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Magenkrebs

Ernährung spielt wichtige Rolle

Weltweit, vor allem in den westlichen Industrienationen, ist die Neuerkrankungsrate bei Magentumoren seit Jahren deutlich rückläufig. Neben der Ernährung spielen weitere Faktoren eine Rolle bei der Entstehung von Magenkrebs.

Krankheitsbild

Oft verlaufen Entstehung und Wachstum des Magenkarzinoms bis in späte Stadien sehr unspezifisch und symptomarm. Patienten klagen häufig über ungewollte Gewichtsabnahme, Oberbauchschmerzen, Müdigkeit und Schwäche. Manche Patienten schildern einen neu aufgetretenen Widerwillen gegen Fleisch. Selten treten Erbrechen oder auch eine Magenblutung auf.

Epidimiologie

Wie eingangs schon erwähnt, sind die Neuerkrankungsraten in den letzten 30 Jahren deutlich zurückgegangen. Auch die Sterberaten sind seit Jahren rückläufig. Im Jahr 2012 starben 5.770 Männer und 4.208 in Deutschland Frauen an den Folgen von Magenkrebs. Betroffen sind meist Patienten in höherem Lebensalter. Bei Frauen liegt das mittlere Erkrankungsalter um das 75., bei Männern um das 72. Lebensjahr. Die Zahl der Neuerkrankungen betrug bei den Männern 9.180, bei den Frauen waren es 6.460. Damit sind Männer häufiger betroffen.

Anteil von Magenkrebs bei Männern und Frauen in Deutschland im Verhältnis zu anderen Krebserkrankungen. Erstellt nach: Zentrum für Krebsregisterdaten; Krebs in Deutschland 2011/2012, 10. Ausgabe, 2015.

Risikofaktoren

Eine durch das Bakterium Helicobacter pylori verursachte Magenschleimhautentzündung gilt als wichtigster Risikofaktor für die Entstehung eines Magenkarzinoms. Bei 90% aller Patienten mit einem Magenkarzinom in frühem Stadium kann dieses Bakterium nachgewiesen werden.

Auch die Nahrung spielt bei der Entstehung von Magenkarzinomen eine Rolle. Stark gesalzene, geräucherte oder gepökelte Speisen erhöhen durch ihren hohen Gehalt an Nitrit das Erkrankungsrisiko. Vorbeugend wirken kann eine vitaminreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse.

Wie bei den meisten Tumorerkrankungen sind außerdem ein hoher Alkohol- und Nikotinkonsum beim Magenkrebs ein Risikofaktor.

Außerdem kann auch ein Zusammenhang von Magentumoren und einer vorangegangenen Magenoperation sowie von chronischem Sodbrennen hergestellt werden.

Unterteilung

Der Magen besteht aus verschiedenen Teilen, die unterschiedlich häufig betroffen sind. Meistens entsteht ein Karzinom im Bereich der kleinen Magenwölbung (curvatura gastrica minor) oder des Magenausgangs (Pförtner, Pylorus).

Magentumoren werden nach der so genannten TNM-Klassifikation eingeteilt. Maßgeblich hierfür ist einerseits die Tumorgröße, andererseits sowohl, ob der Tumor in anderes Gewebe hineinwächst (T) als auch der Befall von Lymphknoten (N) und die Ausbildung von Metastasen (M). Eine genaue Erklärung der TNM-Klassifikation finden Sie auf der Seite des Krebsinformationsdienstes. Magentumoren neigen generell schon früh zur Bildung von Metastasen.

Diagnostik und Therapie

Um einen Magentumor nachzuweisen, muss eine Magenspiegelung (Gastroskopie, siehe Endoskopie) erfolgen. Hierbei werden von auffälligen Stellen Gewebeproben entnommen und untersucht. Sind die Gewebeproben positiv, wird mit weiteren Untersuchungen (EndosonographieComputertomographie) die Ausdehnung des Tumors ermittelt.

Je nach Ausbreitung des Tumors und eventuell vorhandenen Metastasen können verschiedene Therapieziele verfolgt werden. In etwa 30% der Fälle kann eine Heilung angestrebt werden. Dazu wird in einer Operation der Magen teilweise oder vollständig entfernt. Auch befallene Lymphknoten sowie angrenzende Organe oder Teile davon können entfernt werden.

Bei ca. 70% der Patienten ist der Tumor bereits so weit fortgeschritten, dass nur eine palliative Versorgung möglich ist, die darauf zielt, die Lebenszeit zu verlängern, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Eine Chemotherapie kann hier beispielsweise das Tumorwachstum verlangsamen.

Prognose

Wird der Magentumor in einem frühen Stadium entdeckt, ist die Prognose recht gut. Jedoch wird ein Magentumor meistens erst spät festgestellt, wodurch sich die Prognose verschlechtert. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate beträgt bei Patienten mit einem Magenkarzinom nur etwa 33%.

Weiterführende Informationen zu Therapien, Ernährung und vielem mehr finden Sie auf der Webseite der Deutschen Krebsgesellschaft.

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