihre Bauchdecke und Ihre Scheide von innen ab. Dadurch kann er feststellen, ob mögliche Veränderungen vorliegen. Bei der Spiegeluntersuchung werden Ihre inneren Geschlechtsorgane untersucht. Bei der Spiegeluntersuchung wird die Vagina mit einem Metallspatel gespreizt, damit die inneren Geschlechtsorgane untersucht werden können.

Vaginaler Ultraschall

Im Anschluss an die Spiegel- und Tastuntersuchung wird Ihr Arzt eine Ultraschalluntersuchung Ihrer Scheide durchführen. Dabei wird eine Ultraschallsonde in die Scheide eingeführt, wodurch die Geschlechtsorgane und insbesondere die Eierstöcke genau untersucht werden können. Vielleicht fühlen Sie sich bei dem Gedanken an diese Untersuchung etwas unwohl, aber die Untersuchung ist normalerweise schmerzlos. Unter Umständen wurde der vaginale Ultraschall bei Ihnen bereits bei einer Routineuntersuchung schon einmal durchgeführt.

Sind weitere Untersuchungen notwendig?

Falls alle Fragen nicht mit der Tast- und Spiegel- oder der Ultraschalluntersuchung geklärt werden konnten, ist es möglich, dass weitere bildgebende Verfahren eingesetzt werden. Die Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Positronen-Emissions-Tomographie (PET) können unter anderem dabei helfen, die genaue Ausdehnung des Tumors im Becken und im Bauchraum zu beurteilen.

Ultraschall Eierstockkrebs

Warum wird bei Verdacht auf Eierstockkrebs eine diagnostische Operation durchgeführt?

Die verschiedenen Untersuchungen lassen bereits erkennen, dass sich ein Tumor in den Eierstöcken gebildet hat. Ein Tumor ist nicht zwangsläufig gleich Krebs, denn der Tumor kann gut- oder bösartig sein. Ein gutartiger Tumor wird auch benigner Tumor genannt und ist kein Krebs. Benigne Tumore können zwar sehr groß werden, aber sie wachsen nicht in benachbarte Gewebe ein und „streuen“ auch nicht, das heißt, sie bilden keine Absiedlungen in anderen Organen. Ein bösartiger Tumor wird auch als maligner Tumor bezeichnet oder vereinfacht als Krebs. Maligne Tumore können im Gegensatz zu benignen Tumoren über Gewebegrenzen hinauswachsen und so das umgebene Gewebe zerstören. Zellen dieser malignen Tumore können sich zudem lösen und durch das Blut oder die Lymphgefäße in andere Körperregionen gelangen. Dort können diese Zellen so genannte Tochtergeschwülste bilden. In diesem Zusammenhang wird davon gesprochen, dass der Tumor „gestreut“ oder Metastasen gebildet hat.

Mithilfe der diagnostischen Operation lässt sich nun klären, ob der Tumor gutartig (benigne) oder bösartig (maligne) ist. Wenn ein maligner Tumor vorliegt, kann zudem geklärt werden, wie aggressiv er ist und ob bereits andere Organe wie Darm, Harnblase, Milz oder Leber befallen sind. Nur anhand einer diagnostischen Operation kann die endgültige Diagnose Eierstockkrebs gestellt werden. Das nennt man in der Fachsprache „operatives Staging“. Oft wird bereits in dieser Operation der erste Behandlungsschritt eingeleitet. Aber bitte machen Sie sich nicht zu große Sorgen, denn die Mehrheit aller Tumore im Eierstock sind gutartig. Vor allem bei jungen Patientinnen handelt es sich oft um gutartige Eierstockzysten, die teilweise sehr groß werden können.1

Wenn Sie sich unsicher fühlen und Fragen zu den einzelnen Untersuchungen haben, ziehen Sie bitte immer Ihren Arzt ins Vertrauen. Es kann hilfreich sein, Ihre Fragen vor dem Arzttermin schriftlich zu notieren, damit Sie nichts vergessen. Gerne können Sie die Arzttermine auch gemeinsam mit einer Person Ihres Vertrauens wahrnehmen, mit der Sie sich austauschen können.

Warum ist die Bestimmung der Eierstockkrebsform wichtig?

Die genaue Bestimmung der Eierstockkrebsform ist wichtig, um die passende Therapie zu bestimmen, mit deren Hilfe sich der Eierstockkrebs behandeln lässt. Aber nach welchen Kriterien werden diese Unterformen eingeteilt? Es kann beim Eierstockkrebs in bestimmten Zellen zu „bösartigen“ Veränderungen im Erbgut (Mutationen) kommen. Die Mutationen können zu einem unkontrollierten Wachstum dieser bösartig veränderten Zellen führen und ein maligner Tumor entsteht. Je nachdem, aus welchen Zellen sich der maligne Tumor gebildet hat, wird der Eierstockkrebs in die entsprechende Unterform eingeteilt. Bei ca. 90 % aller malignen, also bösartigen, Tumore der Eierstöcke handelt es sich um epitheliale Tumore.1  Das bedeutet, dass die bösartigen Krebszellen aus dem obersten Deckgewebe, dem Epithel, der Eierstöcke entstehen. Hierbei gibt es wiederum weitere Unterformen, wie beispielsweise seröse, endometrioide, klarzellige oder muzinöse Tumore. Ihr Arzt wird Sie umfassend darüber informieren, welche Form und Unterform bei Ihnen vorliegt. In seltenen Fällen kann sich der Eierstockkrebs auch aus dem Stützgewebe der Eierstöcke entwickeln. Diese Tumore werden als Keimstrangstromatumore bezeichnet. Eine weitere Form des Eierstockkrebses ist der Keimzelltumor. Diese Unterform kommt aber nur bei ungefähr jeder zwanzigsten Patientin mit malignem Ovarialkarzinom vor.1

Das operative Staging des Ovarialkarzinoms, welches während der diagnostischen Operation durchgeführt wird, beschreibt, wie weit sich der Tumor örtlich ausgebreitet hat. Hierbei wird untersucht, ob sich bereits einzelne Krebszellen aus dem Tumor herausgelöst haben, sogenannte Absiedlungen. Zeigen sich Absiedlungen des Tumors in den Lymphknoten, so werden diese als Lymphknotenmetastasen bezeichnet. Sind Knochen und/oder andere Organe befallen, spricht man von Fernmetastasen.

Der Arzt kann mit diesen Informationen das Krankheitsstadium und die Tumoreigenschaften ermitteln. Maligne Tumore werden anhand der sogenannten TNM-Klassifikation eingeteilt. Die drei Buchstaben stehen hier für die folgenden Merkmale: 

T (abgeleitet von Tumor) – beschreibt, wie weit sich der Eierstockkrebs vor Ort ausgebreitet hat,

N (abgeleitet von Nodus, lateinisch Nodus lymphoideus = Lymphknoten) – beschreibt, ob umliegende Lymphknoten befallen sind,

M (abgeleitet von Metastasen) – beschreibt, ob Fernmetastasen gefunden wurden.1

Zur weiteren Einteilung der verschiedenen Krankheitsstadien steht Ihrem Arzt außerdem die FIGO-Klassifikation zur Verfügung. FIGO steht für Fédération Internationale de Gynécologie et d’Obstétrique und wurde von der internationalen Vereinigung für Gynäkologie und Geburtshilfe entwickelt. Die Einteilung beruht auf den Ergebnissen der diagnostischen Operation und auf Laboruntersuchungen (sehen Sie hierzu auch die Abbildung).1

Eierstockkrebs

Einteilung der FIGO-Stadien (Fédération Internationale de Gynécologie et d'Obstétrique) bei Eierstockkrebs

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Behandlung

In der diagnostischen Operation lässt sich mithilfe des operativen Stagings klären, ob tatsächlich Eierstockkrebs vorliegt und ob sich der Tumor bereits ausgebreitet hat. Hat sich die Diagnose Eierstockkrebs bestätigt, stehen mehrere Optionen für eine Behandlung zur Verfügung.

Operative Entfernung des Tumors

An erster Stelle steht die vollständige, operative Entfernung des Tumors. Hat sich beim operativen Staging die Diagnose Eierstockkrebs bestätigt, wird bereits in derselben Operation der erste Behandlungsschritt eingeleitet. In der Regel werden bei der Operation ein Eierstock oder beide Eierstöcke entfernt. Je nach Ausbreitung und Art des Tumors kann es notwendig sein, weitere Organe wie die Eileiter, die Gebärmutter oder einige Lymphknoten zu entfernen. Ihr Arzt wird Sie ausführlich vor der Operation aufklären, in welchem Umfang die Operation bei den unterschiedlichen Unterformen des Eierstockkrebses notwendig ist und die möglichen Optionen mit Ihnen besprechen.

Chemotherapie

Meistens schließt sich nach der Operation eine Chemotherapie an. Bei der Chemotherapie werden bestimmte Medikamente eingesetzt, die die Zellteilung der Krebszellen verhindern sollen. Die Chemotherapie kann in einigen Fällen die Heilungschancen erhöhen oder das Leben verlängern.1

Neben der operativen Entfernung des Tumors und der Chemotherapie stehen noch weitere Behandlungsoptionen zur Verfügung. Im Folgenden sind die möglichen Therapieoptionen aufgelistet. Ihr Arzt wird mit Ihnen sprechen und gemeinsam mit Ihnen klären, welche Therapie für Sie am besten passt und welche Behandlungen infrage kommen.

Chemotherapie Eierstockkrebs

Mögliche Therapieoptionen zur Behandlung des Eierstockkrebses
  • Operative Entfernung des Tumors (und ggf. weiterer betroffener Organe)
  • Chemotherapie (spezielle Medikamente sollen das weitere Wachstum der Krebszellen verhindern)
  • Antikörpertherapie (mithilfe bestimmter Antikörper werden bestimmte Strukturen auf den Krebszellen angegriffen und helfen so bei der Krebsbekämpfung
Kann ich nach der Operation noch Kinder bekommen?

Meistens handelt es sich bei Patientinnen mit Eierstockkrebs um Frauen in einem höheren Lebensalter. Jüngeren Frauen, bei denen nur ein Eierstock befallen ist, kann unter Umständen trotz einer Operation die Fruchtbarkeit erhalten bleiben. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn bei Ihnen ein Kinderwunsch besteht.

Welche Optionen stehen bei einer erblichen Vorbelastung zur Verfügung?

Etwa jede zehnte Eierstockkrebserkrankung ist erblich bedingt1. Meist spielen Veränderungen in den Genen BRCA1 und BRCA2 eine Rolle bei der Entstehung dieser Krebserkrankung. Ein Fragebogen hilft zu ermitteln, ob Sie zu den Risikopatientinnen gehören könnten. Oft liegt eine erbliche Vorbelastung vor, wenn in der Familie bereits mehrere Frauen an Brust- oder Eierstockkrebs erkrankt sind. Ist es so, dass sich der Verdacht erhärtet, kann ein Gentest sinnvoll sein. Hierfür wird Ihnen Blut abgenommen. Sollte bei Ihnen eine BRCA1/2-Mutation vorliegen, kann es sinnvoll sein, die Eierstöcke sowie die Eileiter operativ entfernen zu lassen, um das Krebsrisiko zu senken. Ihr Arzt wird Sie umfassend informieren, ob ein Gentest und gegebenenfalls eine Operation bei Ihnen sinnvoll und angezeigt sein könnten.

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Wichtig während der Behandlung

Sie als Patientin haben die Möglichkeit, Ihre Behandlung sowie den Krankheitsverlauf aktiv und positiv zu unterstützen. Bitte nehmen Sie Ihre Arzttermine wahr und achten Sie auf die regelmäßige Medikamenteneinnahme, falls diese notwendig ist. Eine gesunde Ernährung und ein aktiver Lebensstil können ebenfalls helfen sich wohler zu fühlen. Außerdem stehen Ihnen eine Reihe professioneller Unterstützungsprogramme zur Verfügung (z. B. Gespräche mit Psychologen, Gruppen- oder Einzeltherapien). Das alles soll Ihnen in dieser schwierigen Zeit helfen und Sie nach Kräften unterstützen. Bitte denken Sie immer daran, dass Sie nicht allein sind. Tauschen Sie sich mit anderen Patientinnen oder Betroffenen aus, das kann eine große Unterstützung und Entlastung sein. Weitere Informationen zu den verschiedenen Unterstützungsangeboten finden Sie auf den folgenden Seiten: Psyche & Krebs, Beruf & Krebs und Patientenaustausch.

Eierstockkrebs Patientin im Gespräch mit Arzt und Ehemann

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Heilungschancen

Je früher der Eierstockkrebs erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Chancen länger zu leben. Eine Heilung des Eierstockkrebses ist aber auch im fortgeschrittenen Stadium möglich, wenn sich der Tumor während der Operation vollständig entfernen lässt. Deshalb ist eine Operation der wichtigste Schritt bei der Krebsbehandlung. Ob neben den Eierstöcken noch weitere Organe bei der Operation entfernt werden müssen, hängt unter anderem davon ab, wie sich der Tumor ausgebreitet hat und wie aggressiv er ist.

Wie ist die Lebenserwartung mit Eierstockkrebs?

Da die Symptome zunächst meist unspezifisch sind und oft erst spät auftreten, wird bei ungefähr drei Viertel aller Patientinnen diese Krebserkrankung leider erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert.2

Das Maß für die Wahrscheinlichkeit mit einer Krebserkrankung einen bestimmten Zeitraum zu überleben, wird Überlebensrate genannt. Diese gibt an, wieviel Prozent der Erkrankten zu einem bestimmten Zeitpunkt nach der Diagnose weiterhin leben. Ist dieser Zeitpunkt beispielsweise 5 Jahre nach Diagnose, so spricht man von der 5-Jahres-Überlebensrate. Je nach Stadium des Ovarialkarzinoms und Art des durchgeführten Operativen Stagings kann die 5-Jahres-Überlebensrate bis zu 89 % betragen.2 Über alle Stadien betrachtet liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei 37 %4. Bitte beachten Sie, dass die Überlebensraten immer nur statistische Werte sind, und nicht den Krankheitsverlauf einer einzelnen Patientin vorhersagen können. Verlieren Sie nicht den Mut, Ihr Arzt wird alles tun, um Ihnen zu helfen.

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Wer ist betroffen ?

In Deutschland sind pro Jahr mehr als 7.000 Frauen von Eierstockkrebs betroffen.3 Verglichen mit anderen Krebsarten ist das Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken relativ niedrig. So entfallen von allen bösartigen Neubildungen bei Frauen nur rund 3 % auf den Eierstockkrebs.4 Erst mit zunehmendem Alter steigt das Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken, das mittlere Erkrankungsalter liegt bei ca. 70 Jahren. Sehr positiv ist, dass in den letzten zwei Jahrzenten die Erkrankungsrate des Eierstockkrebses national und international zurückgegangen ist. 3,4

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Vorbeugung

Ist Vorbeugung bei Eierstockkrebs möglich ?

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Eierstockkrebs sind meist unklar. Laut Studien konnte auch durch Untersuchungen zur Früherkennung, wie die Ultraschalluntersuchung im Genitalbereich oder die Bestimmung spezieller Tumormarker, keine Verringerung der Sterbefälle festgestellt werden.1 Allerdings sind gewisse Risikofaktoren bekannt, die mit der Entstehung von Eierstockkrebs in Verbindung stehen. Dazu zählen ein hohes Lebensalter und unter anderem auch Übergewicht oder hormonelle Faktoren. So können zum Beispiel Kinderlosigkeit oder Unfruchtbarkeit das Erkrankungsrisiko erhöhen. Frauen, deren nahe Verwandte an Eierstock- oder Brustkrebs erkrankt sind, oder die selbst noch andere Krebserkrankungen (Brust-, Gebärmutterkörper- oder Darmkrebs) haben, weisen ein erhöhtes Risiko auf, an Eierstockkrebs zu erkranken. Meist liegen bei diesen Patientinnen Veränderungen in bestimmten Genen (BRCA1 und BRCA2) vor – sogenannte Mutationen. Andere Faktoren wie mehrere Geburten und längere Stillzeiten können das Risiko dieser Krebserkrankung senken.4

Eierstockkrebs Patientin am Strand mit Ehemann

Auch Asbest kann das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, begünstigen. Sollte bei Ihnen der Verdacht auf einen Zusammenhang zwischen Ihrer Eierstockkrebserkrankung und dem Kontakt mit Asbest bestehen, so wird Ihr Arzt den Verdacht auf eine Berufskrankheit dem Staatlichen Gewerbearzt oder dem zuständigen Unfallversicherungsträger melden.

Sind Untersuchungen zur Früherkennung des Eierstockkrebses sinnvoll?

Bisher konnte kein wissenschaftlicher Nachweis erbracht werden, dass sich durch Früherkennungsuntersuchungen die Sterblichkeit bei Eierstockkrebs senken lässt. Das ist der Grund, warum Früherkennungsuntersuchungen von den offiziellen Leitlinien nicht empfohlen werden.1 Die offiziellen Leitlinien sind offizielle Empfehlungen für Ärzte zur Diagnose und Behandlung des malignen Ovarialkarzinoms. Risikopatientinnen, bei denen ein erhöhtes Risiko für Eierstockkrebs besteht, werden eine umfassende Beratung sowie genetische Tests angeboten. In einigen Fällen kann bei bestätigtem, erhöhtem Risiko eine vorbeugende Operation durchgeführt werden. 

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Aktuelle Forschung

In der Forschung wird viel getan, um neue Therapien zur besseren Behandlung von Eierstockkrebs zu entwickeln. So werden beispielsweise neue Medikamente für Chemotherapien oder auch neue Kombinationen von Medikamenten untersucht. Sehr vielversprechend ist etwa die sogenannte hypertherme intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC).5 Hier werden während einer Operation erwärmte Medikamente eingesetzt, um die Krebszellen direkt an Ort und Stelle zu bekämpfen. Da Krebszellen empfindlicher als normale Körperzellen auf Hitze reagieren, verstärkt die Wärme die Wirkung der Zellgifte.1

Außerdem wird an neuen Therapieansätzen geforscht, um die Behandlung von Frauen mit Eierstockkrebs, die eine BRCA1-Mutation aufweisen, zu verbessern. Es gibt erste Hinweise darauf, dass Frauen, bei denen nur wenige dieser BRCA1-Mutationen vorliegen, besser auf Krebsbehandlungen ansprechen. Aus diesem Grund stehen beispielsweise sogenannte mikro-RNAs im Fokus der Forscher. Was sind Mikro-RNAs? Das sind Substanzen, die genetische Informationen für unser Erbgut tragen. Neueste Forschungen haben gezeigt, dass einige mikro-RNAs in der Lage sind, das Level der BRCA1-Mutationen zu senken.5

In klinischen Studien wird die Wirksamkeit neuer Medikamente und Therapien untersucht. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob es für Sie sinnvoll ist, an einer klinischen Studie teilzunehmen, ob Sie dafür infrage kommen und welche Studie in Ihrem Fall geeignet wäre.

 
Referenzen
  1. Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Patientinnenleitlinie Eierstockkrebs, ein Ratgeber für Patientinnen, Stand: April 2018, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/patientenleitlinien/eierstockkrebs/ [Zugriff am: 04.10.2019]
  2. Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren, Langversion 3.0, 2019, AWMF-Registernummer: 032/035OL, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/ovarialkarzinom/ [Zugriff am: 04.10.2019]
  3. Buttmann-Schweiger N und Kraywinkel K: Epidemiologie von Eierstockkrebs in Deutschland. In: Der Onkologe, 2019. 25: 92-98. https://doi.org/10.1007/s00761-018-0507-8 [Zugriff am: 04.10.2019]
  4. Krebs in Deutschland für die Jahre 2013/2014. 11. Ausgabe. Robert Koch-Institut (Hrsg.) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. (Hrsg.). Berlin, 2017
  5. American Cancer Society - What's New in Ovarian Cancer Research?, https://www.cancer.org/cancer/ovarian-cancer/about/new-research.html [Zugriff am: 11.10.2019] (Society kein Datum) 
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