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Die häufigste Lymphomerkrankung

Chronische Lymphatische Leukämie (CLL)

Die Chronische Lymphatische Leukämie (CLL) bezeichnet eine Störung des blutbildenden Systems, die mit einer langsam wachsenden Vergrößerung der Lymphknoten einhergeht. Die CLL entsteht durch funktionsunfähige weiße Blutkörperchen (sogenannte B-Lymphozyten), die sich ungebremst vermehren. Sie lagern sich in Knochenmark, Lymphknoten, Milz und Leber ab, sind aber vor allem im Blut nachweisbar. In diesem Artikel erfahren Sie Wissenswertes zur CLL.

Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich bei einer Chronischen Lymphatischen Leukämie (CLL) um eine chronische Erkrankung. Mediziner bezeichnen die CLL als indolentes Lymphom (langsam fortschreitendes Lymphom) mit leukämischem Verlauf. Von einem solchen Verlauf wird gesprochen, wenn Lymphom-Zellen im Blut nachgewiesen werden können. Wegen ihres Verlaufs wird die CLL auch manchmal zu den Leukämien gezählt.

Fast immer sind die Patienten zu Beginn beschwerdefrei. Hinweise auf eine CLL können geschwollene Lymphknoten sein, weil sich in ihnen Lymphom-Zellen anlagern. Leber- und Milz können auch vergrößert sein. Außerdem können sogenannten B-Symptome (Nachtschweiß, Gewichtsverlust und Fieber) auftreten.

So häufig tritt eine CLL auf

Das Auftreten einer CLL wurde von Ärzten statistisch dokumentiert und mit anderen Leukämieformen verglichen. Die CLL tritt am häufigsten auf. In Deutschland werden pro Jahr etwa 3.700 Neuerkrankungen diagnostiziert. Männer sind häufiger betroffen als Frauen: Die Neuerkrankungsrate liegt bei Männern bei ca. vier, bei Frauen bei ca. zwei pro 100.000 Einwohnern pro Jahr. Das mittlere Erkrankungsalter liegt zwischen 70 und 72 Jahren.

Anteil von CLL bei Frauen und Männern in Deutschland 2010 im Verhältnis zu anderen Leukämieerkrankungen. Erstellt nach: Zentrum für Krebsregisterdaten; Krebs in Deutschland 2009/2010, 9. Ausgabe, 2013.

Risikofaktoren sind weitestgehend ungeklärt

Die Ursache für die Entstehung einer CLL ist nicht abschließend geklärt. Die Erkrankung beginnt mit der bösartigen Veränderung eines B-Lymphozyten, einem speziellen weißen Blutkörperchen, das funktionsuntüchtig wird und sich dann ungehemmt vermehrt. Mögliche Ursachen sind genetische Veränderungen durch organische Lösungsmittel, z. B. Benzol, oder eine familiäre Veranlagung. In den allermeisten Fällen lässt sich keine mögliche Ursache herausfinden.

So wird die CLL von Ärzten klassifiziert

Um das individuelle Krankheitsstadium eines Betroffenen festzulegen, wird die CLL in drei Stadien von A bis C eingeteilt (nach Binet). Die Klassifikation unterscheidet nach Anzahl betroffener Lymphknoten, Organe und Regionen sowie Höhe der Lymphozyten-, Hämoglobin- und Thrombozyten-Werte im Blutbild, also der Anzahl an weißen Blutkörperchen, an rotem Blutfarbstoff sowie an Blutplättchen.

Diagnostik: Diese Schritte können in Frage kommen

Häufig sind die Patienten beschwerdefrei und die Diagnose erfolgt durch Zufall. Beispielsweise bei Standarduntersuchungen wie einer Routine-Blutbildkontrolle, bei der eine erhöhte Anzahl an weißen Blutkörperchen auffällig wird.
Im Verdachtsfall wird eine Basisdiagnostik durchgeführt, die eine körperliche Untersuchung und Überprüfung diverser Blutwerte umfasst. Zusätzlich können eine Knochenmarkpunktion, Lymphknotenbiopsie, eine Ultraschalluntersuchung der Lymphknoten im Bauchraum und eine zytogenetische Untersuchung vorgenommen werden. Auch andere Verfahren können zur Anwendung kommen, um vergrößerte Lymphknoten sichtbar zu machen (CT, MRT).

Neue therapeutische Möglichkeiten durch intensive Forschung

Durch intensive Forschung wird die Entstehung der CLL immer besser verstanden. Das Ergebnis sind zielgerichtete Therapien mit neuen Wirkansätzen wie beispielsweise Antikörpern oder kleinen Molekülen. Das bessere Verständnis der CLL bietet Patienten Vorteile bei der Verabreichung oder Einnahme der Therapie. Manche der zielgerichteten Therapien können als Tablette geschluckt werden. Weitere Therapiemöglichkeiten bei einer CLL sind Chemotherapie, sowie die Stammzelltransplantation. Häufig werden diese verschiedenen Therapieoptionen kombiniert.

Nicht immer ist eine sofortige Behandlung der CLL nötig. Ist der Patient beschwerdefrei, kann in manchen Fällen auf einen sofortigen Therapiebeginn verzichtet werden. Vor dem Therapiebeginn finden viele Kontrolluntersuchungen statt und es ist wichtig, dass diese konsequent wahrgenommen werden. Eine Therapie erfolgt erst, wenn bestimmte Krankheitswerte erreicht werden. Patienten, bei denen eine besonders aggressive Form der CLL festgestellt wird, müssen sofort therapiert werden.

Prognose

Die Symptome, der Krankheitsverlauf und die Überlebensdauer bei einer CLL sind uneinheitlich. Die Prognose ist abhängig vom Fortschreiten der Krankheit sowie von Alter und Allgemeinzustand des Patienten. Im Spätstadium beträgt die mittlere Überlebensdauer von Patienten weniger als zwei Jahre. Bei einer langsam verlaufenden und gut therapierbaren Erkrankung liegt die Lebenserwartung bei 10 Jahren oder mehr.

Weiterführende Informationen zur CLL finden Sie bei der Deutschen Krebsgesellschaft. Diese hat detaillierte Hintergrundinformationen zu Non-Hodgkin-Lymphomen und Behandlungsmöglichkeiten aufgelistet. Allgemeine Hintergrundinformationen zu Non-Hodgkin-Lymphomen finden Sie auch auf den Seiten des Kompetenznetz maligne Lymphome e.V. Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie e.V. hat Leitlinien aufgestellt.

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