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Hautpflege bei chirurgischen Eingriffen und Strahlentherapie

So beugen Sie typischen Hautreaktionen vor

Wird ein Tumor operativ entfernt oder das erkrankte Zellgewebe mit einer Strahlentherapie behandelt, kann das die Haut in Mitleidenschaft ziehen. Wie lassen sich typische Reaktionen der Haut auf einen chirurgischen Eingriff oder einer Strahlentherapie erkennen? Und was können Sie zur Vorbeugung und Linderung tun? Das erfahren Sie in diesem Artikel.

Wunden und Narben

Wenn ein Tumor operativ entfernt wird, entstehen Narben. Da unter solchen Narben die so genannten Kollagenfasern unregelmäßig angeordnet sind, verliert das Gewebe viel von seiner ursprünglichen Elastizität. Die entsprechende Stelle neigt dann dazu, unangenehm zu jucken und zu spannen. Deshalb bedarf sie einer besonderen Pflege, um sich zu erholen. Unmittelbar nach der Operation sollten die Bereiche rund um die Wunde bzw. Narbe vorsichtig mit Wasser und Seife oder mit einer milden Waschlösung gereinigt werden. Wichtig: Wunde oder Verband dürfen dabei nicht nass werden, Duschen oder Baden ist folglich nicht zu empfehlen. Aus hygienischen Gründen eignet sich ein Einmal-Waschlappen gut zur Reinigung.

Zur Narbenpflege nach der Operation können zunächst Cremes oder Salben dienen, die für Linderung sorgen. Nach Abschluss der Wundheilung können regenerationsunterstützende Lotionen und Peelings die Mikrozirkulation im Gewebe aktivieren und damit die Rückbildung der Narbe fördern. Die Anregung der Mikrozirkulation ist deshalb so wichtig, weil sie in und um die Narbe herum die Stoffwechselvorgänge beschleunigt: So können Verhärtungen abgebaut werden und sich neue Haut bilden.

Wann und womit eine Narbe behandelt wird, hängt von der betroffenen Körperregion ab. Die entsprechenden Entscheidungen sollte in jedem Fall der behandelnde Arzt treffen.

Weil das Melanin im Narbenbereich fehlt, braucht die Haut besonderen Schutz vor der Sonneneinstrahlung. Kommt es zu Pigmentstörungen, etwa nach Hauttransplantationen, können diese mit pigmenthaltigen Foundations und Pudern ausgeglichen werden. Liposomale Vitamin-C-Derivate können für ein Verblassen der störenden Pigmente sorgen.

Radiodermatitis

Durch eine Strahlentherapie kann eine so genannte Radiodermatitis entstehen: eine Hauterkrankung, die den ganzen Körper inklusive der Kopfhaut betreffen kann. Sie äußert sich anfangs durch Hautrötungen, Juckreiz, Brennen und Schmerz. Schreitet die Radiodermatitis fort, entstehen unter anderem unangenehme Schuppen und Blasen.

Wichtig zur Vorbeugung einer Radiodermatitis ist eine sorgfältige Körperpflege. Zudem können pflegende Lotionen, zum Beispiel mit Calendula oder Silbersulfadiazin, sowie harnstoffhaltige Cremes die Haut wirksam schützen. Wichtig ist, dass die Cremes keine allergisierende Substanzen enthalten. Auf Cremes mit Duftstoffen und pflanzlichen Inhaltsstoffen sollten Sie folglich besser verzichten. Direkt vor der Behandlung können Deodorant, Creme oder eine Lotion aufgetragen werden - von Puder ist jedoch abzuraten, da er austrocknet und verklebt.

Kommt es dennoch zu einer Radiodermatitis, müssen die Symptome der Erkrankung behandelt werden. Gut helfen kühlende Maßnahmen. So kann die Haut beispielsweise zwei- bis dreimal für jeweils 20 Minuten mit antiseptischen oder steroidhaltigen, feuchten Umschlägen umwickelt werden.

Radiogene Mukositis

Treten während einer Strahlentherapie vermehrt Schleimhautprobleme auf, könnte es sich um eine so genannte radiogene Mukositis handeln. Dabei werden die Wachstumszellen der Schleimhaut verbraucht, was wiederum zu einer Vergrößerung der Blutgefäße und zu einer sehr schmerzhaften Rötung führt. Darüber hinaus neigt die betroffene Schleimhaut zu Infektionen. Wenn die radiogene Mukositis jedoch frühzeitig und richtig behandelt wird, verschwindet sie irgendwann ohne weitere Spätfolgen.

Während einer Strahlentherapie sollte eine regelmäßige, umfassende Mundpflege erfolgen: nach dem Essen mit einer weichen Zahnbürste sowie einer fluorhaltigen Zahnpasta putzen und dabei auch die Zahnzwischenräume nicht vergessen, die mit Zahnseide oder Interdentalbürsten gesäubert werden sollten. Auf Alkohol, zuckerhaltige Getränke, Tabak, scharfe oder heiße Speisen sowie säurehaltige Lebensmittel sollten in dieser Zeit verzichtet werden. Dagegen kann die Einnahme von Zink vorbeugend wirken, da Zink unter anderem den Gewebeaufbau unterstützt. Für ein frisches, sauberes und ausreichend feuchtes Mundgefühl nehmen Sie am besten eine entzündungshemmende und schmerzlindernde Mundspülung ohne Alkohol.

Sollten Sie Schmerzen spüren oder Läsionen finden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Bei anderen präventiven Maßnahmen für eine gute Mundhygiene hilft Ihr Zahnarzt.

Weitere Informationen zur Vorbeugung und Behandlung von Nebenwirkungen einer Krebsbehandlung finden Sie auch in der Patientenleitlinie „Supportive Therapie“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Stiftung Deutsche Krebshilfe.

 

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