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Brustkrebs

Brustkrebs, auch als Mammakarzinom bezeichnet, ist eine ernsthafte und komplexe Erkrankung. Etwa ein Drittel aller Krebserkrankungen bei Frauen betreffen die Brustdrüse.

Das Wichtigste in Kürze

Brustkrebs, auch als Mammakarzinom bezeichnet, ist eine ernsthafte und komplexe Erkrankung. Etwa ein Drittel aller Krebserkrankungen bei Frauen betreffen die Brustdrüse.2 Es ist wahrscheinlicher, mit zunehmendem Alter an Brustkrebs zu erkranken, aber auch junge Frauen sind betroffen. Drei von zehn der betroffenen Frauen sind zum Zeitpunkt der Diagnose jünger als 55 Jahre.2 Was kennzeichnet diese Erkrankung? Beim Brustkrebs verändern sich Zellen in der Brustdrüse bösartig und wachsen unkontrolliert. Dabei verdrängen oder zerstören sie gesundes Körpergewebe. Im frühen Stadium der Erkrankung spüren die Betroffenen in der Regel keine Beschwerden, aber es gibt Anzeichen, die auf eine Brustkrebserkrankung hindeuten können. Deshalb ist es ratsam, die jährliche Vorsorgeuntersuchung wahrzunehmen, die Frauen ab 30 Jahren zusteht und von den Krankenkassen übernommen wird. Männern werden keine Früherkennungsuntersuchungen empfohlen, denn sie haben ein erheblich geringeres Risikos an Brustkrebs zu erkranken.1,3  Wie bei jeder Krebserkrankung ist es wichtig, dass die Erkrankung möglichst frühzeitig entdeckt wird, dann stehen die Heilungschancen am besten.

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Entstehung

Brustkrebs

 

Die Brust der Frau ist sehr empfindlich und verändert sich durch hormonell gesteuerte Kreisläufe. Dabei spielen besonders die beiden Hormone Östrogen und Progesteron eine Rolle. Die meisten Frauen kennen zyklusabhängige Unterschiede in der Empfindung ihrer Brust: Spannungsgefühle, Verhärtungen, vermehrte Knotenbildung und eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit der Brust sind unangenehme, aber in den meisten Fällen harmlose Veränderungen, die mit Einsetzen der Regelblutung wieder abklingen. Andere Veränderungen, die durch hormonelle Einflüsse in der Brust entstehen können, sind Zysten, gutartige Knoten und Entzündungen. Zysten sind Flüssigkeitsansammlungen in Hohlräumen, die durch einen nichtfunktionstüchtigen Milchgang entstehen können. Knoten können im Bindegewebe (Fibroadenome) oder in den Fettläppchen (Lipome) auftreten. Es ist ratsam, dass Knoten sicherheitshalber untersucht werden, aber das zieht in den meisten Fällen keine Behandlung nach sich. Allerdings sollten Entzündungen in der Brust behandelt werden. Die Beschwerden verschwinden nach der Behandlung meist vollständig.4 Sie sehen, dass die meisten Erkrankungen der Brust gutartig sind. Aber bitte lassen Sie sie unbedingt untersuchen und, wenn es angezeigt ist, auch behandeln.

Aber wie entsteht nun Brustkrebs? Krebs entsteht dann, wenn sich Zellen krankhaft verändern und der Körper diese veränderten Zellen nicht eliminieren, d. h. beseitigen kann. Normalerweise kontrolliert der Körper über komplexe biochemische Mechanismen, ob es zu schädlichen Veränderungen in den Zellen kommt. Findet der Körper solch eine Veränderung, sorgt er dafür, dass die betreffenden Zellen abgetötet werden. Leider kommt es vor, dass sich manche der veränderten Zellen dem Kontrollmechanismus des Körpers entziehen. Diese Zellen teilen sich dann ungehindert und bilden inmitten der gesunden Zellen einen immer größeren Anteil. Weil sich Krebszellen schneller vermehren als gesunde Zellen, werden die gesunden Zellen von den Krebszellen nach und nach verdrängt. Eine Geschwulst aus mehreren unkontrolliert vermehrten Zellen nennt man Tumor.

Ein Tumor ist nicht gleichbedeutend mit Krebs, Tumore können gut- oder bösartig sein. Ein gutartiger Tumor wird auch benigner Tumor genannt und ist kein Krebs. Benigne Tumore können zwar sehr groß werden, aber sie wachsen nicht in benachbarte Gewebe ein und „streuen“ auch nicht, das heißt, sie bilden keine Absiedlungen in anderen Organen. Ein bösartiger Tumor wird auch als maligner Tumor bezeichnet oder als Krebs. Maligne Tumore können im Gegensatz zu benignen Tumoren über Gewebegrenzen hinauswachsen und so das umgebene Gewebe zerstören. Tun sie dies, spricht von man von einem invasiven Brustkrebs oder invasivem Karzinom. „Invasiv“ bedeutet „eindringen“. Zellen aus dem invasiven Karzinom können sich zudem lösen und durch das Blut oder die Lymphgefäße in andere Körperregionen gelangen. Dort können diese Zellen so genannte Tochtergeschwülste bilden. In diesem Zusammenhang wird davon gesprochen, dass der Tumor „gestreut“ oder Metastasen gebildet hat.

Bisher gibt es noch keine vollständige wissenschaftliche Erklärung dafür, warum Brustkrebs entsteht. Bekannt ist nur, dass er sich sehr unterschiedlich entwickeln kann: Es gibt Karzinome, die schnell wachsen und ihre Zellen im Körper verbreiten. Andere Karzinome hingegen wachsen nur sehr langsam oder stellen ihr Wachstum sogar vollständig ein.4 Das ist etwas, was Sie immer bedenken sollten und woraus Sie Kraft und Zuversicht schöpfen können.

Vielen Patienten hilft es, sich mit der Erkrankung bewusst auseinanderzusetzen. Sie werden feststellen, dass Brustkrebs heute häufig gut zu behandeln ist – dank der immer besseren Untersuchungsmöglichkeiten und der inzwischen sehr guten Therapien. Es ist nicht immer einfach, aber versuchen Sie positiv zu denken.

Brustkrebs Patientin im Gespräch mit Ärztin

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Diagnose

Was spüren Sie als Patientin?

In den frühen Stadien der Erkrankung treten häufig keine Beschwerden oder Schmerzen auf. Daher ist es sehr wichtig, dass Sie die jährliche Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen.

Ist der Krebs schon weiter fortgeschritten, kann es zu Beschwerden kommen. Diese entstehen, wenn sich der Tumor in anderen Bereichen außerhalb der Brustdrüse ausgebreitet hat (Metastasen). Knochen, Lunge und Leber sind die typischsten Orte, an denen sich bei Brustkrebs Metastasen bilden können (sehen Sie hierzu auch die Abbildung).5 In solch einem Fall ist es wahrscheinlich, dass Schmerzen oder Übelkeit auftreten. Auch andere Symptome wie Erschöpfung, Fieber unklarer Herkunft, Durchfall oder Gelbsucht sind möglich.6 Stellen Sie bei sich eines oder mehrere dieser Anzeichen fest, wenden Sie sich bitte möglichst schnell an Ihren Arzt.

Symptome_Brustkrebs
 
WIe wird der Brustkrebs diagnostiziert?

Sie haben Veränderungen an Ihrer Brust festgestellt? Dann ist es ratsam, so bald wie möglich Ihren Arzt aufzusuchen. Er wird verschiedene Untersuchungen durchführen um festzustellen, ob bei Ihnen Brustkrebs vorliegt. Erst einmal wird Ihr Arzt eine Tastuntersuchung Ihrer Brust durchführen. Um sich einen guten Überblick über das Brustgewebe schaffen zu können, wird Ihr Arzt bildgebende Verfahren wie eine Ultraschalluntersuchung oder eine Mammografie einsetzen. Hier sind die möglichen Untersuchungen aufgelistet, die für die Diagnosestellung von Brustkrebs eingesetzt werden.

Empfohlene Untersuchungen für die Diagnosestellung Brustkrebs1
  • Ärztliche Tastuntersuchung
  • Ultraschalluntersuchung einschließlich der Achselhöhle<
  • Mammografie<
  • Gewebeuntersuchung (Biopsie) zur Sicherung der Diagnose<
  • Gegebenenfalls Magnetresonanztomographie
Ärztliche Tastuntersuchung

Hier tastet Ihre Gynäkologin oder Ihr Gynäkologe Ihre Brust ab – im Prinzip genauso, wie zu Hause bei der Selbstuntersuchung. Sie können während der Untersuchung sitzen oder stehen und es wird geprüft, ob Schwellungen, Rötungen, Entzündungen oder Formveränderungen der Brust oder der Brustwarze vorliegen. Außerdem werden die Achselhöhlen, das Brustbein und das Schlüsselbein vorsichtig abgetastet.4

Ultraschalluntersuchung

Die Ultraschalluntersuchung führt der Arzt im Liegen durch und ist vollkommen schmerzfrei. Der Schallkopf wird während der Untersuchung über die Haut der Brust bis in die Achselhöhle bewegt.  Die so entstehenden Bilder werden am Monitor betrachtet. Die Ultraschalluntersuchung reicht als alleinige Methode zur Brustkrebsfrüherkennung nicht aus.3 Sie kann aber Hinweise liefern und wird ergänzend Frauen empfohlen, die ein familiär bedingtes hohes Risiko haben zu erkranken. Sie ist auch empfehlenswert bei Frauen, die ein dichtes Drüsengewebe in der Mammografie aufweisen und bei einem auffälligen Mammografiebefund.1,3

Mammografie

Bei einer Mammografie werden Röntgenstrahlen eingesetzt, mit deren Hilfe die innere Beschaffenheit der Brust untersucht werden kann. Die Brust wird bei der Untersuchung zwischen zwei Plastikplatten kurz zusammengedrückt. Das wird von einigen Frauen als schmerzhaft empfunden. Die Mammografie wird zur Früherkennung von Brustkrebs allen Frauen ohne Symptome und Beschwerden zwischen 50 und 69 Jahren als Vorsorgeuntersuchung alle zwei Jahre empfohlen.1 Sie ist derzeit die einzige als wirksam anerkannte Methode zur Erkennung von Brustkrebsvorstufen oder frühen Tumorstadien.3,4  

Sicherung der Diagnose und weiterführende Untersuchungen

Nur die Gewebeprobe – auch Biopsie genannt – kann zeigen, ob eine Veränderung in der Brust wirklich bösartig ist. Die Untersuchung ist relativ schmerzfrei, da sie unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird. Es werden mehrere kleine Gewebeproben aus der Brust entnommen und im Labor untersucht. Dass es mehrere Proben sind, ist wichtig für die Zuverlässigkeit der Untersuchung.

Wenn die Untersuchungen auf einen aggressiven Tumor hindeuten, werden bei Ihnen weiterführende bildgebende Untersuchungen durchgeführt, mit denen geprüft werden kann, ob der Tumor bereits in andere Bereiche, weiter weg vom Ursprungsort, gestreut hat. Zu diesen Untersuchungen gehört die Computertomographie (CT) der Lunge und des Oberbauchs sowie die Skelettszintigraphie. Mit dem CT lassen sich Schädigungen anderer Organe oder Lymphknoten durch den Tumor feststellen. Mit der Skelettszintigraphie wird untersucht, ob der Tumor bereits Knochen angegriffen hat.

Welche Formen des Brustkrebses gibt es?

Ärzte unterteilen Mammakarzinome im Wesentlichen in zwei verschiedene Stadien:

  • Frühes Stadium: Lokal begrenztes Mammakarzinom
  • Fortgeschrittenes Stadium: Rezidiviertes oder metastasiertes Mammakarzinom

Hier eine kurze Erläuterung: Die bösartig veränderten Zellen sind beim lokal begrenzten Mammakarzinom auf die Brustdrüse beschränkt. Beim rezidivierten Mammakarzinom ist der Brustkrebs an der gleichen Stelle nach der Behandlung zurückgekehrt. Das kann passieren, wenn durch die Behandlung eine oder mehrere Krebszellen überleben. Diese können sich jahrelang im „Ruhemodus“ befinden und plötzlich wieder aktiv werden, so dass die Krebserkrankung zurückkehrt. Beim metastasierten Mammakarzinom hat sich der Krebs im Körper ausgebreitet. Es gibt gegen alle Stadien des Brustkrebses Behandlungsmöglichkeiten.

Die Stadien der Erkrankung

Ihre Erkrankung wird einem konkreten Stadium zugeordnet, bevor die Therapie geplant werden kann (siehe Tabelle). Ihr Arzt verwendet hierfür die TNM-Klassifikation. Diese hilft dabei beurteilen zu können, wie bösartig ein Tumor ist.

Die drei Buchstaben stehen für die folgenden Merkmale:

T – beschreibt den Ausgangstumor (z. B. dessen Größe) und ist abgeleitet von „Tumor“

N – beschreibt, ob umliegende Lymphknoten befallen sind und ist abgeleitet von „Nodus“, lateinisch Nodus lymphoideus = Lymphknoten

M – beschreibt, ob Fernmetastasen gefunden wurden und ist abgeleitet von „Metastasen“

Ihr Arzt wird mit Ihnen sprechen und Sie genau informieren, welches Stadium bei Ihnen vorliegt und wie man es am besten behandeln kann.

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Behandlung

Es ist für niemanden einfach, die Diagnose Brustkrebs zu erhalten. Sie werden sich fragen, wie es weitergeht und wie Sie mit der Krankheit umgehen können. Versuchen Sie bitte, zur Ruhe zu kommen und lassen Sie sich ein paar Tage Zeit, um die neue Situation anzunehmen und zu überlegen, was Ihnen persönlich besonders wichtig ist – es muss nicht am selben Tag gehandelt werden. Und bitte denken Sie immer daran: Brustkrebs ist heutzutage besser behandelbar als noch vor einigen Jahren.

Es stehen verschiedene Therapien zur Verfügung, um Brustkrebs zu behandeln: medikamentöse Therapien (Chemotherapie, Antihormontherapie, Antikörpertherapie), Operation und Strahlentherapie. Die Entscheidung für die richtige Therapie hängt wesentlich davon ab, wie  aggressiv der Tumor ist und in welchem Stadium sich der Brustkrebs befindet. Die eher weniger aggressiven Brustkrebsformen sind glücklicherweise in der Überzahl.

Die Behandlungsmöglichkeiten hängen unter anderem von folgenden Faktoren ab: Tumorstadium, Aggressivität des Tumors, Symptomen oder Alter der Patientin. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt - er wird immer versuchen, bei der Behandlung auf Ihre Wünsche einzugehen.

Für die Behandlung des Brustkrebses stehen mehrere Therapien zur Auswahl

 

Patientin mit Brustkrebs trägt eine Kopfbedeckung und riecht an einer Blume

 

Die Heilung ist das Ziel jeder Therapie gegen den Brustkrebs im frühen Stadium.7 Dazu werden mehrere Verfahren eingesetzt: Operation, Bestrahlung oder verschiedene Medikamente (Chemotherapie, Antihormontherapie, zielgerichtete Therapie).

Haben sich bereits Metastasen gebildet, hat die Behandlung zum Ziel, die Beschwerden zu lindern und das Leben mit einer möglichst hohen Lebensqualität zu verlängern. Das ist mit verschiedenen Therapien möglich, z. B. gibt es spezielle Medikamente, die auf den gesamten Körper wirken (Chemotherapie, Antihormontherapie, zielgerichtete Therapie). Auch können einzelne Metastasen örtlich behandelt werden. Das erfolgt meist durch eine Operation oder eine Bestrahlungstherapie. Es werden auch unterstützende Behandlungen eingesetzt, die sich nicht gegen den Krebs richten, sondern die Beschwerden lindern sollen, die er verursacht. Bitte wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Arzt und besprechen mit ihm gemeinsam, welche Behandlung bei Ihnen möglich ist.

Die Operation3,7

Es kann auf zwei verschiedene Arten operiert werden, brusterhaltend oder brustentfernend. In beiden Fällen ist es das Ziel des Operationsteams, das Krebsgewebe vollständig zu entfernen. Heutzutage wird überwiegend brusterhaltend operiert. Auch Ihr Arzt wird alles dafür tun, Ihre Brust zu erhalten. Leider ist das nicht immer möglich.

Es ist wichtig, dass bei der Operation auch geprüft wird, ob Lymphknoten von Krebszellen befallen sind. Das Operationsteam entscheidet nach dem Untersuchungsbefund, ob und welche Lymphknoten entfernt werden. Es kann auch sein, dass eine zweite Operation durchgeführt wird

Die Bestrahlung3,7

Warum wird bei Brustkrebs in den meisten Fällen nach der Operation auch eine Bestrahlung durchgeführt? Diese Bestrahlung nennt man adjuvante Strahlentherapie. Das Ziel dieser Therapie ist es, möglicherweise übriggebliebene Krebszellen zu zerstören und die Patientin gänzlich vom Krebs zu befreien. So soll verhindert werden, dass der Krebs nach einiger Zeit zurückkommt (rezidiviert) oder Metastasen bildet. Heute ist es sogar möglich, das umliegende Gewebe weitgehend zu schonen. Dafür sorgen moderne Bestrahlungstechniken und die Auswahl der Strahlendosis. Daher sind Strahlentherapien längst nicht mehr so schädlich wie noch vor einigen Jahren.

Die Chemotherapie3,7

Eine Chemotherapie kommt in Frage, wenn das Risiko für einen Krankheitsrückfall hoch ist, die Erkrankung rasch fortschreitet oder Ihr Brustkrebs nicht oder nicht mehr für eine Antihormonbehandlung geeignet ist.5 Wird die Chemotherapie nach der Operation durchgeführt, ist das Ziel, die verbliebenen Zellen zu zerstören. Es ist aber auch möglich, die Chemotherapie vor der Operation durchzuführen. Dabei wird der Krebs so verkleinert, dass man ihn besser operieren kann.

Die Antihormonbehandlung7

Es gibt Formen des Brustkrebses, die hormonabhängig wachsen. Hier kann das Wachstum der bösartigen Zellen gebremst werden, indem man die körpereigenen Hormone ausschaltet. Ihr Arzt wird mit Ihnen sprechen und Ihnen erklären, welches Medikament bei Ihnen passt und eingesetzt werden kann. Das hängt von mehreren Faktoren ab. Normalerweise ist die Antihormontherapie besser verträglich als die Chemotherapie. Auch hier können Beschwerden auftreten, gegen die es aber häufig gute Behandlungsmöglichkeiten gibt.

Die zielgerichtete Therapie7

Der Begriff „zielgerichtete Therapie“ fasst mehrere moderne Therapien zusammen, die sich gegen ganz spezifische Eigenschaften der Krebszellen oder Zellen in deren Umgebung richten, die an der Entstehung oder Verbreitung der Krebserkrankung beteiligt sind. In der zielgerichteten Therapie werden unter anderem Antikörper eingesetzt, die auch mit der Chemotherapie kombiniert werden können. Das nennt man „Chemoimmuntherapie“. Auch in diesem Fall wird Ihr Arzt Sie umfassend informieren, ob in Ihrem Fall eine zielgerichtete Therapie eingesetzt werden kann und gemeinsam mit Ihnen die passende Behandlung auswählen.

Gezielte Behandlung von Metastasen5

Hat Ihr Brustkrebs gestreut, bilden sich Metastasen vor allem in Knochen, Lunge und Leber. Auch das Gehirn oder die Haut können befallen sein. Die zur Behandlung eingesetzten Medikamente wirken im ganzen Körper (das heißt systemisch). Ergänzend können einzelne Metastasen auch gezielt behandelt werden. Diese Behandlungen dienen in erster Linie dazu, Beschwerden zu lindern und Ihre Lebensqualität zu erhalten.

Es ist nicht einfach, eine Entscheidung zu treffen, wenn mehrere Therapiemöglichkeiten zur Auswahl stehen. Bitte nehmen Sie sich Zeit, um alle Vor- und Nachteile gemeinsam mit Ihrem Arzt abzuwägen. Ziehen Sie Ihre Familie und Freunde ins Vertrauen. Wie auch immer Sie sich entscheiden mögen: Es ist wichtig, dass Sie eine selbstbestimmte Entscheidung treffen. Vielen Patientinnen hilft es, sich nach ihrer Entscheidung hauptsächlich auf die Chancen der Behandlung zu konzentrieren und die Risiken bewusst etwas in den Hintergrund zu drängen.

 

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Wichtig während der Behandlung

Sie haben die Möglichkeit, die Behandlung und den Krankheitsverlauf positiv zu unterstützen. Es ist wichtig, dass Sie Ihre Arzttermine wahrnehmen und auf die regelmäßige Medikamenteneinnahme achten. Bitte teilen Sie neu oder verstärkt auftretende Beschwerden Ihrem Arzt direkt mit.

Ernährung und Bewegung können bei Krebserkrankungen eine wichtige Rolle spielen. Eine gesunde Ernährung kann Ihren Krebs nicht heilen, aber sie kann Ihren Organismus stärken.

Auch eine Kombination aus mäßigem Kraft- und Ausdauertraining kann Ihr Wohlbefinden fördern und dazu beitragen, Ihre Beschwerden zu lindern. Ein Vorteil ist, dass gleichzeitig Ihre Belastungsfähigkeit steigt. Dabei sollten Sie sich aber nicht übernehmen, denn der Leistungsgedanke darf hierbei keine Rolle spielen. Wenn Sie möchten, schließen Sie sich einer Sportgruppe für Menschen an, die an Krebs erkrankt sind. Gemeinsam bereitet Sport mehr Freude und Sie können sich bei dieser Gelegenheit auch mit Menschen austauschen, denen es ähnlich geht. Das hat schon vielen geholfen und vielleicht fühlen auch Sie sich dann etwas freier und entlastet.

Es kann hilfreich sein, Ihre Familie, Freunde oder Angehörigen in Ihre Erkrankung einzubeziehen. Auch psychoonkologische Betreuungsangebote können Ihnen helfen, mit der Erkrankung umzugehen und Ängste und Sorgen besser zu verarbeiten. Informationen zu den verschiedenen Hilfsangeboten finden Sie auf den folgenden Seiten.

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Heilungschancen

Es ist nur verständlich, dass Sie verunsichert sind und Angst haben, wenn Sie erfahren, dass Sie an Brustkrebs erkrankt sind. Fragen wie „Sterbe ich womöglich an der Krankheit?“ und „Wie geht es jetzt weiter?“ gehen Ihnen durch den Kopf. Bitte seien Sie daher versichert, dass die Diagnose Brustkrebs nichts Endgültiges haben muss. Moderne Diagnosemöglichkeiten, neue Therapien und Behandlungsmethoden haben die Überlebenschancen mittlerweile verbessert.

Brustkrebs Patientin im Gespräch mit Schwester

Die Heilungschancen werden unter anderem von der Größe, der Aggressivität und der Ausbreitung des Tumors beeinflusst. Je früher der Brustkrebs entdeckt wird, desto besser stehen die Chancen, die Krankheit zu überleben. Hat der Brustkrebs bereits Metastasen in anderen Körperregionen gebildet, ist mit den heute verfügbaren Behandlungsmethoden keine Heilung mehr möglich. Aber mithilfe moderner Therapien lässt sich das Leben verlängern und die Lebensqualität verbessern.

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Wer ist betroffen?

In Deutschland erkranken jährlich rund 70.000 Frauen und 700 Männer an Brustkrebs2. Die Erkrankung tritt mit zunehmendem Alter häufiger auf, aber auch junge Frauen sind betroffen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer bei 71 Jahren und für Frauen bei 64 Jahren. Schaut man sich aktuelle Statistiken an, erkrankt jede achte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs2.

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Vorbeugung

Wie können wir uns gegen Krebs schützen? Diese Frage geht uns allen oft durch den Kopf. Viele Patientinnen und Patienten fragen sich nach der Diagnose, ob sie die Entstehung der Krankheit hätten verhindern können. Leider lässt sich die Ursache für die Brustkrebserkrankung in den meisten Fällen nicht feststellen, es sind aber zahlreiche Risikofaktoren bekannt. Einige können wir durch unser Verhalten beeinflussen, andere leider nicht. Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass 25 % der Brustkrebserkrankungen durch einen gesunden Lebensstil vermieden werden können, beispielsweise durch eine ausgewogene Ernährung), wenig Alkoholkonsum, regelmäßige körperliche Aktivität oder Verzicht auf Nikotin1. Dennoch ist ein gesunder Lebensstil keine Garantie dafür, nicht an Krebs zu erkranken.

Besonders in den Medien werden auch einige Umweltfaktoren als Risikofaktoren diskutiert, wie z.B.  aluminiumhaltige Deodorants und Brust-Silikonimplantate. Sie spielen aber nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse keine Rolle für das Risiko an Brustkrebs zu erkranken.1

Neben diesen Risikofaktoren gibt es auch Faktoren, die Sie nicht beeinflussen können. Dazu gehören z. B. ein höheres Alter, familiäre Krebserkrankungen oder nachgewiesene ungünstige genetische Veränderungen.1

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Aktuelle Forschung

Die Forscher sind sehr aktiv und arbeiten intensiv, um neue Therapiemöglichkeiten für den Brustkrebs zu entwickeln. Das Ziel ist, Rückfälle zu verhindern und den Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs noch mehr Lebenszeit und eine gute Lebensqualität zu ermöglichen. Aktuell wird viel im Bereich der zielgerichteten Therapien geforscht. Hier werden immer wieder neue Ansätze, auch in Kombination mit anderen Therapien, in klinischen Studien geprüft.  

Forschung Brustkrebs

 
Referenzen
  1. Wolfgang Janni und Volkmar Müller (Hrsg) im Namen der Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. (AGO) für Patientinnen, Patienten, Angehörige und Interessierte. Brustkrebs. Patientenratgeber zu den AGO-Empfehlungen 2019. München 2019. Abrufbar unter https://www.ago-online.de/de/fuer-patienten/patientenratgeber/ Letzter Zugriff am 03.10.2019.
  2. Robert Koch-Institut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg). Krebs in Deutschland für 2013/2014. 11. Ausgabe. Berlin, 2017. Abrufbar unter https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_inhalt.html Letzter Zugriff am 03.10.2019.
  3. Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Version 4.2, 2019 AWMF Registernummer: 032-045OL. Abrufbar unter  http://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/mammakarzinom/ Letzter Zugriff am 22.11.2019).
  4. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., Deutsche Krebsgesellschaft e. V. und Deutsche Krebshilfe (Hrsg). Leitlinienprogramm Onkologie. Früherkennung von Brustkrebs. Eine Entscheidungshilfe für Frauen. Berlin, 2010. Abrufbar unter https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/patientenleitlinien/brustkrebs/. Letzter Zugriff am 03.10.2019.
  5. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., Deutsche Krebsgesellschaft e. V. und Deutsche Krebshilfe (Hrsg). Leitlinienprogramm Onkologie. Patientenleitlinie Metastasierter Brustkrebs. Berlin, 2018. Abrufbar unter https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/patientenleitlinien/brustkrebs/. Letzter Zugriff am 04.10.2019.
  6. Deutsches Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft. Krebsinformationsdienst. Lebermetastasen. Abrufbar unter https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/metastasen/lebermetastasen-symptome.php - inhalt3. Letzter Zugriff am 25.10.2019.
  7. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., Deutsche Krebsgesellschaft e. V. und Deutsche Krebshilfe (Hrsg). Leitlinienprogramm Onkologie. Patientenleitlinie Brustkrebs im frühen Stadium. Berlin, 2018. Abrufbar unter https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/patientenleitlinien/brustkrebs/. Letzter Zugriff am 03.10.2019.
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