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Brustkrebs

Die Diagnose „Brustkrebs“ kann erschüttern. Gut, wenn Betroffene und Angehörige mehr über die Erkrankung wissen und die Behandlungsmöglichkeiten kennen. Im Folgenden erfahren Sie mehr darüber: von der Entstehung über die Diagnose bis hin zur Therapie von Brustkrebs.

Das Wichtigste in Kürze

Wussten Sie schon? Brustkrebs wird auch als Mammakarzinom bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine ernsthafte und komplexe Erkrankung. Wird die Diagnose früh gestellt, ist Brustkrebs oft gut zu behandeln. Etwa ein Drittel aller Krebserkrankungen bei Frauen betreffen die Brustdrüse.2 Es ist wahrscheinlicher, mit zunehmendem Alter an Brustkrebs zu erkranken, aber auch junge Frauen sind betroffen. Drei von zehn der betroffenen Frauen sind zum Zeitpunkt der Diagnose jünger als 55 Jahre.2

  • Beim Brustkrebs verändern sich Zellen in der Brustdrüse bösartig und wachsen unkontrolliert. Dabei verdrängen oder zerstören sie gesundes Körpergewebe.
  • Im frühen Stadium der Erkrankung spüren Sie meist keine Beschwerden. Doch es gibt Anzeichen, die auf eine Brustkrebserkrankung hindeuten können. Dazu gehören beispielsweise knotige Veränderungen in der Brust.
  • Äußerliche Auffälligkeiten der Brust, wie zum Beispiel eine Veränderung der Brustgröße oder Hautrötungen, die nicht abklingen, können Symptome für eine Krebserkrankung sein. Erfahren Sie mehr dazu in der Grafik „Mögliche Symptome und Veränderungen bei Brustkrebs“.
  • Früherkennung: Die jährliche Früherkennungsuntersuchung spielt eine wichtige Rolle. Sie steht Frauen ab 30 Jahren zu und die Kosten dafür übernehmen die Krankenkassen. Männern werden keine Früherkennungsuntersuchungen empfohlen, denn sie haben ein erheblich geringeres Risikos an Brustkrebs zu erkranken.1,3
  • Rechtzeitig zum Arzt: Wie bei jeder Krebserkrankung ist es wichtig, dass die Erkrankung möglichst frühzeitig entdeckt wird, dann stehen die Heilungschancen am besten.
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Entstehung

Darstellung des Brustgewebes bei Brustkrebs

Mal zieht es, mal spannt es – die weibliche Brust ist sehr empfindlich und verändert sich durch hormonelle Schwankungen. Im hormonell gesteuerten Kreislauf spielen besonders die Hormone Östrogen und Progesteron eine Rolle. Vielleicht kennen auch Sie zyklusabhängige Unterschiede in der Empfindung Ihrer Brust. Damit sind Sie nicht allein, das geht den meisten Frauen so. Dazu gehören:

  • Spannungsgefühle
  • Verhärtungen
  • Vermehrte Knotenbildung
  • Erhöhte Schmerzempfindlichkeit

Diese Veränderungen in der Brust sind zwar unangenehm, aber in den meisten Fällen harmlos. Mit Einsetzen der Regelblutung klingen sie wieder ab. Andere Veränderungen, die durch hormonelle Einflüsse in der Brust entstehen können, sind Zysten, gutartige Knoten und Entzündungen. Zysten sind Flüssigkeitsansammlungen in Hohlräumen, die durch einen nichtfunktionstüchtigen Milchgang entstehen können. Knoten können im Bindegewebe (Fibroadenome) oder in den Fettläppchen (Lipome) auftreten.

Wenn Sie einen Knoten bei sich entdecken, machen Sie sich keine unbegründeten Sorgen. Lassen Sie den Knoten jedoch sicherheitshalber von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt untersuchen. In den meisten Fällen ist keine Behandlung erforderlich. Entzündungen in der Brust hingegen sollten behandelt werden. Die Beschwerden verschwinden danach meist vollständig.4 Sie sehen: Die meisten Erkrankungen der Brust sind gutartig. Doch bitte lassen Sie diese unbedingt abklären und behandeln – sofern dies nötig sein sollte.

Wie entsteht Brustkrebs?

Viele Menschen mit Brustkrebs bewegt die Frage: Wie kommt es eigentlich dazu? Krebs entsteht dann, wenn sich Zellen krankhaft verändern und der Körper diese veränderten Zellen nicht eliminieren, also beseitigen kann. Normalerweise kontrolliert der Körper über komplexe biochemische Mechanismen, ob es zu schädlichen Veränderungen in den Zellen kommt. Findet der Körper so eine Veränderung, sorgt er dafür, dass diese Zellen zerstört werden. Leider kommt es vor, dass sich manche der veränderten Zellen dem Kontrollmechanismus des Körpers entziehen. Sie teilen sich dann ungehindert und vermehren sich inmitten der gesunden Zellen immer weiter. Weil sich Krebszellen schneller teilen als gesunde Zellen, verdrängen sie die gesunden Zellen nach und nach. Eine solche Geschwulst aus mehreren unkontrolliert vermehrten Zellen nennt man Tumor.

Gut oder schlecht:
Was unterscheidet benigne und maligne Tumoren?

Doch keine Angst: Sollte bei Ihnen ein Tumor entdeckt werden, bedeutet das nicht gleich, dass Sie Krebs haben. Denn Tumoren können gut- oder bösartig sein.

Gutartige Tumoren

Ein gutartiger Tumor wird auch benigner Tumor genannt und ist kein Krebs. Benigne Tumoren können zwar sehr groß werden, aber sie wachsen nicht in benachbarte Gewebe ein. Sie „streuen“ auch nicht, das heißt, sie bilden keine Absiedlungen in anderen Organen.

Bösartige Tumoren

Ein bösartiger Tumor wird auch als maligner Tumor bezeichnet – oder als Krebs. Eine weitere Bezeichnung dafür lautet Karzinom. Im Gegensatz zu benignen Tumoren können maligne über Gewebegrenzen hinauswachsen und so das umgebene Gewebe zerstören. In diesem Fall spricht von man von einem invasiven Brustkrebs oder invasivem Karzinom. „Invasiv“ bedeutet „eindringen“. Zellen aus dem invasiven Karzinom können sich zudem lösen und durch das Blut oder die Lymphgefäße in andere Körperregionen gelangen. Dort können diese Zellen sogenannte Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden: Der Tumor hat dann „gestreut“ oder metastasiert.

Auch wenn es viele Brustkrebspatientinnen genauer wissen möchten: Bisher gibt es leider noch keine vollständige wissenschaftliche Erklärung dafür, warum Brustkrebs entsteht. Bekannt ist nur, dass er sich sehr unterschiedlich entwickeln kann: Es gibt Karzinome, die schnell wachsen und ihre Zellen im Körper verbreiten. Andere Karzinome wiederum geben Grund zur Hoffnung: Sie wachsen nur sehr langsam oder stellen ihr Wachstum sogar vollständig ein.4

Möglicherweise hilft es Ihnen, so wie vielen anderen Betroffenen, sich mit der Erkrankung bewusst auseinanderzusetzen. Sie werden feststellen, dass Brustkrebs heute häufig gut zu behandeln ist – dank der immer besseren Untersuchungsmöglichkeiten und der inzwischen sehr guten Therapien.

Brustkrebs Arztgespräch

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Diagnose

Was spüren Sie als Patientin?

Tastuntersuchung bei Brustkrebs

„Wie erkenne ich Anzeichen von Brustkrebs?“ – Diese Frage bewegt viele Frauen – vielleicht auch Sie. Das ist nachvollziehbar, denn in den frühen Stadien der Erkrankung treten häufig keine Beschwerden oder Schmerzen auf. Gehen Sie daher unbedingt zur jährlichen Früherkennungsuntersuchung bei Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen.

Doch auch außerhalb dieser Untersuchung können Sie etwas dazu beitragen, um mögliche Anzeichen für Brustkrebs selbst zu erkennen. Häufig entdecken Frauen selbst einen Knoten in ihrer Brust – etwa zufällig beim Duschen oder auch beim gezielten Abtasten. Experten empfehlen deshalb, einmal im Monat die Brust selbst zu untersuchen. Das sollte andere Früherkennungsmaßnahmen jedoch nur ergänzen und nicht ersetzen. Bitte bedenken Sie: Knotige Veränderungen in der Brust können auch gutartig sein. Klären Sie Ihren Verdacht deshalb umgehend mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. So machen Sie sich nicht unbegründet Sorgen. In jedem Fall trägt die regelmäßige Selbstuntersuchung dazu bei, dass Sie ein Gefühl für Veränderungen in Ihrem Körper entwickeln.

Fieber, Erschöpfung oder Durchfall als Symptome

Ist der Krebs schon weiter fortgeschritten, kann es zu Beschwerden kommen. Diese entstehen, wenn sich der Tumor in anderen Bereichen außerhalb der Brustdrüse ausgebreitet hat (Metastasen). Besonders in Knochen, Lunge und Leber können sich bei Brustkrebs Metastasen bilden.5 Ist dies der Fall, treten zum Beispiel Schmerzen oder Übelkeit auf. Auch andere Symptome wie Erschöpfung, Fieber unklarer Herkunft, Durchfall oder Gelbsucht sind möglich.6 Stellen Sie bei sich eines oder mehrere dieser Anzeichen fest, ist schnelles Handeln gefragt: Suchen Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf.

Symptome_Brustkrebs

 

Wie wird der Brustkrebs diagnostiziert?

Mammographie Diagnose Brustkrebs

Sie haben Veränderungen an Ihrer Brust festgestellt? Dann suchen Sie sobald wie möglich Ihren Gynäkologen auf. Er wird verschiedene Untersuchungen durchführen, um festzustellen, ob bei Ihnen Brustkrebs vorliegt. Zunächst wird Ihr Arzt eine Tastuntersuchung Ihrer Brust durchführen. Um sich einen guten Überblick über das Brustgewebe zu verschaffen, wird Ihr Arzt bildgebende Verfahren wie eine Ultraschalluntersuchung oder eine Mammographie einsetzen.

 
Empfohlene Untersuchungen für die Diagnosestellung Brustkrebs1
  • Ärztliche Tastuntersuchung
  • Ultraschalluntersuchung einschließlich der Achselhöhle
  • Mammografie
  • Gewebeuntersuchung (Biopsie) zur Sicherung der Diagnose
  • Gegebenenfalls Magnetresonanztomographie (MRT)
 
Ärztliche Tastuntersuchung

Bei dieser Untersuchung tastet Ihr Gynäkologe Ihre Brust im Sitzen oder im Stehen ab. Im Prinzip geht er genauso vor wie Sie zu Hause bei der Selbstuntersuchung. Der Arzt prüft, ob Schwellungen, Rötungen, Entzündungen oder Formveränderungen der Brust oder der Brustwarze vorliegen. Außerdem tastet er die Achselhöhlen, das Brustbein und das Schlüsselbein vorsichtig ab.4

 

Ultraschalluntersuchung

Die Ultraschalluntersuchung führt der Arzt im Liegen durch und sie ist vollkommen schmerzfrei. Der Schallkopf wird während der Untersuchung über die Haut der Brust bis in die Achselhöhle bewegt.  Die so entstehenden Bilder werden am Monitor betrachtet. Als alleinige Methode zur Brustkrebsfrüherkennung genügt eine Ultraschalluntersuchung nicht.3 Sie kann aber Hinweise liefern und ist als ergänzende Untersuchung empfehlenswert:

  • wenn Frauen ein familiär bedingtes, hohes Risiko haben an Brustkrebs zu erkranken.
  • wenn Frauen ein dichtes Drüsengewebe in der Mammographie aufweisen und bei einem auffälligen Mammographiebefund.1,3
 
Mammografie

Bei einer Mammografie Bei einer Mammographie werden Röntgenstrahlen eingesetzt, mit deren Hilfe die innere Beschaffenheit der Brust untersucht werden kann. Die Brust wird bei der Untersuchung zwischen zwei Plastikplatten kurz zusammengedrückt. Das wird von einigen Frauen als unangenehm bis schmerzhaft empfunden, von anderen hingegen nicht. Die Mammographie wird zur Früherkennung von Brustkrebs allen Frauen ohne Symptome und Beschwerden zwischen 50 und 69 Jahren als Vorsorgeuntersuchung alle zwei Jahre empfohlen.1 Sie ist derzeit die einzige als wirksam anerkannte Methode zur Erkennung von Brustkrebsvorstufen oder frühen Tumorstadien.3,4

 
Sicherung der Diagnose und weiterführende Untersuchungen

Hat Ihr Arzt eine Veränderung in Ihrer Brust gefunden, kann nur die Gewebeprobe – auch Biopsie genannt – zeigen, ob sie bösartig ist. Es werden mehrere kleine Gewebeproben aus der Brust entnommen und im Labor untersucht. Damit Sie zuverlässige Ergebnisse erhalten, sind mehrere Proben wichtig. Der ambulante Eingriff findet unter örtlicher Betäubung statt, sodass er so schmerzfrei wie möglich verläuft.

Wenn die Untersuchungen auf einen aggressiven Tumor hindeuten, werden bei Ihnen weiterführende bildgebende Untersuchungen durchgeführt. Damit lässt sich prüfen, ob der Tumor bereits in andere Bereiche, weiter weg vom Ursprungsort, gestreut hat. Zu diesen Untersuchungen gehört die Computertomographie (CT) der Lunge und des Oberbauchs sowie die Skelettszintigraphie. Mit der CT lassen sich Schädigungen anderer Organe oder Lymphknoten durch den Tumor feststellen. Mit der Skelettszintigraphie wird untersucht, ob der Tumor bereits Knochen angegriffen hat.

 
Welche Formen des Brustkrebses gibt es?

Ärzte unterteilen Mammakarzinome im Wesentlichen in zwei verschiedene Stadien:

Frühes Stadium: Lokal begrenztes Mammakarzinom

Die bösartig veränderten Zellen sind beim lokal begrenzten Mammakarzinom auf die Brustdrüse beschränkt.

Fortgeschrittenes Stadium: Rezidiviertes oder metastasiertes Mammakarzinom

Beim rezidivierten Mammakarzinom ist der Brustkrebs nach der Behandlung an die gleiche Stelle zurückgekehrt. Das kann passieren, wenn durch die Behandlung eine oder mehrere Krebszellen überleben. Diese können sich jahrelang im „Ruhemodus“ befinden und plötzlich wieder aktiv werden, sodass die Krebserkrankung zurückkehrt. Beim metastasierten Mammakarzinom hat sich der Krebs im Körper ausgebreitet.

Es gibt für alle Stadien des Brustkrebses Behandlungsmöglichkeiten.

 

Die Stadien der Erkrankung

Bevor Ihre Therapie geplant werden kann (siehe Tabelle), wird das Tumorstadium bestimmt. Ihr Arzt verwendet hierfür die sogenannte TNM-Klassifikation. Diese hilft dabei zu beurteilen, wie bösartig ein Tumor ist.

Die drei Buchstaben stehen für die folgenden Merkmale:

T – beschreibt den Ausgangstumor und ist abgeleitet von „Tumor“. Die Ziffern 0-4 geben weitere Auskunft: 0 bedeutet, dass kein Ausgangstumor nachweisbar ist. 1-4 beschreiben die zunehmende Größe und Eindringtiefe des Tumors.

N – beschreibt, ob umliegende Lymphknoten befallen sind und ist abgeleitet von „Nodus“, lateinisch Nodus lymphoideus = Lymphknoten. Die auf den Buchstaben N folgende Ziffer 0 bedeutet, dass kein Lymphknotenbefall nachweisbar ist. Die Ziffern 1-3 stehen für zunehmenden Befall von Lymphknoten in Tumornähe.

M – beschreibt, ob Fernmetastasen gefunden wurden und ist abgeleitet von „Metastasen“. Sind keine Fernmetastasen nachweisbar, folgt die Ziffer 0. M1 steht für den Nachweis von Fernmetastasen an einem oder mehreren Orten.

Ihr Arzt wird mit Ihnen in Ruhe sprechen und Sie genau informieren, welches Stadium bei Ihnen vorliegt und wie man es am besten behandeln kann.

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Behandlung

Brustkrebs Behandlung

Die Diagnose Brustkrebs verändert von einem Tag auf den anderen alles. Sicher ist sie für keine Frau einfach zu bewältigen. Unvermeidlich kommen grundlegende Fragen auf: „Wie geht es weiter? Wie kann ich mit der Krankheit umgehen?“ Versuchen Sie in sich zu gehen und lassen Sie sich ein paar Tage Zeit, um die neue Situation anzunehmen. Überlegen Sie, was Ihnen persönlich besonders wichtig ist – es muss nicht am selben Tag gehandelt werden. Und bitte denken Sie immer daran: Brustkrebs ist heutzutage besser behandelbar als noch vor einigen Jahren und die Forschung schreitet ständig voran. Deshalb sollten Sie sich gut über Ihre Möglichkeiten informieren.

Welche Therapien bei Brustkrebs gibt es?

Es stehen verschiedene Therapien zur Verfügung, um Brustkrebs zu behandeln: medikamentöse Therapien (Chemotherapie, Antihormontherapie, Antikörpertherapie), Operation und Strahlentherapie. Die Entscheidung für die richtige Therapie hängt wesentlich davon ab, wie aggressiv der Tumor in Ihrem Körper ist und in welchem Stadium sich der Brustkrebs befindet. Die eher weniger aggressiven Brustkrebsformen sind glücklicherweise in der Überzahl.

Die Behandlungsmöglichkeiten hängen unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Tumorstadium
  • Aggressivität des Tumors
  • Symptomen
  • Alter der Patientin

Auch in puncto Behandlung gilt: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt. – Er wird immer versuchen, bei der Behandlung auf Ihre Wünsche einzugehen.

 
Für die Behandlung des Brustkrebses stehen mehrere Therapien zur Auswahl

Behandlung Brustkrebs

Das Ziel Ihrer Brustkrebstherapie richtet sich danach, welches Tumorstadium vorliegt. Ist er noch nicht weit fortgeschritten (frühes Stadium), ist Heilung das Ziel jeder Therapie gegen den Brustkrebs.7 Dazu kommen mehrere Verfahren zum Einsatz, die auch in Kombination angewendet werden können: Operation, Bestrahlung oder verschiedene Medikamente (Chemotherapie, Antihormontherapie, zielgerichtete Therapie unter anderem mit Antikörpern).

Haben sich bereits Metastasen gebildet, hat die Behandlung zum Ziel, die Beschwerden zu lindern und das Leben mit einer möglichst hohen Lebensqualität zu verlängern. Das ist mit verschiedenen Therapien möglich, z. B. gibt es spezielle Medikamente, die auf den gesamten Körper wirken. Auch hier kommen Chemotherapie, Antihormontherapie und zielgerichtete Therapien zum Einsatz. Einzelne Metastasen können auch örtlich behandelt werden. Das erfolgt meist durch eine Operation oder eine Bestrahlungstherapie. Es werden auch unterstützende Behandlungen eingesetzt, die sich nicht gegen den Krebs richten, sondern die Beschwerden lindern sollen, die er verursacht.

Bitte wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und besprechen Sie gemeinsam, welche Behandlung bei Ihnen möglich ist.

 
Die Operation3,7

Die Entfernung einer oder beider Brüste ist für viele Frauen verständlicherweise ein sensibles Thema: Sie verändert das Körperbild entscheidend, außerdem gilt die Brust für viele Frauen als Zeichen ihrer Weiblichkeit. Es kann auf zwei verschiedene Arten operiert werden: brusterhaltend oder brustentfernend. In beiden Fällen ist das Ziel des Operationsteams, das Krebsgewebe vollständig zu entfernen. Heutzutage wird überwiegend brusterhaltend operiert. Auch Ihr Arzt wird alles dafür tun, Ihre Brust zu erhalten. Leider ist das nicht immer möglich. In manchen Fällen kann die Brust direkt während der Operation wiederaufgebaut werden.

Bei der Operation wird auch geprüft, ob Lymphknoten von Krebszellen befallen sind. Das Operationsteam entscheidet nach dem Untersuchungsbefund, ob und welche Lymphknoten entfernt werden. Sogenannte Wächterlymphknoten, die sich in unmittelbarer Nähe des Tumors befinden, werden in der Regel immer entfernt. Es kann auch sein, dass bei einem entsprechenden Befund eine zweite Operation bei Ihnen erforderlich ist.

 
Die Bestrahlung3,7

Bestrahlung bei Brustkrebs

Warum wird bei Brustkrebs in den meisten Fällen nach der Operation auch eine Bestrahlung durchgeführt? Diese Bestrahlung nennt man adjuvante (unterstützende) Strahlentherapie. Das Ziel dieser unterstützenden Therapie ist es, möglicherweise übriggebliebene Krebszellen zu zerstören und sie gänzlich vom Krebs zu befreien. So soll verhindert werden, dass der Krebs nach einiger Zeit zurückkommt (rezidiviert) oder Metastasen bildet. Heute ist es sogar möglich, das umliegende Gewebe weitgehend zu schonen. Dafür sorgen moderne Bestrahlungstechniken und die Auswahl der Strahlendosis. Daher sind Strahlentherapien längst nicht mehr so schädlich wie noch vor einigen Jahren.

 
Die Chemotherapie3,7

Chemotherapie bei Brustkrebs

Eine Chemotherapie kommt in Frage, wenn das Risiko für einen Krankheitsrückfall hoch ist, die Erkrankung rasch fortschreitet oder Ihr Brustkrebs nicht oder nicht mehr für eine Antihormonbehandlung geeignet ist.5 Wird die Chemotherapie nach der Operation durchgeführt, ist das Ziel, die verbliebenen Zellen zu zerstören (adjuvant). Es ist aber auch möglich, die Chemotherapie vor der Operation durchzuführen. Dabei wird der Krebs so verkleinert, dass man ihn besser operieren kann. Dieses Vorgehen bezeichnet man als neoadjuvant.

 
Die Antihormonbehandlung7

Es gibt Formen von Brustkrebs, die hormonabhängig wachsen. Hier kann das Wachstum der bösartigen Zellen gebremst werden, indem man die körpereigenen Hormone ausschaltet. Ihr Arzt wird mit Ihnen sprechen und Ihnen erklären, welches Medikament bei Ihnen passt und eingesetzt werden kann. Das hängt von mehreren Faktoren ab. Normalerweise ist die Antihormontherapie besser verträglich als die Chemotherapie. Auch hier können Beschwerden auftreten, gegen die es aber häufig gute Behandlungsmöglichkeiten gibt. Eine Antihormontherapie kann als alleinige Therapie eingesetzt werden. Sie kann aber auch nach einer Operation, nach einer Chemotherapie oder während einer Strahlentherapie erfolgen.

 
Die zielgerichtete Therapie7

Der Begriff „zielgerichtete Therapie“ fasst mehrere moderne Therapien zusammen. Dabei hemmen bestimmte Wirkstoffe das Tumorwachstum, indem sie sich gegen ganz spezifische Eigenschaften der Krebszellen richten. Als Wirkstoffe werden in der zielgerichteten Therapie unter anderem Antikörper eingesetzt, die auch mit der Chemotherapie kombiniert werden können. Das nennt man „Chemoimmuntherapie“. Auch in diesem Fall wird Ihr Arzt Sie umfassend informieren, ob in Ihrem Fall eine zielgerichtete Therapie eingesetzt werden kann und gemeinsam mit Ihnen die passende Behandlung auswählen.

 
Gezielte Behandlung von Metastasen5

Hat Ihr Brustkrebs gestreut, bilden sich Metastasen vor allem in Knochen, Lunge und Leber. Auch das Gehirn oder die Haut können befallen sein. Die zur Behandlung eingesetzten Medikamente wirken im ganzen Körper (das heißt systemisch). Ergänzend können auch einzelne Metastasen gezielt behandelt werden. Diese Behandlungen dienen in erster Linie dazu, Beschwerden zu lindern und Ihre Lebensqualität zu erhalten.

Es ist nicht einfach, eine Entscheidung zu treffen, wenn mehrere Therapiemöglichkeiten zur Auswahl stehen. Nehmen Sie sich Zeit, um alle Vor- und Nachteile gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt abzuwägen. Haben Sie Zweifel, die sich auch durch mehrere Gespräche nicht ausräumen lassen? Sie haben das Recht auf eine zweite ärztliche Meinung. Die Kosten dafür übernehmen in der Regel die Krankenkassen. Erkundigen Sie sich am besten vorher bei Ihrer Kasse danach. Scheuen Sie sich nicht davor, den Arzt zu wechseln, wenn Sie sich nicht gut aufgehoben fühlen.

Ziehen Sie Ihre Familie und Freunde ins Vertrauen. Wie auch immer Sie sich entscheiden mögen: Es ist wichtig, dass Sie eine selbstbestimmte Entscheidung treffen. Vielen Patientinnen hilft es, sich nach ihrer Entscheidung hauptsächlich auf die Chancen der Behandlung zu konzentrieren und die Risiken bewusst etwas in den Hintergrund zu rücken.

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Wichtig während der Behandlung

Sie haben die Möglichkeit, die Behandlung und den Krankheitsverlauf positiv zu unterstützen. Es ist wichtig, dass Sie Ihre Arzttermine wahrnehmen und auf die regelmäßige Medikamenteneinnahme achten. Bitte teilen Sie neu oder verstärkt auftretende Beschwerden Ihrem Arzt direkt mit.

Ernährung und Bewegung können bei Krebserkrankungen eine wichtige Rolle spielen. Eine gesunde Ernährung kann Ihren Krebs nicht heilen, aber sie kann Ihren Organismus stärken.

Auch eine Kombination aus mäßigem Kraft- und Ausdauertraining kann Ihr Wohlbefinden fördern und dazu beitragen, Ihre Beschwerden zu lindern. Ein Vorteil ist, dass gleichzeitig Ihre Belastungsfähigkeit steigt. Dabei sollten Sie sich aber nicht übernehmen, der Leistungsgedanke darf hierbei keine Rolle spielen. Wenn Sie möchten, schließen Sie sich einer Sportgruppe für Menschen an, die an Krebs erkrankt sind. Gemeinsam bereitet Sport mehr Freude und Sie können sich bei dieser Gelegenheit auch mit Menschen austauschen, denen es ähnlich geht. Das kann Ihnen helfen und vielleicht fühlen auch Sie sich dann etwas freier und entlastet.

Sport und Aktivität bei Brustkrebs

Wenn Sport für Sie nicht infrage kommt, können Sie sich mit kurzen Spaziergängen oder anderen leichten Aktivitäten an der frischen Luft etwas Gutes tun. Sie können auch kleine Aktivitäten in Ihren Alltag einbauen, indem Sie zum Beispiel die Treppe anstelle des Aufzugs nehmen – natürlich nur, wenn Ihnen danach ist.

Es kann außerdem hilfreich sein, Ihre Familie, Freunde oder Angehörigen in Ihre Erkrankung einzubeziehen. Auch psychoonkologische Betreuungsangebote helfen vielen, mit der Erkrankung umzugehen und Ängste und Sorgen besser zu verarbeiten. Informationen zu den verschiedenen Hilfsangeboten finden Sie hier.

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Heilungschancen

„Wie geht es jetzt weiter? Sterbe ich womöglich an dieser Krankheit?“ Solche und ähnliche Fragen gehen Ihnen sicherlich durch den Kopf, wenn Sie erfahren, dass Sie an Brustkrebs erkrankt sind. Denken Sie bitte daran, dass die Diagnose Brustkrebs nichts Endgültiges haben muss. Moderne Diagnosemöglichkeiten, neue Therapien und Behandlungsmethoden haben die Überlebenschancen mittlerweile verbessert.

Brustkrebs Patientin im Gespräch mit Krankenpflegerin

Die Heilungschancen werden unter anderem von der Größe, der Aggressivität und der Ausbreitung des Tumors beeinflusst. Je früher der Brustkrebs entdeckt wird, desto besser stehen die Chancen, die Krankheit zu überleben. Hat der Brustkrebs bereits Metastasen in anderen Körperregionen gebildet, ist mit den heute verfügbaren Behandlungsmethoden keine Heilung möglich. Ist dies bei Ihnen der Fall, müssen Sie Ihr Leben lang behandelt werden. Mithilfe moderner Therapien lässt sich das Leben verlängern und die Lebensqualität verbessern.

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Wer ist betroffen?

In Deutschland erkranken jährlich rund 70.000 Frauen und 700 Männer an Brustkrebs.2 Die Erkrankung tritt mit zunehmendem Alter häufiger auf, aber auch junge Frauen sind betroffen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer bei 71 Jahren und für Frauen bei 64 Jahren. Schaut man sich aktuelle Statistiken an, erkrankt jede achte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs.2

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Vorbeugung

 

DNA Vorbeugung

Wie können wir uns gegen Krebs schützen? Diese Frage geht uns allen oft durch den Kopf. Viele Patientinnen und Patienten fragen sich nach der Diagnose, ob sie die Entstehung der Krankheit hätten verhindern können. Leider lässt sich die Ursache für die Brustkrebserkrankung in den meisten Fällen nicht feststellen, es sind aber zahlreiche Risikofaktoren bekannt. Einige können wir durch unser Verhalten beeinflussen, andere leider nicht. Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass 25 % der Brustkrebserkrankungen durch einen gesunden Lebensstil vermieden werden können, beispielsweise durch eineausgewogene Ernährung), wenig Alkoholkonsum, regelmäßige körperliche Aktivität oder Verzicht auf Nikotin1. Dennoch ist ein gesunder Lebensstil keine Garantie dafür, dass Sie nicht an Krebs erkranken.

Neben diesen Risikofaktoren gibt es auch Faktoren, die Sie nicht beeinflussen können. Dazu gehören z. B. ein höheres Alter, familiäre Krebserkrankungen oder nachgewiesene ungünstige genetische Veränderungen.1

Besonders in den Medien werden auch einige Umweltfaktoren als Risikofaktoren diskutiert, wie z. B. aluminiumhaltige Deodorants und Brust-Silikonimplantate. Sie spielen aber nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse keine Rolle für das Risiko an Brustkrebs zu erkranken.1

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Aktuelle Forschung

In der Forschung wird sehr intensiv daran gearbeitet, neue Therapiemöglichkeiten für den Brustkrebs zu entwickeln. Aktuell wird viel im Bereich der zielgerichteten Therapien geforscht. Hier werden immer wieder neue Ansätze, auch in Kombination mit anderen Therapien, in klinischen Studien geprüft.

Das Ziel ist, Rückfälle zu verhindern und Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs noch mehr Lebenszeit und eine gute Lebensqualität zu ermöglichen.

Forschung Brustkrebs

 
Referenzen
  1. Wolfgang Janni und Volkmar Müller (Hrsg) im Namen der Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. (AGO) für Patientinnen, Patienten, Angehörige und Interessierte. Brustkrebs. Patientenratgeber zu den AGO-Empfehlungen 2019. München 2019. Abrufbar unter https://brustkrebsdeutschland.de/wp-content/uploads/2019/04/AGO_Brustkrebs_2019_Brustkrebs-Deutschland.pdf Letzter Zugriff am 03.10.2019.
  2. Robert Koch-Institut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg). Krebs in Deutschland für 2013/2014. 11. Ausgabe. Berlin, 2017. Abrufbar unter https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_inhalt.html Letzter Zugriff am 03.10.2019.
  3. Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Version 4.2, 2019 AWMF Registernummer: 032-045OL. Abrufbar unter  http://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/mammakarzinom/ Letzter Zugriff am 22.11.2019).
  4. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., Deutsche Krebsgesellschaft e. V. und Deutsche Krebshilfe (Hrsg). Leitlinienprogramm Onkologie. Früherkennung von Brustkrebs. Eine Entscheidungshilfe für Frauen. Berlin, 2010. Abrufbar unter https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/patientenleitlinien/brustkrebs/. Letzter Zugriff am 03.10.2019.
  5. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., Deutsche Krebsgesellschaft e. V. und Deutsche Krebshilfe (Hrsg). Leitlinienprogramm Onkologie. Patientenleitlinie Metastasierter Brustkrebs. Berlin, 2018. Abrufbar unter https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/patientenleitlinien/brustkrebs/. Letzter Zugriff am 04.10.2019.
  6. Deutsches Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft. Krebsinformationsdienst. Lebermetastasen. Abrufbar unter https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/metastasen/lebermetastasen-symptome.php - inhalt3. Letzter Zugriff am 25.10.2019.
  7. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., Deutsche Krebsgesellschaft e. V. und Deutsche Krebshilfe (Hrsg). Leitlinienprogramm Onkologie. Patientenleitlinie Brustkrebs im frühen Stadium. Berlin, 2018. Abrufbar unter https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/patientenleitlinien/brustkrebs/. Letzter Zugriff am 03.10.2019.
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