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Wie es weitergeht

Nach der Therapie ist vor der Nachsorge

Nach der Therapie kommt die Zeit der Erholung – und der weiteren Beobachtung des Patienten über einen längeren Zeitraum hinweg. Dies ermöglicht es dem Betroffenen, sein Leben so normal wie möglich weiterzuleben und das Risiko eines Rückfalls maximal gering zu halten. Hier erfahren Sie wissenswertes zur Nachsorgeuntersuchung und der Reha.

Der Tumor ist entfernt, die Therapie ist erfolgreich verlaufen – nun beginnt die nächste und hoffentlich letzte Phase im Kampf gegen den Prostatakrebs: die Nachsorge. Sie dient mehreren Zwecken. Zum einen soll sie sicherstellen, dass kein Rückfall (Rezidiv) eintritt und sich in der Prostata neue Geschwüre oder – bei entferntem Organ – Metastasen an anderen Stellen im Körper bilden. Zum anderen soll sie die möglichen Nebenwirkungen der Therapie beobachten und entsprechend lindern. Das gilt insbesondere, wenn Strahlen - oder Hormontherapien zum Einsatz gekommen sind.

Auf den PSA-Wert kommt es an

Wie schon bei der Früherkennungsuntersuchung, dem Verdacht und der Diagnose ist der PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen) der Dreh- und Angelpunkt. Er gibt Aufschluss über die aktuelle Entwicklung und wird in bestimmten Abständen gemessen. Dabei gilt als Faustregel: im ersten und zweiten Jahr nach Therapieende alle drei Monate, im dritten und vierten Jahr alle sechs Monate und ab dem fünften Jahr einmal jährlich. Allerdings muss das Untersuchungsintervall zwischen dem betreuenden Urologen und dem Patienten individuell abgestimmt werden. Die erste Untersuchung erfolgt in der Regel 12 Wochen nach Ende der Behandlung. Das betrifft vor allem die Prostataentfernung (Prostatektomie) sowie die primäre Strahlentherapie. Bei einer Hormontherapie wird vielfach bereits die Verlaufskontrolle während der Behandlung zur Nachsorge gezählt. Sie wird etwa alle drei bis sechs Monate durchgeführt. Die Nachsorge nimmt in der Regel der Urologe vor. Es ist aber ratsam, dass der Hausarzt über die Erkrankung bzw. die Ergebnisse der Nachsorgeuntersuchungen Bescheid weiß.

Von Unregelmäßigkeiten nicht verunsichern lassen

Natürlich sollte der PSA-Wert im Lauf der Nachsorge kontinuierlich niedriger werden beziehungsweise niedrig bleiben. Idealerweise sinkt er nach einer Entfernung der Vorsteherdrüse innerhalb von bis zu sechs Wochen unter die Nachweisgrenze. Patienten, bei denen der PSA-Wert in diesem Zeitraum nicht unter die Nachweisgrenze fällt, erreichen einen sogenannten Nadir, den individuell niedrigsten Wert. Ergibt eine Messung einmalig einen ungewöhnlich hohen Wert, so ist dies noch kein Grund zur nachhaltigen Beunruhigung. Eine solche Einzelmessung ist wenig aussagekräftig – schon deshalb, weil der Wert durch Aktivitäten wie Radfahren oder Sex in die Höhe getrieben werden kann. Auch ist der so genannte „PSA-Bounce“ gerade nach Prostatektomien und Strahlenbehandlungen generell nichts Ungewöhnliches. Nach einer Strahlenbehandlung kann es sogar bis zu einem Jahr dauern, bis der Nadir-Wert erreicht ist.

Auf Beschwerden achten

Neben den PSA-Messungen steht bei Nachsorgeterminen vor allem die Frage nach weiteren Beschwerden im Vordergrund. Die Antworten können ebenfalls Aufschluss über den Heilerfolg geben – und einen Hinweis darauf, dass bestimmte weitere Behandlungs- oder Diagnosemaßnahmen erforderlich sind. Kommt es etwa zu Knochenschmerzen, kann ein Knochenszintigramm sinnvoll sein. Zusätzlich kommen aber auch andere Untersuchungsmethoden wie beispielsweise Ultraschall oder andere Blutuntersuchungen zum Einsatz

Mit den Folgen leben

Naben der rein medizinischen Nachsorge kann es ratsam sein, auch in anderer Hinsicht Hilfe in Anspruch zu nehmen beziehungsweise eine psychologische Betreuung. Denn in der Regel wirkt sich auch eine erfolgreiche Prostatakarzinom-Therapie einschränkend auf einige Lebensbereiche aus. Insbesondere betrifft das zwei Punkte: eine (meistens) vorübergehende Harninkontinenz – der Patient kann den Harn vor allem bei Husten oder Niesen nicht halten – sowie eine (oft bleibende) Impotenz (erektile Dysfunktion). Beides kann den Betroffenen sehr belasten. Gerade deshalb ist es wichtig, gemeinsam mit Ärzten oder anderen Vertrauenspersonen mögliche individuelle Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten.

Anspruch auf Reha

Neben der Nachsorge können Betroffene eine weitere Möglichkeit in Anspruch nehmen. Allen Patienten mit Prostatakrebs steht nach der ersten Therapie eine ambulante oder stationäre Rehabilitationsmaßnahme zu. Dazu gehören im weitesten Sinn auch Initiativen zur Wiedereingliederung in das Berufsleben sowie andere Unterstützungsleistungen. Überdies ist eine so genannte Anschlussheilbehandlung (AHB) nach der Therapie möglich. Reha-Angebote finden sich unter anderem unter der Internet-Adresse www.reha-servicestellen.de sowie auf der Homepage des Bundesgesundheitsministeriums www.bmg.bund.de. Eine Auswahl an Reha-Kliniken bieten zum Beispiel die Seiten www.rehazentrum-bb.de, www.prostatakrebs-bps.de sowie http://www.rehakliniken.de.
Leistungsträger der Rehas sind bei gesetzlich Versicherten die Krankenkassenversicherungen und/oder die Rentenversicherung. Der Umfang der Leistungen ist im Sozialgesetzbuch V (SGB V) angegeben. Welche Leistungen für den einzelnen Patienten angeraten sind, lässt sich am besten im Dialog mit den behandelnden Ärzten klären. Der Beitrag Für den Bedarfsfall informiert, gibt Einblicke in die Kostenübernahme der Reha.

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