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Prostatakarzinom

Häufigste Krebsart beim Mann

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart beim Mann und auf dem dritten Platz der durch Krebs bedingten Todesursachen bei Männern. Die Prostata ist eine Drüse, die einen Teil des Spermas produziert. Sie liegt unterhalb der Blase und umkleidet die Harnröhre, weshalb sich eine Größenzunahme der Prostata oftmals durch Beschwerden beim Wasserlassen äußern. Mit zunehmendem Alter kann die Wahrscheinlichkeit für eine gutartige oder auch bösartige Vergrößerung der Prostata steigen.

Krankheitsbild

Der Prostatakrebs befällt zu 85 % die Randbereiche der Prostata, weshalb frühe Stadien im Gegensatz zu einer gutartigen Vergrößerung meist symptomlos verlaufen. Erst wenn der Tumor auch die inneren Anteile befallen hat, berichten die Patienten über erschwertes und nächtliches Wasserlassen, Nachtröpfeln, schwachen Harnstrahl, häufiges Urinieren und eine unvollständige Entleerung der Harnblase. In fortgeschrittenen Stadien kann es zudem zu Knochenschmerzen (v.a. im Bereich der Wirbelsäule), Blutungen aus der Harnröhre, Blutarmut oder Gewichtsverlust kommen.

Epidemiologie

Die Zahl der Neuerkrankungen nimmt stetig zu, was nicht zuletzt durch eine immer höhere Lebenserwartung und durch eine bessere Diagnostik bedingt ist. Im Jahr 2012 erkrankten 63.710 Männer in Deutschland am Prostatakarzinom. Vor dem 50. Lebensjahr ist der Prostatakrebs eine seltene Diagnose. Im Schnitt liegt das Erkrankungsalter bei 71 Jahren.

Anteil von Prostatakrebs bei Männern in Deutschland im Verhältnis zu anderen Krebserkrankungen. Erstellt nach: Zentrum für Krebsregisterdaten; Krebs in Deutschland 2011/2012, 10. Ausgabe, 2015.

Risikofaktoren

Die Ursachen für die Entstehung von Prostatakrebs sind bisher unbekannt. Bestätigt ist aber ein familiärer sowie geographischer Zusammenhang. So haben Männer, deren Vater oder Bruder erkranken, ein ca. doppelt so hohes Erkrankungsrisiko wie Männer ohne familiäre Belastung. Auch haben Schwarzafrikaner eine im Gegensatz zu Nordeuropäern und Amerikanern erhöhte Erkrankungswahrscheinlichkeit. Genaue Erklärungen hierzu fehlen bislang, eine wichtige Rolle scheinen aber die Ernährung und der Lebensstil zu spielen.

Unterteilung

Das Prostatakarzinom wird grob unterteilt nach Ausdehnung des Primärtumors, Befall von regionalen Lymphknoten sowie Ausbildung von Fernmetastasen. Hinzu kommt noch der so genannte Gleason Score. Hierbei werden Proben aus dem Gewebe entnommen und untersucht. Dann wird beurteilt, wie weit sich die Tumorzellen von normalem Drüsengewebe unterscheiden. Das am häufigsten vorkommende und das am schlechtesten differenzierte Gewebe bekommen jeweils eine Punktezahl. Die beiden resultierenden Zahlenwerte geben einen wichtigen Hinweis auf die Prognose des Tumors.

Diagnostik und Therapie

Einen wichtigen Hinweis auf einen möglichen Tumor gibt – neben den beschriebenen Beschwerden – eine Tastuntersuchung der Prostata. Diese ist ab dem 45. Lebensjahr ein fester Bestandteil der Krebs-Früherkennungsprogramme der Krankenkassen. Dabei führt der Arzt einen behandschuhten Finger mithilfe von Gleitgel in den After des Patienten ein. Die Untersuchung ist weder schmerzhaft noch peinlich und dauert nur etwa 30 Sekunden. Zusätzlich kann der PSA-Wert bestimmt werden. Ein erhöhter Wert kann ein Anzeichen für einen Tumor sein, ist es aber nicht zwangsläufig. Der PSA-Wert kann auch durch andere Faktoren beeinflusst werden. Eine Tastuntersuchung beispielsweise kann den Wert bereits erhöhen.
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen nicht die Kosten für eine PSA-Bestimmung im Rahmen der Krebsfrüherkennungsuntersuchung, d.h. die Bestimmung des PSA-Wertes ist eine Wunsch-/Wahlleistung des Patienten

Findet der Arzt Hinweise, zum Beispiel eine verhärtete oder unregelmäßig vergrößerte Prostata, muss das weitere Vorgehen mit einem Urologen besprochen werden. Die Gewebeentnahme (Stanzbiopsie) liefert einen weiteren Hinweis, ob es sich um Krebs handelt. Eine MRT-Bildgebung kann in Einzelfällen wichtige Erkenntnisse zu Größe und Ausdehnung liefern.

Ist der Tumor noch in einem auf die Prostata begrenzten Stadium, kann das Organ über verschiedene Operationsmethoden entfernt werden oder es kommt eine Strahlentherapie zur Anwendung. Je nach Ausdehnung des Tumors und entsprechend des Operationserfolges kann anschließend eine Hormon- oder Bestrahlungstherapie notwendig sein. Bei Hormontherapien gibt es verschiedene Ansätze, die entweder über das zentrale Nervensystem gehen oder die Hormonproduktion in den Hoden, Nebennieren sowie in den Krebszellen direkt blockieren. Sollte ein Prostatatumor bereits gestreut haben, kommen diese Hormonpräparate zum Einsatz, auf welche die Erkrankung in der Regel gut anspricht. Kommt es trotzdem zu einem weiteren Fortschreiten der Erkrankung, muss auf Chemotherapeutika zurückgegriffen werden. Sollte Knochenmasse durch den Krebs angegriffen und abgebaut worden sein, können außerdem eine lokale Strahlentherapie, gezielte Schmerzmedikation sowie den Abbau des Knochens hemmende Arzneistoffe verabreicht werden.

Prognose

Die Prognose ist abhängig vom Tumorstadium. Da die meisten Karzinome in frühen Stadien erkannt werden und somit große Wahrscheinlichkeit auf Heilung besteht, ist die relative 5-Jahres-Überlebensrate mit 93% sehr gut.

Weitere Informationen zum Prostatakarzinom erhalten Sie auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Urologie. Auf der Seite der Deutschen Krebsgesellschaft finden Sie außerdem Informationen zu Stadien,Behandlungsmöglichkeiten und spezialisierten Zentren.

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