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Chronische lymphatische Leukämie (CLL)

Das Wichtigste in Kürze

Die chronische lymphatische Leukämie (CLL) ist eine komplexe Erkrankung und in Deutschland die häufigste Form der Leukämie. Leukämie ist der Oberbegriff für verschiedene Krebserkrankungen des blutbildenden Systems und ist auch unter dem Begriff „Blutkrebs“ bekannt. Alle diese Krankheiten haben eine Gemeinsamkeit: Die weißen Blutkörperchen, auch Leukozyten genannt, vermehren sich unkontrolliert. Die Leukozyten spielen eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern in unserem Organismus. Chronische Leukämien wie die CLL gehören zu den sogenannten indolenten und damit weniger aggressiven Lymphomen. Das bedeutet, die CLL schreitet im Krankheitsverlauf meist langsam über viele Jahre fort und verursacht zu Beginn häufig keine oder nur wenige Symptome.

CLL

Bei der CLL entstehen viele weiße Blutzellen im Blut, die keine Funktion haben. Das kann dazu führen, dass sich bei Ihnen als Betroffenen die Infektanfälligkeit erhöht. Ebenfalls kann es zur Vergrößerung von Lymphknoten, Leber und Milz kommen. Angeschwollene, vergrößerte Lymphknoten können Sie selbst recht gut feststellen und ertasten. Von der Erkrankung sind eher Patienten im höheren Lebensalter betroffen. Sie verursacht im Anfangsstadium keine oder nur geringe Symptome. Natürlich ist es sehr beunruhigend für Sie, wenn Ihnen die Diagnose CLL mitgeteilt wird, aber wir möchten Sie bitten, nicht den Mut zu verlieren, denn eine positive Grundeinstellung hilft auch im Kampf gegen die Krankheit. Ganz besonders wichtig für Sie sind die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen, denn eine Behandlung mit verschiedenen, auf die Krankheit zugeschnittenen Therapien erfolgt in den meisten Fällen erst in einem späteren Stadium des Krankheitsverlaufs. Die CLL ist die Blutkrebsart mit der höchsten Überlebenschance, d. h. die meisten Betroffenen können trotz ihrer Erkrankung viele Jahre ein recht normales Leben führen.

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Entstehung

Das Blut hat viele Aufgaben und ist unter anderem für die lebenswichtige Verteilung des Sauerstoffs im Körper zuständig. Es hilft auch dabei, Krankheitserreger abzuwehren, von denen die Bakterien und Viren jedem von uns bekannt sind. Damit das funktioniert, gibt es verschiedene Arten von Blutzellen: Rote Blutkörperchen – auch Erythrozyten genannt – sind für den Sauerstofftransport zuständig, weiße Blutkörperchen, die Leukozyten, bekämpfen die Krankheitserreger und Blutplättchen, die in der Fachsprache Thrombozyten fördern die Wundheilung. Leider kann dieses perfekte System durcheinandergeraten, sodass bei Krebserkrankungen wie der CLL die Bildung bestimmter Blutzellen gestört ist. Bei der CLL ist das Erbgut bestimmter weißer Blutkörperchen, die man B-Lymphozyten nennt, so verändert, dass diese sich in unkontrollierter Weise vermehren können. Die genaue Ursache für diese Veränderung im Erbgut ist bisher nicht bekannt. Wie Sie vielleicht schon einmal gehört haben, bezeichnen Ärzte diese veränderten, „bösartigen“ B-Zellen als maligne B-Lymphozyten.

CLL Patient im Gespräch mit Arzt

Diese Zellen vermehren sich stark und sammeln sich zum Beispiel im Knochenmark oder Blut an. Dadurch verdrängen sie die gesunden Blutzellen und diese können ihre wichtigen Aufgaben nicht mehr erfüllen. Die Krebszellen können sich auch im lymphatischen System anreichern. Das lymphatische System ist sehr wichtig für unseren Körper und an der Abwehr von Krankheitserregern beteiligt. Das bezeichnet man auch als Immunabwehr – ein Begriff, der jedem von uns bekannt ist. Die Milz, die Lymphknoten und die Lymphbahnen, die sich durch den gesamten Körper ziehen, gehören zum lymphatischen System. Die Lymphknoten produzieren und lagern Zellen für die Immunabwehr. Da sie bei der CLL übermäßig viele B-Lymphozyten enthalten, schwellen sie an. Auch die Leber und die Milz können sich vergrößern, aber wie merke ich als Patient das? Es kann sein, dass Sie ab und zu Schmerzen im Oberbauch verspüren.

Vielleicht haben Sie schon einmal gehört, dass Ihr Arzt im Zusammenhang mit der CLL den schwer auszusprechenden Begriff "Non-Hodgkin-Lymphom" verwendet. Das Non-Hodgkin-Lymphom ist nur ein Sammelbegriff für viele verschiedenartige Krebserkrankungen des Blutes und des lymphatischen Systems. Daher ist es ratsam, immer von der CLL zu sprechen, wenn Sie mit Ihren Ärzten, Ihren Angehörigen, Ihren Freunden oder anderen Ansprechpartnern über Ihre Erkrankung reden. Dadurch wissen diese ganz genau, welche Erkrankung bei Ihnen vorliegt, und können Sie viel besser unterstützen.  

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Diagnose

Welche Symptome spüren Sie als Patient bei der CLL?


Mögliche Symptome der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) können sein:

  • Geschwollene Lymphknoten, Vergrößerung von Milz und Leber
  • Erschöpfung, Schwäche, Kurzatmigkeit
  • Übermäßiges Auftreten von blauen Flecken, Nasenbluten, Zahnfleischbluten
  • Häufiges Auftreten von Infektionen/Erkältungen
  • Schmerzen oder Völlegefühl im Bauch (verursacht u.a. durch vergrößerte Milz)
  • Nachtschweiß, Gewichtsverlust, Fieber (B-Symptome)

Wenn wir Kopfschmerzen haben, wissen wir meist, wo der Schuh drückt. Bei einer chronischen lymphatischen Leukämie kann es anders sein, denn die CLL verursacht nicht immer spürbare Symptome. Dauert die Erkrankung länger an, der Arzt spricht dann vom fortgeschrittenen Stadium, vermehren sich die B-Zellen so stark, dass die Produktion von anderen Blutzellen gestört werden kann. Das kann zu unterschiedlichen Symptomen führen. Dabei kommt es darauf an, welche Blutzellen besonders stark betroffen sind. Wenn beispielsweise zu wenig rote Blutkörperchen produziert werden, können Sie sich sehr müde, schwach und abgeschlagen fühlen. Ihr Arzt wird dann eine Blutarmut, in der Fachsprache Anämie genannt, diagnostizieren. Zeichnet sich bei Ihnen ein Mangel an gesunden weißen Blutzellen ab, können Sie auch anfälliger für Infektionen werden und öfter Erkältungen bekommen, als Sie es gewohnt sind. Hat sich die Anzahl der Blutplättchen verringert, führt das zu einer vermehrten Blutungsneigung (sehen Sie auch dazu die Abbildung). Wie merken Sie das? Ein Zeichen kann vermehrtes Nasenbluten sein. Bei Ihnen können auch die sogenannten "B-Symptome" wie Nachtschweiß, Gewichtsverlust und Fieber auftreten. Sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt, sobald bei Ihnen eine oder mehrere der genannten Symptome nach der Diagnose CLL neu auftreten.

CLL_Grafik

 

Wie wird die chronische lymphatische Leukämie diagnostiziert?

Sie haben Ihrem Arzt Ihre Symptome geschildert. Falls der Verdacht auf eine Form von Blutkrebs vorliegt ist eine Reihe weiterer Untersuchungen notwendig, die auch die genaue Form des Blutkrebses bestimmen können. Der Arzt wird Sie nach typischen Symptomen und Ihrer Krankheitsgeschichte fragen. Dann folgen körperliche Untersuchungen und die Analyse des Blutes im Labor. Bildgebende Verfahren werden angewendet, um die Organe im Körperinneren genau zu untersuchen. Wenn Sie unsicher sind, sich Sorgen machen und Fragen zu den einzelnen Untersuchungen haben, scheuen Sie sich nicht, Ihren Arzt ins Vertrauen zu ziehen! Es kann durchaus hilfreich kann sein, Ihre Fragen vor dem Arzttermin schriftlich zu notieren, damit Sie nichts vergessen. Es ist nur verständlich, wenn Sie verunsichert sind und genauer über die Behandlungen informiert werden möchten. Wenn Sie die Gelegenheit dazu haben, können Sie die Arzttermine auch gerne gemeinsam mit einer vertrauten Person wahrnehmen.

Wieso muss für die Diagnose einer chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) das Blut untersucht werden?

Die Untersuchung des Blutes ist sehr wichtig. Im Labor werden mithilfe von Maschinen oder unter dem Mikroskop die Anzahl der verschiedenen Blutzellen sowie deren strukturellen Veränderungen bestimmt. Diese Informationen braucht Ihr Arzt, denn für die Diagnose einer CLL müssen bestimmte Bedingungen hinsichtlich der Menge und Beschaffenheit der B-Zellen erfüllt sein. Diese Vorgaben entsprechen festgelegten, internationalen Richtlinien. Demnach wird eine CLL dann diagnostiziert, wenn sehr viele bösartige B-Zellen im Blut – mindestens 5 Millionen pro Milliliter Blut – und im Blutausstrich gefunden werden und wenn die B-Zellen auf der Oberfläche bestimmte Faktoren tragen.1,2

Wieso werden bei einem Verdacht auf chronische lymphatische Leukämie (CLL) bildgebende Verfahren eingesetzt?

Es kommt recht häufig vor, dass bei Patienten mit CLL Leber, Milz oder Lymphknoten vergrößert sind. Dann ist eine Ultraschalluntersuchung hilfreich. Der Arzt bekommt so einen Eindruck, ob und wie stark diese vergrößert sind. Jedoch reichen die Ultraschallbilder, z. B. zur Beurteilung der Lymphknoten, nicht immer aus. Deswegen entscheidet Ihr Arzt bei Bedarf weitere bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) oder Röntgenuntersuchungen.

Sind bei einem Verdacht auf chronische lymphatische Leukämie noch weitere Untersuchungen nötig?

Das ist nur in Ausnahmefällen so. Wenn die Untersuchungsergebnisse nicht ausreichen, eine CLL sicher festzustellen, können eine Röntgenuntersuchung und/oder eine Lymphknotenbiopsie notwendig sein. Beide Verfahren werden im Folgenden kurz erläutert: Bei der Knochenmarkpunktion werden mithilfe einer dünnen Hohlnadel Zellen oder winzige Gewebestückchen aus dem Knochenmark entnommen, dies geschieht meistens am Becken. Die Zellen – oder das Gewebe – werden dann unter dem Mikroskop auf Auffälligkeiten untersucht. Die Biopsie der Lymphknoten verläuft ähnlich: Hierbei wird ein kleines Gewebestück aus den Lymphknoten zur weiteren Untersuchung entnommen.

Warum wird die chronische lymphatische Leukämie (CLL) in mehrere Krankheitsstadien eingeteilt?

Die verschiedenen Untersuchungen sind sehr wichtig, denn anhand ihrer kann der Arzt bestimmen, in welchem Stadium sich die CLL-Erkrankung befindet. Der Arzt erkennt, wie weit der Krebs fortgeschritten ist und ob es sich um eine langsam oder schnell wachsende Krebsform handelt. So kann er beurteilen, wie sich die CLL voraussichtlich entwickelt, wie er die Behandlung fortsetzen kann und welche Medikamente notwendig sind. In Europa ist die nach dem französischen Arzt Jacques-Louis Binet benannte Einteilung in Krankheitsstadien am gebräuchlichsten. Damit die Einteilung in die Binet-Stadien A, B oder C erfolgen kann, werden spezielle Blutwerte (Hämoglobin und Thrombozytenzahl) sowie die Anzahl der betroffenen Regionen (Lymphknoten, Leber und Milz) einbezogen. Das Binet-A-Stadium ist das günstigste und Binet-C das ungünstigste Stadium.

Tabelle – Klassifikation zur Einteilung des Stadiums der CLL-Erkrankung nach Binet.1

Binet-Stadium Anzahl der betroffenen Lymphknotenregionen (Tastuntersuchung) Hämoglobin (g/dl) Thrombozyten pro Mililiter Blut
A

< 3

≥ 10

≥ 100 Millionen
B

3

≥ 10 ≥ 100 Millionen
C irrelevant < 10 < 100 Millionen
 
Warum nimmt der Arzt nach der Diagnose der CLL noch weitere Untersuchungen vor?

Bevor die Therapie beginnt, kann Ihr Arzt bei Bedarf noch weitere Untersuchungen durchführen. Das kann notwendig sein, denn er möchte die geeignetste Therapie für Sie finden. Durch einen Test kann der Arzt genetische Veränderungen der Krebszellen – diese werden Mutationen genannt – feststellen. In diesem Fall weiß er, dass ein bestimmtes Medikament besser geeignet ist als andere Medikamente.

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Behandlung

Wenn Sie von der Erkrankung betroffen sind und die Diagnose CLL erhalten, sind Sie und Ihre Angehörigen vermutlich zu Beginn erst einmal geschockt und stellen sich die Frage, wie es jetzt weitergeht. „Kann die CLL behandelt werden?“ und „Wie sind die Heilungschancen einer chronischen Leukämie?“ sind Fragen, die vielen durch den Kopf gehen. In den meisten Fällen haben die Patienten zu Beginn der Diagnose keine oder nur wenige Symptome und eine Behandlung der CLL mit Medikamenten erfolgt zunächst meist noch nicht. Positiv ist, dass die CLL in der Regel nur sehr langsam fortschreitet, daher kann die Entwicklung der Krankheit durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen alle 3 bis 12 Monate gut überwacht werden. Dieses Vorgehen wird auch „abwartendes Beobachten“ („watch & wait“) genannt. Bei stärkeren Symptomen und im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium wird der behandelnde Arzt eine Therapie der CLL in Betracht ziehen.1  

Behandlung CLL

Für die Behandlung der CLL stehen den Patienten mehrere Therapielinien und Optionen zur Auswahl

Bei der CLL handelt es sich um eine komplexe Erkrankung. Daher erfolgt die Diagnosestellung und die Wahl der Behandlung meist von Ärzten, die auf Krebserkrankungen spezialisiert sind. Das sind beispielsweise Onkologen und Hämatologen. Die Behandlung wird sich immer nach Art und Stadium der Erkrankung richten und Rücksicht auf das Befinden jedes einzelnen Patienten nehmen. Die ärztlichen Leitlinien definieren, wann welche Maßnahmen zum Einsatz kommen sollten.

Zunächst entscheidet Ihr Arzt, ob eine medikamentöse Behandlung aufgrund des Krankheitsstadiums notwendig ist. Er legt in Absprache mit Ihnen die für Sie geeignetste Therapie zur Behandlung der CLL fest. Da dieses die erste medikamentöse Therapie ist, die Sie für Ihre CLL erhalten, spricht man auch von der Erstlinientherapie, um sie von eventuell folgenden Therapien abzugrenzen. Für die Wahl der Erstlinientherapie sind neben den Krankheitssymptomen auch Ihr allgemeiner Gesundheitszustand und Ihr Alter entscheidend. Liegen genetische Veränderungen vor, kann das ebenfalls die Wahl der Behandlung beeinflussen. Im Krankheitsverlauf der CLL kann es vorkommen, dass ein Wechsel der Behandlung notwendig wird. Dabei wird natürlich auch berücksichtigt, welche Medikamente Sie zur Behandlung der CLL bereits genommen haben. Zur Behandlung der CLL haben sich eine Chemoimmuntherapie oder der Einsatz von Inhibitoren bewährt. Für einige Patienten kann auch eine Stammzelltransplantation infrage kommen.

Was ist eine Chemoimmuntherapie?

Bei der Chemoimmuntherapie handelt es sich um eine Kombination aus Chemotherapie und Antikörper-basierter Therapie. Die Chemotherapie hat das Ziel bösartige Krebszellen abzutöten. Bei der Antikörpertherapie richten sich spezielle Antikörper gegen bestimmte Strukturen der Krebszellen. Dadurch werden für die Krebszelle überlebenswichtige Signalwege blockiert und gleichzeitig das körpereigene Immunsystem unterstützt. Somit kann der Körper die Krebszellen besser bekämpfen.

Wie erfolgt die Behandlung mit Inhibitoren?

Inhibitoren sind gezielt wirkende Hemmstoffe, die bestimmte Signalübermittler blockieren, die in den bösartigen B-Zellen viel zu aktiv sind. Meist werden diese Inhibitoren in Form von Tabletten (oral) verabreicht.

Wie wird eine Stammzelltransplantation bei CLL durchgeführt?

Blutstammzellen tragen zur Bildung von neuen Blutzellen bei. Diese Eigenschaft wird bei der Übertragung von Blutstammzellen von einem gesunden Spender auf einen erkrankten Empfänger genutzt. Ärzte sprechen bei der Übertragung von einem Menschen auf einen anderen von einer allogenen Stammzelltransplantation im Unterschied zu einer autologen Transplantation, bei der Spender und Empfänger die gleiche Person sind. Das Ziel der Transplantation ist, dass die übertragenen gesunden Blutstammzellen im Körper des erkrankten Empfängers neue gesunde Blutzellen produzieren. Damit es nach der Transplantation möglichst viele gesunde Blutzellen gibt und keine oder kaum erkrankte, wird vor der Transplantation versucht, die erkrankten Blutstammzellen des Empfängers durch Bestrahlung und/oder Chemotherapie zu zerstören. Die Blutstammzellen werden dem Patienten dann direkt in das Blut über die Vene verabreicht. Damit diese „fremden“ Blutstammzellen im Körper überleben, ist es wichtig, dass diese von der Immunabwehr des Patienten nicht angegriffen werden und es nicht zu einer sogenannten Abstoßungsreaktion kommt. Deswegen werden Spender ausgesucht, bei denen die Merkmale der Blutstammzellen möglichst vollständig mit denen des Patienten übereinstimmen. Außerdem erhält der Patient Medikamente, die die Immunabwehr verringern sollen.

Leider ist das Verfahren der allogenen Stammzelltransplantation nicht ohne Risiko, obwohl es in den letzten Jahren sehr verbessert wurde. Daher kann es immer noch innerhalb von 5 Jahren bei 15 bis 25 % der Patienten zu Todesfällen kommen. Das ist der Grund, warum die allogene Stammzelltransplantation in der Regel nur dann angewandt wird, wenn der Arzt eine CLL mit besonders hohem Risiko für ein schnelles Voranschreiten der Erkrankung festgestellt hat. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn die Behandlung mit einer Chemoimmuntherapie keine Wirkung gezeigt hat und eine bestimmte Veränderung im Erbgut der Krebszellen vorliegt.1 

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Wichtig während der Behandlung

Die Diagnose CLL ist für die meisten Betroffenen natürlich erst einmal ein Schock und bringt viele Fragen und Unsicherheiten mit sich. Doch bitte lassen Sie sich nicht entmutigen! Als Patient haben Sie die Möglichkeit, die Behandlung der CLL und den Krankheitsverlauf positiv zu unterstützen. Ganz wichtig ist, dass Sie die Arzttermine wahrnehmen und auf die regelmäßige Medikamenteneinnahme achten. Treten neue Beschwerden auf oder verstärken sich bereits bestehende Symptome (z. B. Fieber, größere Lymphkonten), zögern Sie nicht und teilen das Ihrem Arzt umgehend mit. Denken Sie an sich und vergessen Sie - trotz der Diagnose CLL – nicht Ihre seelische Gesundheit. Es kann sehr hilfreich sein, Ihr soziales Umfeld in die Erkrankung einzubeziehen oder auch psychologische Betreuungsangebote wahrzunehmen. Wenden Sie sich an speziell ausgebildete Psychoonkologen, die Ihnen Unterstützung bei den psychischen und sozialen Herausforderungen anbieten, vor denen Sie als CLL-Patient stehen. Nehmen Sie diese Angebote an oder sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen und der Kontakt zu Selbsthilfegruppen sind oft sehr hilfreich. Das bei der CLL erhöhte Infektionsrisiko können Sie durch eine gesunde Ernährung und einen aktiven Lebensstil verringern. Viele weitere Unterstützungsangebote und Tipps finden Sie hier unter Leben mit Krebs, Hilfe und Austausch und Beruf und Krebs.

Behandlung CLL

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Heilungschancen

Nach heutigem Stand ist es so, dass keines der derzeit verfügbaren Medikamente die CLL vollständig heilen kann. Es ist aber möglich, durch eine geeignete Behandlung sowohl eine oder mehrere Remissionen, also symptomfreie Phasen, als auch eine bessere Überlebenswahrscheinlichkeit zu erreichen. Die Stammzelltransplantation ist bisher die einzige Form der Behandlung, die zu einer Heilung der CLL führen kann. Jedoch birgt dieses Verfahren auch ein hohes Risiko, wie bereits oben erläutert wurde, und kann den dauerhaften Erfolg nicht garantieren. In Einzelfällen kann es nach Jahren der Remission auch zum Wiederauftreten der Symptome kommen, das von Ärzten auch als Rezidiv bezeichnet wird.1

Heilungschancen CLL

Wie ist die Lebenserwartung mit CLL?

Dazu ist zu sagen, dass die medizinische Vorhersage des Krankheitsverlaufs, auch Prognose genannt, bei Krebserkrankungen wie der CLL auf vielen verschiedenen Faktoren beruht. Die Ausprägung und der Verlauf der CLL können von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein. So haben einige Patienten über Jahre keine oder nur geringe Symptome und eine ganz normale Lebenserwartung (Binet-Stadium A). Eine Behandlung der CLL ist in diesen Fällen meist nicht erforderlich. Andere Patienten hingegen weisen bereits bei der Diagnose Symptome und ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium auf (Binet-Stadium B oder C), was zu einer geringeren Lebenserwartung führen kann als bei Patienten im Binet-Stadium A. Bei Patienten im Stadium C sollte daher möglichst rasch mit der Behandlung begonnen werden.1

Das Maß für die Wahrscheinlichkeit mit einer Krebserkrankung einen bestimmten Zeitraum zu überleben, wird Überlebensrate genannt. Diese gibt an, wieviel Prozent der Erkrankten zu einem bestimmten Zeitpunkt nach der Diagnose weiterhin leben. Ist dieser Zeitpunkt beispielsweise 5 Jahre nach Diagnose, so spricht man von der 5-Jahres-Überlebensrate. Für die CLL beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate 73,2 % bei Frauen und 71,2 % bei Männern. Somit haben CLL-Patienten insgesamt eine recht gute Prognose.3

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Wer ist betroffen?

Die CLL ist in den westlichen Ländern die häufigste Form einer Leukämie, also einer bösartigen Erkrankung des Blutes.1 In Deutschland erkranken jährlich ca. 5.600 Menschen an CLL, Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Die CLL tritt vorwiegend im höheren Lebensalter auf. Das mittlere Erkrankungsalter für CLL liegt in Deutschland für Männer bei 72 Jahren und für Frauen bei 75 Jahren.3 Von allen Leukämieformen macht die CLL bei den Neuerkrankungen den größten Anteil aus (um die 40 %).4

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Ursachen

Die genauen Ursachen sind leider nicht bekannt. Jedoch haben Personen, deren Verwandte an CLL oder einem anderen Lymphom erkrankt waren oder sind, ein höheres Risiko ebenfalls an CLL zu erkranken. Daher sollten Sie, wenn bei Ihnen in der Verwandtschaft eine CLL-Erkrankung bekannt ist, Ihren Arzt hierüber zu informieren. Weitere Risikofaktoren für die Entstehung der CLL-Erkrankung sind der Kontakt zu bestimmten Chemikalien, wie z. B. Benzol, oder zu radioaktiver Strahlung.

Ursachen CLL

Ist eine Vorbeugung der CLL möglich?

Wirksame Methoden zur Vorbeugung sind derzeit noch nicht bekannt. Allerdings gibt es Risikofaktoren, die mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einhergehen, an CLL zu erkranken. Hierzu zählen bestimmte Veränderungen im Erbgut, die im Laufe des Lebens spontan auftreten können, in der Fachsprache werden sie als Erworbene Mutationen bezeichnet. Tritt eine solche Mutation in Bereichen des Erbguts – in bestimmten Genen – auf, die bei der Entstehung der CLL eine Rolle spielen (z. B. TP53), kann es zum Ausbruch dieser Krebserkrankung kommen. Außerdem haben Personen, deren Verwandte an CLL oder einem anderen Lymphom erkrankt waren oder sind, ein höheres Risiko ebenfalls an CLL zu erkranken. Ist das bei ihnen der Fall, bitte informieren Sie Ihren Arzt!

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Aktuelle Forschung

Zur CLL wird viel geforscht, um neue Therapiemöglichkeiten für die Betroffenen zu entwickeln. Das Ziel ist, die Symptome der Patienten zu lindern, die symptomfreien Phasen zu verlängern, die Lebenserwartung der CLL-Patienten weiter zu steigern und idealerweise die CLL in Zukunft sogar vollständig zu heilen.

Entwicklung von Antikörper-Therapien und Inhibitoren

Die Forscher haben neue Antikörpertherapie-Behandlungen, die das körpereigene Immunsystem bei der Bekämpfung der Krebszellen unterstützen, und neue Kombinationen aus gezielt wirkenden Hemmstoffen (Inhibitoren) und Antikörper-Therapien ins Visier genommen.1 Dank solcher Kombinationstherapien kann in einigen Fällen auf eine Chemotherapie, die nicht nur erkrankte, sondern auch gesunde Zellen zerstört, verzichtet werden.

Untersuchung von Biomarkern in der CLL

Die Binet-Stadien bieten bereits eine gute Möglichkeit, die mögliche Lebenserwartung der Patienten vorherzusagen. Jedoch berücksichtigen sie nicht die biologischen Eigenschaften der CLL-Krebszellen, die sich von Patient zu Patient unterscheiden und die das Fortschreiten der Erkrankung als auch die Wirksamkeit bestimmter Behandlungen beeinflussen können. Um die individuellen Eigenschaften der Krebszellen eines Patienten besser beurteilen zu können, sind Forscher auf der Suche nach geeigneten Merkmalen, sogenannten Biomarkern, im Erbgut und auf Zellen der CLL-Patienten.5 Die Erforschung dieser Biomarker wird dabei helfen, Merkmale zu finden, anhand derer dann eine jeweils passende Therapie ausgewählt werden kann.

Forschung CLL

 
Referenzen
  1. Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge für Patienten mit einer chronischen lymphatischen Leukämie (CLL), Langversion 1.0, 2018, AWMF Register-nummer: 018-032OL. 2018. http://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/chroni-sche-lymphatische-leukaemie-cll/ [Zugriff am: 22.08.2019].
  2. Hallek M, Cheson BD, Catovsky D, et al.: iwCLL guidelines for diagnosis, indications for treatment, response assessment, and supportive management of CLL. Blood, 2018. 131(25): 2745-2760.
  3. Onkopedia-Leitlinie: Chronische Lymphatische Leukämie (CLL), ICD C91.1 – Empfehlungen der Fachgesellschaft zur Diagnostik und Therapie hämatologischer und onkologischer Erkrankungen (Stand: April 2019).
  4. Krebs in Deutschland für 2013/2014. 11. Ausgabe. Robert Koch-Institut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg). Berlin, 2017. https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Leukaemien/leukaemien_node.html [Zugriff am: 20.08.2019]
  5. Amaya-Chanaga CI, Rassenti LZ: Biomarkers in chronic lymphocytic leukemia: Clinical applications and prognostic markers. Best Pract Res Clin Haematol, 2016. 29(1):79-89.
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Broschüren & Downloads

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Hier finden Sie Ratgeber und Broschüren zu verschiedenen Krebsarten sowie unterstützendes Material während einer Krebserkrankung.

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