Die häufigste Krebserkrankung der weiblichen Genitalorgane Krebshilfe Krebserkennung Krebsfrüherkennung

Gebärmutterkörperkrebs

Die häufigste Krebserkrankung der weiblichen Genitalorgane

Gebärmutterkörperkrebs, fachsprachlich Korpus- oder Endometriumkarzinom, ist nicht gleichzusetzen mit Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). In der Regel entsteht der Gebärmutterkörperkrebs aus der Schleimhaut, mit der die Gebärmutter von innen ausgekleidet ist, dem so genannten Endometrium.

Krankheitsbild

Im frühen Stadium ist Gebärmutterkörperkrebs, ähnlich wie Gebärmutterhalskrebs , zumeist symptomfrei. Ein Tumor des Endometriums kann sich durch Blutungen in den Wechseljahren oder durch ungewöhnliche Blutungen vor den Wechseljahren äußern, die außerhalb der Periode stattfinden. Ferner kann eitriger Ausfluss und Wehen-artiger Unterleibsschmerz auftreten. Die Schmerzen können auch in das Becken und den Rücken ausstrahlen. Im fortgeschrittenen Stadium verstärken sich diese Symptome. Betrifft der Tumor zusätzlich auch andere Organe wie Enddarm oder Harnblase, kann es zudem zu Unregelmäßigkeiten beim Stuhlgang oder Wasserlassen sowie zu häufigen Harnwegsinfektionen kommen. Dies sind aber keine eindeutigen Anzeichen für ein Endometriumkarzinom und müssen von einem Arzt abgeklärt werden.

Epidemiologie

Mit 10.930 Neuerkrankungen im Jahr 2012 und einem Anteil von 4,8% an allen bösartigen Neubildungen stellt der Krebs des Gebärmutterkörpers die vierthäufigste Krebserkrankung bei Frauen und die häufigste der weiblichen Genitalorgane dar. Aufgrund der guten Prognose fällt der Anteil an allen krebsbedingten Todesfällen mit 2,5% deutlich niedriger aus. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 69 Jahren.

Anteil von Gebärmutterkörperkrebs bei Frauen in Deutschland im Verhältnis zu anderen Krebserkrankungen. Erstellt nach: Zentrum für Krebsregisterdaten; Krebs in Deutschland 2011/2012, 10. Ausgabe, 2015.

Risikofaktoren

Der Hauptrisikofaktor für die Entstehung des Endometriumkarzinoms ist neben dem Alter ein langeinwirkender Einfluss des Hormons Östrogen. Im Zusammenhang damit gelten als Risikofaktoren:

  • eine frühe erste Regelblutung sowie spätes Einsetzen der Wechseljahre
  • Kinderlosigkeit
  • Erkrankungen der Eierstöcke (z.B. polizystische Ovarien)

Abgesehen davon stellen Übergewicht, Bewegungsmangel und Diabetes mellitus Typ 2 weitere Risikofaktoren dar.

Die Einnahme der Pille zur Verhütung, vor allem in einer Östrogen-Gestagen-Kombination, verringert hingegen das Risiko, ein Endometriumkarzinom zu entwickeln.

Unterteilung

Das Endometriumkarzinom entsteht aus der Gebärmutterschleimhaut, dem Endometrium. Es wird unterteilt in östrogen-abhängige und östrogen-unabhängige Tumoren. Letztere treten recht selten auf.

Diagnostik und Therapie

Bei ungewöhnlichen Blutungen ist eine frauenärztliche Untersuchung zur Abklärung des Blutungsursprungs der erste Diagnoseschritt. Um in der Folge andere Tumoren auszuschließen beziehungsweise die Ausdehnung des Tumors einzugrenzen, erfolgt eine Ultraschalluntersuchung über die Scheide (transvaginal). Im weiteren Verlauf kann eine endoskopische Untersuchung der Gebärmutter (Hysteroskopie) vorgenommen werden, die mit einer Gewebeentnahme und/oder Gebärmutterausschabung (Kürretage, Abrasio) verbunden werden kann.

Die Therapie richtet sich nach der Ausbreitung des Tumors, aber auch nach Alter und Allgemeinzustand der Patientin. Um die Tumorausdehnung zu bestimmen, werden bildgebende Verfahren des Bauchraums wie UltraschallComputertomographie und Kernspintomographie angewandt. In einem frühen Krankheitsstadium kann eine möglichst schonende Therapie erfolgen, mit der die Fruchtbarkeit erhalten bleibt. Sollten Sie einen Kinderwunsch haben, sprechen Sie Ihren behandelnden Arzt unbedingt vor Behandlungsbeginn darauf an.

In der Regel ist das Behandlungsziel eine vollständige Heilung, was zumeist durch die operative Entfernung des Tumors durch eine Hysterektomie erfolgt – die Entfernung der Gebärmutter. Zusätzlich kann es notwendig sein, Lymphknoten der Beckengegend zu entfernen. Eine Operation kann durch eine Strahlen-und/oder Chemotherapie ergänzt werden, um die Krebszellen möglichst vollständig zu vernichten.

Ist eine Operation aufgrund eines schlechten Allgemeinzustands nicht möglich, wird eine Strahlentherapie eingesetzt. Befindet sich der Tumor in einem fortgeschrittenen Stadium, in dem er weder durch Operation noch durch Strahlentherapie behandelt werden kann, wird mit einer Chemotherapie oder einer Hormontherapie versucht, das Tumorwachstum zu stoppen.

Man kann keine allgemeingültige Aussage über Diagnostik und Therapie treffen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Arzt alles sorgfältig besprechen und bei Bedarf Fragen stellen sowie Zweifeln oder Ängsten Ausdruck verleihen.

Prognose

Gebärmutterkörperkrebs wird häufig in einem frühen Stadium diagnostiziert, was sich auch in der günstigen Prognose widerspiegelt. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt heutzutage bei circa 80%.

Weiterführende Informationen finden Sie im blauen Ratgeber der Deutschen Krebshilfe zu Gebärmutterkarzinomen und auf der Seite der Deutschen Krebsgesellschaft. Dort sind beispielsweise Symptome, Stadien und Behandlungsmöglichkeiten aufgelistet.

zurück zur Übersicht