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Eierstockkrebs

Zweithäufigste bösartige Erkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane

Unter Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) versteht man einen bösartigen Tumor in den Eierstöcken (Ovarien) der Frau. Er ist die zweithäufigste bösartige Erkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane nach dem Gebärmutterkörperkrebs. Wegen einer häufig erst späten Diagnose ist die allgemeine Prognose als eher schlecht anzusehen. Noch gibt es keine gesetzlich vorgesehene Untersuchung zur Früherkennung.

Krankheitsbild

Der Tumor wächst in den freien Bauchraum hinein, wo er viel Platz zur Ausbreitung hat, ohne Beschwerden zu verursachen. Deshalb werden 70% aller malignen Tumoren der Eierstöcke erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Treten Symptome auf, so kann es sich unter anderem um Zunahme des Bauchumfangs ohne Gewichtszunahme, Verdauungsbeschwerden/Völlegefühl, Blähungen, Müdigkeit und Erschöpfung, Zwischenblutungen oder Blutungen nach den Wechseljahren, Harndrang oder Harnblasendruck handeln.

Epidemiologie

Im Laufe ihres Lebens erkrankt ca. eine von 72 Frauen am Ovarialkarzinom. Das mittlere Erkrankungsalter liegt etwa bei 69 Jahren. Im Jahr 2012 erkrankten in Deutschland 7.380 Frauen erstmals an Eierstockkrebs und 5.646 Frauen verstarben im gleichen Jahr an dieser Erkrankung. Eierstockkrebs ist damit die fünfthäufigste Krebstodesursache bei Frauen in Deutschland.

Anteil von Eierstockkrebs bei Frauen in Deutschland im Verhältnis zu anderen Krebserkrankungen. Erstellt nach: Zentrum für Krebsregisterdaten; Krebs in Deutschland 2011/2012, 10. Ausgabe, 2015.

Risikofaktoren

Das Risiko für Eierstockkrebs steigt mit zunehmendem Alter. Weitere Faktoren sind:

  • Übergewicht
  • Kinderlosigkeit
  • Unfruchtbarkeit
  • viele Zysten in den Eierstöcken
  • Verwandte ersten Grades mit Brust- oder Eierstockkrebs
  • Vorerkrankungen wie Brust-, Gebärmutterkörper- oder Darmkrebs

Dagegen können viele Geburten, lange Stillzeiten, orale Kontrazeptiva (die Pille) und eine Sterilisation das Risiko reduzieren.

Unterteilung

Im Eierstock gibt es verschiedene Gewebe- und Zelltypen. Aus jedem davon kann sich der Krebs entwickeln. In einer mikroskopischen Untersuchung kann festgestellt werden, um welche Art des Ovarialtumors es sich handelt. Am häufigsten sind Tumoren, die aus den Zellen des obersten Deckgewebes (Epithel) entstehen. Sie werden anhand ihrer Zellmerkmale weiter unterteilt, zum Beispiel in seröse, endometrioide, klarzellige oder muzinöse Tumoren. Mit 70% tritt am häufigsten das seröse Karzinom auf.

Diagnostik und Therapie

Die wichtigsten Untersuchungen zur Diagnose des Eierstockkrebses sind die körperliche gynäkologische Untersuchung, Laboruntersuchungen und Ultraschalluntersuchung. Die Standardtherapie umfasst die operative Tumorentfernung, die oft mit einer operativen Entfernung von Gebärmutter, Eileitern und Eierstöcken einhergeht. Außerdem kann auch eine Chemotherapie zum Einsatz kommen.

Es gibt zahlreiche zertifizierte gynäkologische Krebszentren, die sich auf diese Krebserkrankung spezialisiert haben. Bei der Deutschen Krebsgesellschaft finden Sie eine stetig aktualisierte Liste.

Prognose

In Deutschland nehmen seit der Jahrtausendwende die Erkrankungs- und Sterberaten für den Eierstockkrebs deutlich ab. Die Behandlungsmöglichkeiten und die Heilungschancen sind bei einer frühzeitigen Diagnose gut. Allerdings ist die Prognose allgemein eher schlecht, da er oft erst sehr spät entdeckt wird. Etwa 41% der Betroffenen überleben ihre Erkrankung um 5 Jahre.

Weiterführende Informationen finden Sie bei der Deutschen Krebsgesellschaft. Dort sind beispielsweise Symptome und Behandlungsmöglichkeiten aufgelistet. Weitere Informationen finden Sie auch in der Patientenleitlinie auf dem Leitlinienprogramm Onkologie, ein Programm der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V., der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. und der Deutschen Krebshilfe

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