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Krebs in Mundhöhle oder Rachenraum

Weitaus mehr Männer als Frauen betroffen

Bösartige Tumoren des Mund- und Rachenraums werden fachsprachlich als Oropharynxkarzinome bezeichnet. Diese Tumoren können sich an verschiedenen Stellen im Mund- und Rachenraum ausbilden: Beispielsweise können die Lippen, die Zunge, der Mundboden, der Gaumen oder der Rachen betroffen sein. Auch an den Speicheldrüsen können sich bösartige Geschwulste bilden. Männer erkranken häufiger an diesen Tumorarten als Frauen.

Krankheitsbild

Im Bereich der Mundhöhle machen sich Tumoren in Form von Veränderungen und Gewebevermehrungen bemerkbar, die in den meisten Fällen schmerzfrei bleiben. Dazu zählen Schwellungen, Verfärbungen oder Geschwüre an der Schleimhaut, die langsam wachsen und lange Zeit keine Beschwerden verursachen. Je nach Lage und Größe des Tumors in der Mundhöhle kann auch die Beweglichkeit der Zunge beeinträchtigt werden. Bei Tumoren im Rachenraum treten vor allem Schluckbeschwerden auf. Patienten berichten in diesen Fällen auch oft von einem Fremdkörpergefühl. Allerdings muss es sich nicht bei jeder Veränderung dieser Art um Krebs handeln. Sollte Ihnen an sich eine Veränderung auffallen, sollten Sie für eine sichere Diagnosestellung auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Epidemiologie

Im Jahr 2012 erkrankten in Deutschland 9.290 Männer und 3.650 Frauen neu an Krebs in Mundhöhle oder Rachenraum. Männer sind damit weitaus häufiger betroffen als Frauen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 62 Jahren bei Männern und 66 Jahren bei Frauen. Im Jahr 2012 starben über 1.300 Frauen und rund 4.100 Männer aufgrund einer dieser Krebsarten.

Anteil von Krebs in Mundhöhle oder Rachenraum bei Männern und Frauen in Deutschland im Verhältnis zu anderen Krebserkrankungen. Erstellt nach: Zentrum für Krebsregisterdaten; Krebs in Deutschland 2011/2012, 10. Ausgabe, 2015.

Risikofaktoren

Die Hauptrisikofaktoren für Krebs der Mundhöhle und des Rachenraums sind Tabakrauch und Alkoholkonsum. Die Kombination beider Risikofaktoren ist besonders schädlich.

Weitere Risikofaktoren sind vor allem:

Unterteilung

Man unterscheidet die Tumoren entsprechend ihres örtlichen Ursprungs nach Rachenraum- und Mundhöhlenkarzinomen. Letztere werden nochmals nach dem betroffenen Bereich wie zum Beispiel Lippen, Zunge, Mundboden und Gaumen unterteilt.

Weiterhin unterscheidet man die Tumoren nach den Zellen, aus denen sie entstehen. Im Mund- und Rachenbereich ist dies in der Regel eine Zelle der Schleimhautoberfläche. Man spricht dann von einem Plattenepithelkarzinom. Im Bereich der Speicheldrüsen finden sich sehr viele schleimbildende Zellen, aus denen sich ein so genanntes Adenokarzinom entwickeln kann.

Diagnostik und Therapie

Zur Diagnose von bösartigen Tumoren im Mund- und Rachenraum werden folgende Untersuchungen vorgenommen: PanendoskopieUltraschalluntersuchung (Sonographie)Computer- (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) und die Positronen-Emissions-Tomographie (PET).

Eine vollständige operative Entfernung des Tumors wird als die wichtigste Therapieoption angesehen. Nicht selten wird nach einer Operation eine Strahlentherapie angeschlossen, um eventuell verbliebenes bösartiges Gewebe abzutöten. In Fällen, in denen eine Operation und/oder Strahlentherapie nicht sinnvoll möglich ist, kann eine Chemotherapie gegebenenfalls in Kombination mit einer zielgerichteten Therapie zum Einsatz kommen, um die Erkrankung zurückzudrängen oder zu verlangsamen.

In Deutschland gibt es zahlreiche zertifizierte Zentren für Kopf-Hals-Tumoren, die sich auf diese Krebserkrankung spezialisiert haben. Bei der Deutschen Krebsgesellschaft finden Sie eine stetig aktualisierte Liste.

Prognose

Die Prognose ist je nach Ort des Tumors unterschiedlich: Für Krebserkrankungen der Lippen und der Speicheldrüsen ist die Prognose günstig, wohingegen die Prognose für Tumoren des Rachens ungünstig ist. Je früher der Tumor entdeckt wird, desto eher besteht die Möglichkeit auf Heilung. Es ist wesentlich, unklare dauerhafte Veränderungen im Bereich von Mundhöhle und Rachen ärztlich abklären zu lassen. Bei Frauen werden etwa 40 % der Tumoren bereits im frühen Stadium diagnostiziert, wohingegen es bei Männern nur etwa 30 % sind. Dies zeigt sich auch in den Überlebensraten: Die relative 5-Jahres-Überlebensrate von Männern (48 %) ist im Vergleich zu der von Frauen (61 %) niedriger.

Weiterführende Informationen finden Sie bei der Deutschen Krebsgesellschaft. Dort sind beispielsweise Symptome und Behandlungsmöglichkeiten aufgelistet.

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