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Hautpflege bei zielgerichteten Behandlungen

Darauf sollten Sie im Alltag achten

Fast jede Therapie hat ihre Nebenwirkungen. So können zielgerichtete Behandlungen wie etwa die Antikörper- oder Antihormontherapie die Haut in Mitleidenschaft ziehen und die Lebensqualität zusätzlich beeinflussen. Hier erfahren Sie, welches die typischen Erscheinungen einer angegriffenen Haut sind und wie die Folgen der Therapie gemildert werden können.

Hauttrockenheit als Folge zielgerichteter Therapien

Immuntherapien und zielgerichtete Verfahren wie die Antikörpertherapie sind moderne Krebsbehandlungen, die das Immunsystem des Patienten zur Bekämpfung der Krankheit nutzen.

Zu den möglichen Nebenwirkungen dieser Behandlungsmethoden gehört unter anderem eine unangenehme Hauttrockenheit. Sie zeigt sich in der Regel einige Wochen nach Therapiebeginn. Die trockene Haut löst dann häufig einen Juckreiz aus. In besonders schweren Fällen kommt es auch zu Ekzemen mit Rötung oder Schuppung.

Hier hilft vor allem ein regelmäßiges Eincremen. Dazu eignen sich – ähnlich wie bei einer Chemotherapie-bedingten Hauttrockenheit– unter anderem Salben mit Harnstoff, Glycerol oder Dexpanthenol. Natürlich darf die Haut keinen starken Beanspruchungen wie etwa langes Duschen oder heißes Baden ausgesetzt werden.

Sollten die Standard-Maßnahmen gegen gereizte und gerötete Haut nicht ausreichen, kann der behandelnde Arzt weitere, ergänzende Therapien anordnen.

Akneinformes Exanthem

Auch das so genannte akneinforme Exanthem zählt zu den verbreiteten Nebenwirkungen von Immuntherapien, insbesondere von Antikörpertherapien. Meistens zeigt es sich in den ersten Wochen und Monaten nach Behandlungsbeginn. Dabei werden zwei Phasen der Erkrankung unterschieden: Die frühe Phase tritt in den ersten vier Wochen der Behandlung auf. Typische Symptome sind starke Hautrötungen bis hin zu großflächigen Hautausschlägen mit Knötchen und Eiterbläschen. Die spätere Phase beginnt ab der fünften Therapiewoche. Zu den bereits bestehenden Symptomen kommen dann noch eine leicht reizbare und trockene Haut, starker Juckreiz, schmerzhafte Fissuren, Nagel- und Nagelbettveränderungen sowie Haar- und Wimpernveränderungen hinzu.

Das ist lästig – hat aber keine irreversiblen Konsequenzen: Vier bis sechs Wochen nach Ende der Therapie heilt die Erkrankung ohne bleibende Schäden und Narbenbildung ab.

Eine sinnvolle Prophylaxe kann die Einnahme von Antibiotika sein. Außerdem sollte die Haut nicht zu stark der Sonne ausgesetzt werden, denn das kann die Symptome verschlimmern. Ist ein aktiveres Vorgehen geboten, verschreibt der behandelnde Arzt nach Absprache antibiotische Salben, Cremes und Lotionen.

MKI-assoziiertes Hand-Fuß-Syndrom

Im Rahmen einer zielgerichteten Therapie kann das MKI-assoziierte Hand-Fuß-Syndrom auftreten. Diese spezielle Form des Hand-Fuß-Syndroms wird durch eine Therapie mit so genannten Multi-Kinase-Inhibitor (MKI) ausgelöst. Dabei handelt es sich um eine bestimmte Arzneimittelgruppe für die zielgerichtete Therapie. Das Syndrom äußert sich zunächst durch Missempfindungen und Hautrötungen. Diese treten vor allem an Druckpunkten der Handflächen und Fußsohlen auf. Dann folgen zunehmende, scharf begrenzte und schmerzhafte Rötungen sowie eine Verdickung der Hornschicht. Auch können sich pralle, große Blasen bilden. Nach Abbruch oder Ende der Therapie heilt das Syndrom ab. Je nach Schwere des Falls kann es also durchaus sinnvoll sein, die Therapie vorübergehend zu unterbrechen. Dies wird Ihr behandelnder Arzt entscheiden.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollte die Haut mindestens zwei Mal täglich mit harnstoffhaltiger Creme (5-10%) eingecremt werden. Reibung und Druck sind der Haut ebenso wenig zuträglich wie Hitze und längerer Kontakt mit Wasser. Auch gilt es, gebührenden Abstand zu Reinigungsmitteln und chemischen Noxen (Gifte, Toxine und Drogen) zu wahren, denn diese können die Entstehung des Hand-Fuß-Syndroms sogar noch begünstigen.

Hormonspezifische Hautveränderungen

Auch Hormontherapien, die zum Beispiel bei Brust- und Prostatakrebs eingesetzt werden, können hormonspezifische Hautveränderungen auslösen, da in den Östrogen- und Testosteronhaushalt eingegriffen wird. Dies kann zu einer veränderten Talgproduktion der Haut führen. Folgen sind beispielsweise Pickel oder trockene Haut. Auch trockene Schleimhäute können auftreten. Für die Pflege der Haut sind Cremes, die Liposome enthalten, von Vorteil. Diese helfen dabei, die Haut gut zu durchfeuchten. Paraffinölhaltige Lotionen sind eher kontraproduktiv, da sie die Hautporen verstopfen können.

 

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