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Krebs in Gallenblase und Gallenwege

Sehr seltene Krebserkrankung mit schlechter Prognose

Bösartige Tumoren der Gallenblase und der Gallenwege (Gallenblasenkarzinom und Cholangiokarzinom) gehören zu den seltenen Tumorerkrankungen. Sie werden oft spät diagnostiziert und haben keine gute Prognose. Wie sie genau entstehen, ist nicht abschließend geklärt.

Krankheitsbild

Im frühen Stadium verspüren betroffene Patienten in der Regel keine Symptome. Deshalb werden Tumoren der Gallenwege und -blase meistens erst spät entdeckt.

Die Gallenflüssigkeit wird in der Leber produziert. Die Gallenwege ermöglichen den Abfluss dieser Flüssigkeit in den Darm. Die Gallenblase dient hierbei als Speicher für Gallenflüssigkeit. Ein Tumor im Bereich der Gallenblase oder der Gallenwege kann den Abfluss der Galle aus der Leber in den Darm behindern. Dadurch kann es zu einer ungenügenden Ausscheidung von Bilirubin, einem Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin, kommen, wodurch eine Gelbsucht entstehen kann. Typische Zeichen dafür sind eine Gelbfärbung der Haut und der Skleren (also des weißen Anteiles der Augen), Juckreiz, dunkler Urin und heller Stuhlgang.

Abgesehen davon können bei Betroffenen Bauchschmerzen und Gewichtsverlust sowie manchmal Übelkeit und Erbrechen als Symptome auftreten.

Epidemiologie

Im Jahr 2012 erkrankten in Deutschland 2.170 Männer und   2.780 Frauen neu an Krebs der Gallenblase oder der Gallenwege. Das mittlere Erkrankungsalter liegt etwa bei 72 Jahren für Männer und bei 76 Jahren bei Frauen. Männer erkranken häufiger an Gallenwegtumoren, wohingegen Frauen öfter von Gallenblasenkarzinomen betroffen sind. Im Jahr 2012 starben in Deutschland  2.122 Frauen und 1.400 Männer aufgrund dieser Krebserkrankungen.

Anteil von Krebs in Gallenblase und Gallenwege bei Männern und Frauen in Deutschland im Verhältnis zu anderen Krebserkrankungen. Erstellt nach: Zentrum für Krebsregisterdaten; Krebs in Deutschland 2011/2012, 10. Ausgabe, 2015.

Risikofaktoren

Bisher konnte keine eindeutige Ursache für die Entstehung von Tumoren der Gallenblase oder Gallenwege ausgemacht werden. Das Erkrankungsrisiko nimmt mit steigendem Lebensalter kontinuierlich zu. Außerdem gelten folgende Faktoren als mögliche Risikofaktoren:

· Gallensteine

· chronisch entzündliche Erkrankungen der Gallengänge (sklerosierende Cholangitis)

· chronisch entzündliche Darmerkrankung (Colitis ulcerosa)

· Durch Alkoholkonsum ausgelöste Lebererkrankungen

· Tabakkonsum

· Starkes Übergewicht

· Hepatitis- C-Virusinfektion

· HIV-Infektion

Unterteilung

Wie bereits erwähnt unterscheidet man Gallenblasenkarzinom und Gallenwegtumoren. Außerdem werden die Tumoren nach der betroffenen Zellart unterschieden. In den meisten Fällen handelt es sich bei Karzinomen in Gallenblase und Gallenwegen um Adenokarzinome, die sich vom Drüsengewebe ableiten.

Gallenblasenkarzinome und Gallenwegtumoren werden nach der so genannten TNM-Klassifikation eingeteilt. Maßgeblich hierfür ist die Tumorgröße sowie die Frage, ob der Tumor in andere Gewebe hineinwächst (T), ferner der Befall von Lymphknoten (N) und die Ausbildung von Metastasen (M). Eine genaue Erklärung der TNM-Klassifikation finden Sie auf der Seite des Krebsinformationsdienstes.

Diagnostik und Therapie

Die wichtigste Untersuchung zur Diagnose von Karzinomen der Gallenblase und Gallenwege ist die endoskopische retrograde Cholangiographie (ERC). Dabei wird ein Endoskop bis zu der Stelle in den Darm eingeführt, wo der Gallengang in den Dünndarm mündet. In diesen Gang wird ein Kontrastmittel gespritzt und ein Röntgenbild aufgenommen. Darauf lassen sich dank des Kontrastmittels die Gallenblase und die Gallenwege gut erkennen. Weitere Untersuchungen sind UltraschallComputer- und Magnetresonanztomographie (CT, MRT).

Je nach Stadium, Lage und Ausbreitung des Tumors unterscheidet sich die Therapieform. Hat er noch nicht gestreut, werden die Gallenblase, die Gallenwege und oft auch Teile der Leber operativ entfernt. Ist der Tumor nicht operativ entfernbar, wird eine Chemotherapie eingesetzt. Nur in Ausnahmefällen kommt eine Strahlentherapie zum Einsatz. Wenn sich schon Metastasen gebildet haben oder eine operative Entfernung nicht möglich ist, weil der Tumor um lebenswichtige Gefäße gewachsen ist, kann der Patient nicht mehr geheilt werden. Dann greift die palliative Therapie, die dazu dient, Beschwerden zu lindern, die Lebensqualität so gut wie möglich zu erhalten, jedoch nicht das Leben zu verlängern.

Prognose

Die Überlebenschancen bei bösartigen Tumoren der Gallenblase und Gallenwege sind in der Regel gering, jedoch höher als beim Leberkrebs. Die relativen 5-Jahres-Überlebensraten liegen bei 15% für Frauen und 21% für Männer.

Weiterführende Informationen finden Sie bei der Deutschen Krebsgesellschaft. Dort sind beispielsweise detailliert Symptome und Behandlungsmöglichkeiten aufgelistet.

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