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Harnblasenkrebs

Eine anerkannte Berufskrankheit

Ein Harnblasenkarzinom ist eine bösartige Neubildung der Harnblase. Es sind weitaus mehr Männer als Frauen betroffen. Zu den Risikofaktoren zählen neben Rauchen auch bestimmte Chemikalien, so dass Harnblasenkrebs in manchen Berufen als eine anerkannte Berufskrankheit gilt.

Krankheitsbild

Es gibt keine spezifischen Beschwerden bei Harnblasenkrebs. Zumeist tritt am Anfang Blut im Urin auf, was allerdings auch auf eine Vielzahl anderer urologischer Erkrankungen zutreffen kann. Im späteren Stadium kann es zudem zu häufigem und schmerzhaftem Wasserlassen kommen.

Epidemiologie

Etwa 15.400 Personen, gut ein Viertel davon Frauen, erkrankten im Jahr 2012 an einem invasiven Harnblasenkarzinom. In Deutschland ist Harnblasenkrebs bei Männern die vierthäufigste Krebsart. Das mittlere Erkrankungsalter liegt etwa bei 74 Jahren bei Männern und 76 Jahren bei Frauen. Im Jahr 2012 starben  1.826 Frauen und  3.791 Männer aufgrund von Harnblasenkrebs.

Anteil von Harnblasenkrebs bei Frauen und Männern in Deutschland im Verhältnis zu anderen Krebserkrankungen. Erstellt nach: Zentrum für Krebsregisterdaten; Krebs in Deutschland 2011/2012, 10. Ausgabe, 2015.

Risikofaktoren

Die Hauptrisikofaktoren für Harnblasenkrebs sind Rauchen und Passivrauchen. Der Kontakt mit chemischen Stoffen (z.B. aromatische Amine), die früher in der chemischen und pharmazeutischen Industrie eingesetzt wurden, birgt ein weiteres Risiko. Aufgrund einer zeitlichen Verzögerung bis zum Auftreten der Erkrankung werden berufsbedingte Harnblasenkarzinome weiterhin registriert. Weitere Risiken sind:

  • bestimmte Medikamente (z.B. Cyclophosphamid, Phenacetin)
  • Strahlentherapie dieser Körperregion
  • chronisch entzündliche Schädigungen der Blasenschleimhaut
  • genetische Faktoren

Unterteilung

Bei den Harnblasenkarzinomen wird unterschieden, ob nur die innere Blasenwand betroffen ist (nicht-infiltrierend/nicht-muskelinvasiv), oder ob der Tumor bereits durch die Blasenwand in den außenliegenden Muskel gewachsen ist (infiltrierend/muskelinvasiv). Zu Beginn der Erkrankung ist der Tumor zumeist nicht-infiltrierend. In späteren Stadien wächst er dann in den Muskel hinein und kann in andere Organe streuen.

Diagnostik und Therapie

Die wichtigsten Untersuchungen zur Diagnose des Harnblasenkarzinoms sind die körperliche Untersuchung, die Harnuntersuchung mithilfe von Urinstreifen zum Blutnachweis und eine Blasenspiegelung (Zystoskopie) mit Biopsie (Gewebeentnahme). Weitere Diagnoseverfahren sind die Urographie (Röntgen mit Kontrastmittel) sowie Computer- oder Magnetresonanztomographie (CT, MRT).

Wenn es sich um einen nicht-muskelinvasiven Harnblasenkrebs handelt, wird der Tumor in einer möglichst körperschonenden Operation entfernt. Dazu werden sehr kleine Instrumente über die Harnröhre in die Harnblase eingeführt, mit denen der Tumor entfernt wird. In der Fachsprache nennt sich das transurethrale Resektion (TUR-B). Zusätzlich kann auch eine lokale, d.h. nur in der Blase wirkende Chemotherapie durchgeführt werden.

Handelt es sich um einen muskelinvasiven Harnblasenkrebs, müssen die Harnblase und die Beckenlymphknoten operativ entfernt werden. Weitere Therapiemöglichkeit sind eine Chemo- oder Strahlentherapie.

Prognose

Bei Männern gehen die Erkrankungs-und Sterberaten seit den 90er Jahren stark zurück. Bei Frauen geht die Sterberate leicht zurück, die Erkrankungsrate bleibt gleich. Männer (59 %) haben im Gegensatz zu Frauen (50 %) eine etwas höhere 5-Jahres-Überlebensrate.

Weiterführende Informationen finden Sie bei der Deutschen Krebsgesellschaft. Dort sind beispielsweise detailliert Symptome und Behandlungsmöglichkeiten aufgelistet.

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