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Hodgkin-Lymphom

Eine Form des Lymphdrüsenkrebs mit sehr guten Heilungschancen

Das Hodgkin-Lymphom ist eine bestimmte Art des Lymphdrüsenkrebs und abzugrenzen von den so genannten Non-Hodgkin-Lymphomen. Die Erkrankung ist selten und tritt im Vergleich zu vielen anderen Krebserkrankungen vor allem auch im jüngeren Alter auf.

Krankheitsbild

Das Hodgkin-Lymphom ist eine Art des Lymphdrüsenkrebs. In frühen Stadien bereitet es meist keine Beschwerden. Später fällt den Betroffenen häufig eine Schwellung auf, die auf vergrößerte Lymphknoten zurückzuführen ist. Diese kann sich an den verschiedensten Stellen am Körper befinden. Oft wird solch eine Schwellung zuerst am Hals, in den Achselhöhlen oder im Leistenbereich bemerkt. Außerdem können die so genannten B-Symptome wie Nachtschweiß, Fieber unklarer Ursache und Leistungsabfall auftreten. Dabei handelt es sich aber um Krankheitszeichen, die auch bei harmlosen Erkrankungen auftreten können. Damit sind sie kein sicheres Anzeichen für eine Krebserkrankung. Sehr seltenkönnen die betroffenen Lymphknoten nach Alkoholgenuss schmerzen – typisch für das Hodgkin-Lymphom.

Epidemiologie

Im Jahr 2010 erkrankten in Deutschland mehr als 1.200 Männer und über 900 Frauen neu an einem Hodgkin-Lymphom. Im Gegensatz zu anderen Krebserkrankungen ist das Hodgkin-Lymphom keine Erkrankung des höheren Lebensalters. Der Altersgipfel liegt bei 32 Jahren. Jeder zehnte Betroffene ist jünger als 20 Jahre. Im Jahr 2010 starben etwas mehr als 300 Frauen und Männer an einem Hodgkin-Lymphom.

 

Anteil des Hodgkin-Lymphoms bei Frauen und Männern in Deutschland im Verhältnis zu anderen Krebserkrankungen.
Erstellt nach: Zentrum für Krebsregisterdaten; Krebs in Deutschland 2011/2012, 10. Ausgabe, 2015

Risikofaktoren

Die Risikofaktoren für die Entstehung eines Hodgkin-Lymphoms sind nicht abschließend geklärt. Als mögliche Risikofaktoren werden eine dauerhafte Beeinträchtigung des Immunsystems (z. B. nach einer Organtransplantation oder durch eine HIV-Infektion), eine Hepatitis-B-Infektion und langanhaltender Tabakkonsum sowie erbliche Faktoren diskutiert. Eine eindeutige Genveränderung konnte bislang noch nicht nachgewiesen werden.

Unterteilung

Die Einteilung des Hodgkin-Lymphoms erfolgt nach der so genannten Ann-Arbor Klassifikation, nach der viele bösartige Erkrankungen der Lymphdrüsen eingeteilt werden. Die Klassifikation berücksichtigt das Ausmaß und die Verteilung der befallenen Lymphknoten im Körper. Es gibt die Stadien I bis IV. Der Zusatz B bedeutet, dass der Patient an einem oder mehreren der oben genannten B-Symptome leidet. Der Zusatz A bedeutet hingegen, dass keine B-Symptome vorliegen. Beim Hodgkin-Lymphom ist diese Information für die Auswahl der richtigen Therapie von Bedeutung. Weiterhin müssen eine Reihe von so genannten Risikofaktoren (u. a. aus Blutwerten und Röntgenbildern) mit berücksichtigt werden, um die Krankheit für die richtige Therapieauswahl korrekt einzuordnen.

Die Klassifikation finden Sie auch auf der Seite des Kompetenznetzes Maligne Lymphome.

Diagnostik und Therapie

Die Diagnose wird durch eine Lymphknotenbiopsie gestellt. Weiterhin wird mittels einer Computertomographie (CT) und/oder einer Positronen-Emissions-Tomographie (PET) die Ausbreitung der Erkrankung im Körper untersucht. In manchen Fällen kann eine Untersuchung des Knochenmarkes nach einer Knochenmarkpunktion notwendig sein.

Je nach Stadium, Alter und Begleiterkrankungen des Patienten wird eine passende Therapie ausgewählt. Diese besteht aus einer Chemotherapie mit einer kombinierten Gabe verschiedener Substanzen. Nach Abschluss der Chemotherapie folgt meistens eine Strahlentherapie der betroffenen Lymphknotenregion.

Das Hodgkin-Lymphom sollte, wenn möglich, in klinischen Studien behandelt werden. Informationen zur Teilnahme an Studien finden Sie auf der Homepage der Deutschen Hodgkin Studiengruppe. Patientinnen im gebärfähigen Alter mit Kinderwunsch sollten sich vor der Einleitung einer Chemotherapie mit ihrem Arzt über Möglichkeiten der Bewahrung der Fruchtbarkeit besprechen. Gegebenenfalls wird man einen Spezialisten für diese Frage hinzuziehen.

Prognose

Die Prognose für das Hodgkin-Lymphom ist recht gut und hat sich in den letzten Jahren verbessert. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt heutzutage bei über 90%. Die meisten Patienten können von dieser bösartigen Erkrankung geheilt werden. Aber auch bei diesen geheilten Patienten ist eine besondere ärztliche Betreuung weiterhin notwendig. Die intensive Therapie kann langfristig Folgeprobleme auslösen oder in seltenen Fällen die Ausbildung einer anderen bösartigen Erkrankung fördern.

Weitere Informationen finden Sie auch in der Patientenleitlinie zum Hodgkin-Lymphom der deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO), wo weitere Informationen zu Diagnose und Therapie aufgeführt sind. Außerdem finden Sie zusätzliche Informationen rund um die Erkrankung auch auf der Seite des Kompetenznetzes Maligne Lymphome.

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